"Absolut erstaunlich": 13 Sportlerinnen und Sportler aus Nauen bei WM in Berlin
Wenn in dieser Woche in Berlin WM-Titel im Kickboxen vergeben werden, ist auch ein beachtliches Aufgebot aus Nauen am Start. Melissa Emperhoff hat dort vor zehn Jahren den SC Empi gegründet – und nimmt gerade unter Mädchen und Frauen ein wachsendes Interesse am Kampfsport wahr.
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Kickboxen
“Absolut erstaunlich”: 13 Sportlerinnen und Sportler aus Nauen bei WM in Berlin
- Weltmeisterschaften im Kickboxen finden diese Woche (3. bis 9. August) in Berlin statt
- Insgesamt rund 2.000 Athletinnen und Athleten aus aller Welt
- Nauen mit 13 Sportlerinnen und Sportlern vertreten
- Brandenburger Verein SC Empi verzeichnet wachsendes Interesse am Kampfsport - gerade unter Mädchen und Frauen
In dieser Woche (3. bis 9. August) kämpfen in Berlin rund 2.000 Athletinnen und Athleten aus aller Welt um WM-Titel im Kickboxen. Im Estrel Hotel an der Sonnenallee kürt der Weltverband WKU die neuen Champions.
Mit dabei: 13 Sportlerinnen und Sportler aus Nauen (Havelland), die in insgesamt 27 Disziplinen an den Start gehen – wobei die Jüngste acht Jahre alt ist und die Ältesten Ende vierzig sind.
Ob Leicht- oder Vollkontakt: "Höchster Respekt"
"Alle Sportfans erwartet bei der WM auf jeden Fall viel Adrenalin, Disziplin, Ehrgeiz, Mut, Wille und Respekt", sagt die Nauener Trainerin Melissa Emperhoff vorab im Gespräch mit dem rbb. "Ich komme selbst aus dem Karate und finde es immer wieder unfassbar, dass man sich dort mit höchstem Respekt auf der Matte begegnet – egal in welcher Disziplin, vom Leichtkontakt bis zum Vollkontakt."
Im Jahr 2016 hat Emperhoff in Nauen den Verein SC Empi gegründet, seitdem ist sie dort als Trainerin tätig. Die jüngsten Entwicklungen im Nauener Kickboxen nennt sie "absolut erstaunlich". Bei der WM im Vorjahr in Trier sei ihr Verein "am Ende mit vier Finals und insgesamt fünf Medaillen da rausgegangen", so Emperhoff. "Das ist atemberaubend. Wir haben keine Sekunde jemals daran geglaubt – weder ich noch die anderen drei Trainer. Wir wollten dabei sein, den Kindern ein schönes Erlebnis bieten und auf einmal war der Erfolg so groß. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind."
WM aus Abu Dhabi nach Berlin verlegt
In diesem Jahr wollten sie die WM, die ursprünglich in Abu Dhabi stattfinden sollte, aufgrund der weiten Entfernung und hohen Kosten eigentlich auslassen, "um uns auf Technik und Taktik zu konzentrieren und alles stabiler aufzubauen". Als dann vor etwa drei Monaten aber bekanntgegeben wurde, dass die WM aufgrund des Krieges im Nahen Osten nach Berlin verlegt werden soll, hätten sie versucht, "noch spontan Punkte zu sammeln und ein Paar nominiert zu bekommen."
Die 13 Starter in 27 Disziplinen seien nun "ein unfassbarer Erfolg. Wir können aber nicht erwarten, dass wir wieder in fünf Finals kommen. Wenn wir in ein Finale kommen, wäre das schon ein riesiger Erfolg", betont Emperhoff.
Dass das Interesse an den "sehr männerdominierten" Sportarten Kickboxen und Karate auch im weiblichen Bereich weiter steige, freut sie sehr. Im SC Empi sei das Verhältnis im Kampfsport "aktuell bei 51 Prozent Mädchen und 49 Prozent Jungs", so Emperhoff. "Im Training merkt man das schon immer mehr, der Wettkampf hat noch etwas auf sich warten lassen. Denn der Mut, zum Training zu gehen, ist doch nochmal ein anderer als der Mut, in den Ring zu steigen", sagt sie mit einem Schmunzeln.
"Die Angst davor verlieren, etwas abzubekommen"
Im Vorjahr hätte sie so auch bereits zwei Karateka mit zur Kickbox-WM genommen, "um die Angst davor zu verlieren, etwas abzubekommen. Die kleine Lotti Fürst wurde [als Achtjährige; Anm. d. Red.] sogar doppelte Weltmeisterin und ihre Schwester Paula Drittplatzierte."
Bei der WM in Berlin seien nun "sogar vier Mädels dabei, die direkt vom Kickboxen kommen und sich trauen, in den Ring zu steigen und sich bei der WM zu behaupten."
Eine von ihnen ist die neunjährige Clara, die vor etwa einem Jahr mit Karate und Kickboxen angefangen und schon große Ziele hat: "Ich habe paar Träume", sagt sie. "Im Kickboxen möchte ich probieren, weiterzukommen und Weltmeisterin zu werden."
Vielleicht kann sich Nauen also schon bald über eine neue Titelträgerin im Kickboxen freuen.
Sendung: rbb|24, 03.08.2026, 22:30 Uhr
Audio: rbb|24, 03.08.2026, Anton Fahl im Gespräch mit Melissa Emperhoff
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