Kickers Offenbach und der Leitfaden für weniger Leiden

Nach den Highlights gegen Leverkusen und Stuttgart naht für Kickers Offenbach der Regionalliga-Alltag. Ein Alltag, den der OFC mit mehr Demut als in manch Jahren zuvor anzugehen scheint. Die Fans tragen ihren Teil mit einem Leitfaden bei.

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Kickers Offenbach und der Leitfaden für weniger Leiden

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Nach Testspiel-Highlights naht Regionalliga-Start Der OFC und sein Leitfaden für weniger Leiden

Nach den Highlights gegen Leverkusen und Stuttgart naht für Kickers Offenbach der Regionalliga-Alltag. Ein Alltag, den der OFC mit mehr Demut als in manch Jahren zuvor anzugehen scheint. Die Fans tragen ihren Teil mit einem Leitfaden bei.

Kürzlich noch Hessenliga-Kicker für Walldorf, jetzt Torschütze gegen Erstligist Stuttgart: OFC-Stürmer Benedikt von Hagen.

Kürzlich noch Hessenliga-Kicker für Walldorf, jetzt Torschütze gegen Erstligist Stuttgart: OFC-Stürmer Benedikt von Hagen. Bild © IMAGO

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00:37 Min.|29.07.26|Simon Schäfer

Bild © IMAGO / Jan Huebner| zur Audio-Einzelseite

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180 Minuten Fußball, kumulierte 18.337 Fans und eine 2:11-Niederlage gegen zwei Bundesliga-Topteams: Die Viertligakicker der Offenbach Kickers haben zuletzt wahrlich einiges erlebt, oder wie Benedikt von Hagen sagt: "Wahnsinn!" Der OFC-Stürmer, ein angehender Arzt, der vergangene Saison noch bei Hessenligist RW Walldorf auf Torejagd ging, erzielte am Mittwochabend den Ehrentreffer beim 1:8 gegen Champions-League-Klub VfB Stuttgart. Nur drei Tage vorher hatten die Kickers sich gegen Bayer Leverkusen mit einem 1:3 noch etwas achtbarer aus der Affäre gezogen. Sei’s drum, "das Erlebnis zählt", so der Offenbacher Trainer Mark Zimmermann.

Der hatte kräftig durchgemischt für das Stuttgart-Spiel, alle Spieler eingesetzt, die vorher gegen Leverkusen nicht oder nur kurz zum Einsatz kamen. Das entsprechend deutlich verjüngte Team war nicht nur deshalb chancenlos. "Stuttgart hatte auch richtig Bock", so Zimmermann.

Fans überreichen "Rot-Weißen Leitfaden" ans Team

Auf die Vorbereitungs-Highlights folgt für die Kickers bald der Alltag, jener, der in den vergangenen Jahren so oft so frustrierend daherkam. Der Tiefpunkt vom Tiefpunkt war keine selten genommene Überschrift in der mittlerweile schon 13 Jahre andauernden Viertliga-Tristesse des hessischen Traditionsklubs.

Nun also nimmt der OFC einen neuen Anlauf. Vom Aufstieg wird dabei bisher nicht geredet, unter Zimmermann ist spürbar mehr Demut als in manch Jahren zuvor eingekehrt bei den Kickers. Im Jahr des 125. Geburtstags überreichten die Fans den Spielern nach dem Stuttgart-Spiel passend dazu einen "Rot-Weißen Leitfaden" mit Grundsätzen, die es unbedingt zu beachten gilt. Ein zentraler Satz darin: "Wir glauben an harte Arbeit, Disziplin und Zusammenhalt."

Videobeitrag Träume, Kult, Skandale – 125 Jahre Kickers Offenbach

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OFC-Spieler wollen "etwas zurückgeben"

Die Spieler scheinen verstanden zu haben, wie Mittelfeldspieler Robin Krauße sagt. Der Leitfaden zeige, welch Ehrgeiz und Herzblut die Fans hätten, so der zweit- und drittliga-erfahrene Neuzugang. "Die Leute leiden seit Jahren. Es geht darum, ihnen etwas zurückzugeben." Neben guten Ergebnissen sei das in erster Linie die Körpersprache und der nötige Einsatzwillen. Solch ein Jubiläumsjahr könne aber auch zusätzliche Energie freisetzen, hofft Krauße, "wir wissen, für welchen Verein wir spielen". Einen mit viel Tradition und Wucht und Bedeutung für die Menschen.

Für OFC-Trainer Zimmermann geht es darum, ab dem ersten Spiel Vollgas zu geben, "für uns und für die Leute". Am Samstag steht den Kickers noch die Generalprobe gegen Drittliga-Aufsteiger Fortuna Köln bevor, ehe es am 8. August ernst wird vor eigenem Publikum in der Liga gegen Astoria Walldorf. Die Zeit der frei Haus gelieferten Testspiel-Höhepunkte ist erst einmal vorbei, nun müssen die Spieler für weitere Höhepunkte selbst schuften – damit sie und die Fans endlich weniger leiden.