Bürgermeister will „Atmosphäre unserer Stadt bewahren“: Alkohol-Verkaufsverbot im Supermarkt ab 21 Uhr

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Bürgermeister will „Atmosphäre unserer Stadt bewahren“: Alkohol-Verkaufsverbot im Supermarkt ab 21 Uhr

Kein Bier mehr nach 21 Uhr: Beliebtes Kroatien-Urlaubsziel dreht Touristen den Hahn zu

Stand: 17.07.2026, 21:00 Uhr

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Makarska macht als erste Stadt Kroatiens Schluss mit Alkohol aus dem Supermarkt nach 21 Uhr – Split und Zadar wollen folgen.

Makarska – Es ist Hochsommer an der Adria. Die Sonne geht unter, die Altstadt von Makarska füllt sich – und damit auch die Straßen mit Lärm, Müll und angetrunkenen Urlaubern. Was für viele Einheimische seit Jahren ein Ärgernis ist, hat die dalmatinische Küstenstadt jetzt mit einer klaren Ansage beendet: Ab sofort gilt ein nächtliches Alkoholkaufverbot im Einzelhandel, wie makarskanews.com berichtet.

Leere Straße in Makarska mit Restaurants und Bars.

Makarska greift durch und schränkt den Verkauf von Alkohol ein. (Symbolbild) © hurricanehank/Depositphotos/IMAGO

Der Stadtrat von Makarska hat demnach beschlossen, dass Supermärkte, Bäckereien, Kioske und andere Einzelhandelsgeschäfte zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens keinen Alkohol mehr verkaufen dürfen. Makarska ist damit die erste Stadt in ganz Kroatien, die eine solche Maßnahme umsetzt. Bars, Restaurants und Cafés sind ausdrücklich ausgenommen – dort läuft der Ausschank weiter wie bisher, so kroatien-nachrichten.de.

Erste Stadt in Kroatien schränkt Bierverkauf im Supermarkt ein

Auslöser sind die Zustände in der historischen Altstadt und am Stadtstrand während der Sommermonate, wie es in dem Bericht heißt. Massenaufläufe, Ruhestörungen, Vandalismus und Berge von Müll hätten die Geduld der Einwohner erschöpft. Bürgermeister Zoran Paunović machte deutlich, was hinter der Entscheidung steckt: „Unser Ziel ist es, die Ruhe, die Ordnung und eine angenehme Atmosphäre in unserer Stadt zu bewahren – sowohl für unsere Mitbürger als auch für unsere Gäste. Wir wollen, dass Makarska ein lebenswerter und nachhaltiger Ort bleibt.“

Makarska ist eine kleine Stadt mit rund 13.000 Einwohnern – aber ein riesiges Urlaubsziel. Im vergangenen Jahr kamen laut Total Croatia News knapp 340.000 Touristen in die Stadt. Das ist mehr als das 26-Fache der Einwohnerzahl. Der Druck auf die Infrastruktur, die öffentlichen Plätze und die Nerven der Anwohner ist entsprechend enorm. Besonders in den Sommermonaten Juli und August spitzt sich die Lage rund um den Stadtstrand und die engen Gassen der Altstadt regelmäßig zu.

Andere kroatische Städte könnten dem Vorbild von Makarska folgen

Die rechtliche Grundlage für den Schritt lieferte das kroatische Parlament: Ende Mai stimmten 117 von 151 Abgeordneten in Zagreb für eine Gesetzesänderung, die Kommunen das Recht gibt, nächtliche Alkoholverkaufsverbote zu erlassen. Makarska nutzt dieses Instrument als erste. Die Städte Split und Zadar sowie die Insel Hvar haben bereits angekündigt, nachziehen zu wollen. Damit könnte Makarska zum Modell für den Umgang mit Massentourismus an der gesamten dalmatinischen Küste werden. Immer wieder gibt es auch Probleme mit den Abwässern.

Einwohner gespalten über neue Alkohol-Regelung

Nicht jeder in Makarska begrüßt das Verbot. Wie Total Croatia News berichtet, sind die Meinungen unter den Einwohnern gespalten. Manche befürchten, dass die Regelung das falsche Signal sendet – ausgerechnet in einer Stadt, die wirtschaftlich stark vom Tourismus abhängt. Wer weniger trinken kann, könnte auch weniger kommen. Andere hingegen sehen die Maßnahme als längst überfällig an und hoffen auf eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität im Sommer.

Ursprünglich hatte die Stadtverwaltung beim zuständigen Ministerium weiterreichende Befugnisse beantragt – etwa ein Verbot, das sich gezielt auf den Stadtstrand und das Zentrum beschränkt, die Außenbezirke aber ausspart. Das Ministerium lehnte beide Vorschläge ab, weshalb das Verbot nun stadtweit gilt, so makarskanews.com.

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Bürgermeister prognostiziert positiven Effekt auf kleine Betriebe

Die stellvertretende Bürgermeisterin Antonia Radić Brkan sieht auf makarskanews.com in der Regelung noch einen weiteren Vorteil: Das Verbot schütze die lokale Gastronomie vor dem Preiswettbewerb mit großen Supermarktketten, die billigen Alkohol verkaufen. Wer nachts etwas trinken möchte, geht eben in eine Bar – und lässt dort sein Geld. Für die kleinen Betriebe an der Riva könnte das ein willkommener Effekt sein.

Kroatien ist auf den Tourismus angewiesen – 2025 kamen laut dem kroatischen Statistikbüro rund 20,7 Millionen Besucher ins Land, die zusammen 94,8 Millionen Übernachtungen buchten. Die meisten davon kamen aus Deutschland, auch wenn kurzzeitig von alarmierenden Zahlen die Rede war. Gleichzeitig wächst der Unmut in der Bevölkerung über die Kehrseiten des Booms: Lärm, überfüllte Strände, steigende Mieten und eben alkoholbedingte Ausschreitungen. So ging ein Badeort auch bereits gegen einen lästigen Strand-Trend vor. (Quellen: kroatien-nachrichten.de, makarskanews.com, Total Croatia News, Kroatisches Statistikbüro) (jh)