Wie ein neuer KI-Assistent Thüringer Behörden schneller machen soll

Die Thüringer Verwaltung soll digitaler werden: Ab Herbst soll in den Behörden des Freistaats mit der neuen KI-Assistenz F13 gearbeitet werden können. Damit sollen etwa Formulierungshilfen für Behördenschreiben generiert oder Zusammenfassungen erstellt werden können. Im Digitalministerium versichert man, alle KI-generierten Texte würden nachgeprüft.

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Wie ein neuer KI-Assistent Thüringer Behörden schneller machen soll
Bei einer Präsentation des neuen KI-Assistenzsystems F13 ist auf eine Leinwand die Benutzoberfläche projiziert und Zuschauer im Vordergrund machen mit Smartphones Fotos davon

AUDIO: Thüringer Digitalministerium entwickelt eigene KI-Anwendung für die Verwaltung (3 Min)

Digitale Verwaltung

Stand: 15.07.2026 07:14 Uhr

Die Thüringer Verwaltung soll digitaler werden: Ab Herbst soll in den Behörden des Freistaats mit der neuen KI-Assistenz F13 gearbeitet werden können. Damit sollen etwa Formulierungshilfen für Behördenschreiben generiert oder Zusammenfassungen erstellt werden können. Im Digitalministerium versichert man, alle KI-generierten Texte würden nachgeprüft.

von Jan Bräuer, MDR AKTUELL

  • Der KI-Assistent F13 unterstützt Behördenmitarbeiter beim Recherchieren und Verfassen von Schreiben.
  • Die Mitarbeiter müssen KI-generierte Ergebnisse aber überprüfen und den Einsatz der Technik kenntlich machen.
  • F13 basiert als Open-Source-Software auf einem öffentlich zugänglichen und einsehbaren Quellcode.

Erster Stock im Landesrechenzentrum Thüringen in Erfurt. Hier hat Tobias Gräbe sein Büro. Er ist Abteilungsleiter und verantwortlicher Administrator für F13. Das ist keine neue Funktionstaste auf dem Laptop, sondern eine souveräne, modellunabhängige Open-Source-KI.

Entwickelt wurde die Künstliche Intelligenz vom Land Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Saarland und Thüringen. Eine Anwendung für die Verwaltung, die Arbeitsschritte abnehmen und so vieles einfacher und schneller machen soll – demnächst.

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F13 hilft bei Recherche und Schreiben

Gräbe erklärt derweil die wichtigsten Funktionen: Die sind "in drei Rubriken geordnet: Chat, Recherche und Zusammenfassung". Noch ist F13 in der Testphase, hat keinen Internet-Zugang und speist sein Wissen aus einem klar definierten Behörden-Archiv. Wobei die Erprobung weiter reicht als ins Büro von Tobias Gräbe.

Konkret haben ausgewählte Mitarbeiter in verschiedenen Ministerien Zugriff auf die landeseigene KI. Sie lassen sich von F13 Zusammenfassungen zu bestimmen Vorgängen oder Formulierungshilfen für Behördenschreiben entwerfen. Oder sie lassen F13 recherchieren.

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Kontrolle bleibt beim Menschen

Für Milen Starke, Staatssekretärin im Thüringer Digitalministerium, ist in dem Zusammenhang wichtig hervorzuheben: "Grundsätzlich werden alle Ergebnisse, die aus der KI kommen, nachgeprüft. Das ist der sogenannte Human Loop."

Dieses Vorgehen sei vonseiten des Digitalministeriums vorgegeben und auch in der KI-Verordnung festgeschrieben. Die Verordnung hat im Moment den Status einer Muster-Dienstanweisung – also einer Handlungsempfehlung, ohne bindenden Charakter. Verbindlichkeit soll später folgen. Acht Punkte sind aufgeführt. Dazu gehört die Pflicht zur Transparenz, der Einsatz von KI muss gekennzeichnet werden. Dazu gehört auch die Wahrung des Urheberrechts. Und es ist untersagt, Daten aus dem behördlichen Alltag zu nutzen, um damit KI zu trainieren.

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Keine Zusatzkosten für die Entwicklung

F13 werde woanders verbessert, so Milen Starke. "Als Large Language Models – also die KI-Modelle, die dahinter liegen – nutzen wir Open-Source-Modelle wie etwa das Mistral aus Frankreich. Das wird auf Open-Source-Level nachtrainiert und wir können sozusagen die aktualisierten Modelle bei uns einbinden." Open Source bedeutet, dass der Quellcode, das Herz des Programms, öffentlich zugänglich und einsehbar ist.

Deshalb hat die Entwicklung von F13 den Freistaat Thüringen keine zusätzlichen Gelder gekostet. Investitionen werden erst dann nötig, wenn das Programm allen Mitarbeitern der Verwaltung zur Verfügung steht. Dann braucht es neue Hardware: Rechner und Server.

Bislang schöpft F13 seine Leistung nur aus einem Server. Für die Tests reiche der völlig, sagt Administrator Tobias Gräbe: Das Besondere an KI-Servern sei, dass sie Grafik-Prozessoren einsetzten, weil man viele parallele Anfragen starten müsse.

KI-Kompetenzzentrum soll entstehen

Stand jetzt soll ab Herbst das KI-Modell F13 nach und nach in den Thüringer Behörden ausgerollt werden und einsatzbereit sein. Laut Digitalstaatssekretärin Milen Starke ist das nur ein Schritt auf dem Weg zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz.

Denn parallel dazu soll im Freistaat ein Kompetenzzentrum entstehen, was nicht nur die Mitarbeiter schult, sondern auch mögliche weitere Anwendungen oder gar neue KI-Systeme für die Verwaltung erforschen soll.