Kabinettsumbau von Friedrich Merz: Grüne kritisieren Kabinettsumbau als unprofessionell

Friedrich Merz baue sein Kabinett nach der »Salamitaktik« um, sagen die Grünen. Das wirke wenig durchdacht. Die Linken-Führung spricht von einer »Kampfansage«. Quelle: DIE Z...

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Kabinettsumbau von Friedrich Merz: Grüne kritisieren Kabinettsumbau als unprofessionell

Friedrich Merz baue sein Kabinett nach der »Salamitaktik« um, sagen die Grünen. Das wirke wenig durchdacht. Die Linken-Führung spricht von einer »Kampfansage«.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP,

jsp

Aktualisiert am 24. Juli 2026, 14:47 Uhr

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Kabinettsumbau von Friedrich Merz: Die Fraktionschefinnen der Grünen, Britta Haßelmann und Katharina Dröge, sind skeptisch, was den Umbau im Kabinett Merz angeht.
Die Fraktionschefinnen der Grünen, Britta Haßelmann und Katharina Dröge, sind skeptisch, was den Umbau im Kabinett Merz angeht. © Kay Nietfeld/​dpa

Grüne und Linke im Bundestag haben den von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vorgenommenen Kabinettsumbau kritisiert. Nach einem »verpatzten Jahr Schwarz-Rot« ziehe Merz die Reißleine, teilten die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Britta Haßelmann und Katharina Dröge mit. Die »Salamitaktik«, mit der der Kanzler sein Kabinett nun offenbar etappenweise über den Sommer umbauen wolle, sei nicht dazu geeignet, Ruhe in die Regierungsgeschäfte zu bringen. Sie führe zu immer weiteren und neuen Spekulationen und fortgesetzter Unruhe. »Das wirkt weder professionell noch gut durchdacht«, sagten Haßelmann und Dröge.

Linken-Fraktionschef Sören Pellmann sagte der Rheinischen Post, Deutschland brauche keinen Kabinettsumbau, sondern eine andere Politik. »Aber darauf kann man nicht hoffen. Das ernannte Personal wird nur die Kahlschlagpolitik fortsetzen«, sagte Pellmann.

Beim Kabinettsumbau lege Merz einen Eifer an den Tag, den man sich eher beim Lösen der Probleme des Landes wünschen würde. Dass ausgerechnet der »Hardliner« Carsten Linnemann Gesundheit und Pflege verantworten solle, sei »als Kampfansage zu verstehen«.

Warken ins Kanzleramt, Frei in die Fraktion

Knapp 15 Monate nach seinem Amtsantritt nutzte Merz die Ablösung des bisherigen Unions-Fraktionschefs Jens Spahn für eine größere Kabinettsumbildung. Die bisherige Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wird Kanzleramtschefin. Sie folgt auf Thorsten Frei, der Spahn als Fraktionschef ersetzt. Der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann übernimmt das Gesundheitsressort.

Der Kanzler ernannte zudem Philipp Amthor (CDU) zum neuen Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen im Kanzleramt. Weitere Personalentscheidungen würden folgen, sagte Merz. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll CDU-Verkehrsminister Patrick Schnieder seinen Posten räumen, ein Nachfolger steht aber offenbar noch nicht fest.

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sicherte der Union weiter eine verlässliche Zusammenarbeit zu. Der Koalitionspartner stelle sich in Regierung, Fraktion und Partei an einigen Stellen neu auf »und trifft die dafür notwendigen Personalentscheidungen«, sagte Klüssendorf laut einer Mitteilung. Als SPD stehe man »verlässlich in der Koalition bereit« und freue sich auf die Zusammenarbeit mit den neuen Kolleginnen und Kollegen.