Justizwachebeamte in JA Stein von Insassen schwer verletzt
Niederösterreich Ein 23-Jähriger wurde auf der Sicherheitsabteilung gewalttätig, zwei Beamte wurden dabei schwer verletzt 17. Juli 2026, 13:40 Krems/Stein – Zwei Justizwachebeam...
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Niederösterreich
Ein 23-Jähriger wurde auf der Sicherheitsabteilung gewalttätig, zwei Beamte wurden dabei schwer verletzt
17. Juli 2026, 13:40
Krems/Stein – Zwei Justizwachebeamte der Justizanstalt (JA) Stein sind am Freitagvormittag von einem Insassen schwer verletzt worden. Einer der Betroffenen befindet sich in Spitalsbehandlung, der zweite Beamte konnte nach der Erstversorgung in häusliche Pflege entlassen werden. Der niederösterreichische Justizwachegewerkschafter Wolfgang Graf, der selbst in der JA Stein tätig ist, bestätigte der APA Freitagmittag den Vorfall.
Der Insasse befindet sich nach APA-Informationen erst seit kurzem in der JA Stein. Er wurde von der JA Innsbruck in den Osten verlegt, weil es in Tirol Schwierigkeiten mit dem Häftling gegeben haben soll. Der als "besonders gefährlich" eingestufte russische Staatsbürger war in Stein zunächst im Normalvollzug untergebracht. Nach einem ersten gewalttätigen Übergriff auf eine Beamtin wurde der 23-Jährige in der Vorwoche auf die Sicherheitsabteilung verlegt.
"Konsequenz der Personalpolitik"
Dort kam es am Freitagvormittag zur nächsten Gewalttat. Der Insasse habe dem Kollegen einen Faustschlag ins Gesicht versetzt, schilderte Graf im Gespräch mit der APA. Sechs Beamte der spezialisierten Justizwache Einsatzgruppe (JEG) kamen dem im Gesichtsbereich schwer verletzten Kollegen – es bestehe der Verdacht auf einen Nasenbeinbruch – zu Hilfe. Um den Häftling zu sichern, wurde auch ein Taser eingesetzt. Bei dem Einsatz wurde ein zweiter Beamter verletzt. Er musste mit einer schweren Rippenprellung seinen Dienst abbrechen.
Für Justizwachegewerkschafter Graf ist der Zwischenfall "die Konsequenz aus der Personalpolitik", wie er gegenüber der APA betonte. Laut Graf sind in der JA Stein die Planstellen nur zu 84 Prozent besetzt. In der Haupturlaubszeit im Sommer würde sich der Personalmangel besonders bemerkbar machen. Die Engpässe seien speziell an den Wochenenden und zu den Randdienstzeiten spürbar.
Der Gewerkschafter forderte rasch mehr Personal für die Justizwache, die an ihren Belastungsgrenzen angelangt sei: "Wenn wir von Haus aus zu wenig Leute sind, lässt sich das System nicht aufrecht erhalten." (APA, red, 17.7.2026)