Kita Jahnstraße reißt Asphalt raus – und baut unterirdische Zisternen

Die Stadt Verden entsiegelt das 1.500 Quadratmeter große Außengelände der Kita Jahnstraße komplett. Ein unterirdisches System sammelt Starkregen in Mulden und leitet ihn durch Rigolen in Zisternen.

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Kita Jahnstraße reißt Asphalt raus – und baut unterirdische Zisternen

Stand: 22.07.2026, 19:00 Uhr

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Eine Frau mit zwei Männer steht uner Bäumen im Gespräch.

Holzhackschnitzel statt blanker Asphalt: Kezia Raabe und Ralf Heinrich von der Stadtverwaltung erklären gemeinsam mit Bürgermeister Lutz Brockmann, was auf dem Gelände der Kita wo hinkommt (v.l.). © Wienken

Die Stadt Verden entsiegelt das 1.500 Quadratmeter große Außengelände der Kita Jahnstraße komplett. Ein unterirdisches System sammelt Starkregen in Mulden und leitet ihn durch Rigolen in Zisternen.

Verden – Soviel ist sicher, die Kinder der Kita Jahnstraße dürften aus dem Staunen kaum herauskommen, wenn sie nach den Ferien durch das Tor kommen: Bagger und Raupe, Pflastersteine, tonnenweise Holzhackschnitzel, ordentlich was los im Sandkasten. Wo sonst grauer Asphalt lag, herrscht plötzlich jede Menge Betrieb vor ihren Fenstern. „Für die Kinder ist das einfach nur spannend, weil sie es schon von der benachbarten Schule kennen und nun auch ihre Außenfläche, wo sie spielen, komplett neugestaltet wird“, sagte Kezia Raabe von der Stadt Verden in einem Pressegespräch.

Baufahrzeuge auf einem Gelände im Einsatz

Das gesamte Gelände der Kita Jahnstraße wird umgestaltet. © Wienken

Was auf dem Gelände ober- und unterirdisch entsteht, soll vor allem die Temperaturen im möglichst normalen Rahmen halten. Lutz Brockmann nahm die Gesprächspartner aus der prallen Sonne dann auch mal gleich mit in den Schatten, vom Steinpflaster auf die entsiegelte Fläche unter Linden. Nicht nur der Duft frisch geschlagenen Holzes stieg einem wohltuend in die Nase, auch die Luft wurde deutlich angenehmer und kühler. „Klimaanpassung da, wo bislang der Asphalt die Umgebung aufheizte“, erklärte der Bürgermeister.

Damit das Klima sich um die Kita dauerhaft abkühlen kann, bleibt auf dem circa 1.500 Quadratmeter großen Areal fast nichts, wie es war. „Asphalt und versiegelte Bereiche werden entfernt und durch wasserdurchlässige Beläge und Grünflächen ersetzt“, erklärte Ralf Heinrich, Fachbereich Gebäudeunterhaltung. Wo früher das Wasser schon mal mehr als knöchelhoch auf dem Hof stand, kümmert sich künftig ein ausgeklügeltes Entwässerungssystem um die Entsorgung. Heinrich wies auf Mulden, wo sich Starkregen sammelt, unterirdisch durch Rigolen und dann in Zisternen fließt. „Nichts geht verloren, alles bleibt auf der Fläche“, so Heinrich.

Viel Wasser, von der die Vegetation drumherum profitieren soll. Angelegt werden zusätzliche Beete, in denen heimische Stauden, Gräser und Gehölze wachsen, dazu Schatten spenden und Insekten neuen Lebensraum bieten. Passend dazu rücken statt der klassischen Spielgeräte aus Metall naturnahe Angebote auf das Gelände, bilden einen besonderen Lern- und Erlebnisraum.

Wo nicht entsiegelt wird, kommt statt Asphalt locker verlegtes Pflaster auf die Fläche. Ralf Heinrich weist auf sandfarbene Betonsteine. Kunstvoll und mit breitem Abstand verlegt, kann in den Fugen sich sammelnder Regen verdunsten und sich als kühler Schleier über den angrenzenden Garten verteilen. Hoch- und Kräuterbeete bieten den Kindern zudem Gelegenheit, erste erfolgreiche gärtnerische Experimente zu starten, Radieschen und Salat kennenzulernen.

Umbau und -gestaltung werden die Kinder auch nach den Ferien noch ein Weilchen begleiten. „Es wird nicht langweilig, die freuen sich Tag für Tag darauf“, zeigte sich Kezia Raabe sicher. Knapp 1,1 Millionen Euro fließen in das Projekt, davon etwas mehr als die Hälfte aus Fördermitteln. Bei der Jahnschule wurden circa 1,5 Millionen Euro investiert, davon fließen 60 Prozent aus Fördertöpfen. Ist der letzte Stein gesetzt, schließt damit das Kapitel der gemeinsamen Neu- und Umgestaltung des Außenbereiches von Jahnschule und Kita.