„Klimaschule“: Gymnasium startet Zehn-Punkte-Plan zur Zertifizierung

StartseiteLokalesMünchen LandkreisUnterföhringStand: 31.07.2026, 13:38 UhrKommentareUns auf Google folgenDie 17 Nachhaltigkeitsziele präsentieren (v.l.) Betina Mäusel (Schulleitung), Sarah Weigand (Projektleitu...

  • 3 min read
„Klimaschule“: Gymnasium startet Zehn-Punkte-Plan zur Zertifizierung

Stand: 31.07.2026, 13:38 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Unterföhring, Klimatag am Gymnasium, 23.07.2026Foto: MichalekDie 17 Nachhaltigkeitsziele mit vlnr.: Betina Mäusel (Schulleitung), Sarah Weigand (Projektleitung), Sebastian Schicho (Projektleitung) und Lisa Woldrich (Gastreferentin von der Universität Passau)

Die 17 Nachhaltigkeitsziele präsentieren (v.l.) Betina Mäusel (Schulleitung), Sarah Weigand (Projektleitung), Sebastian Schicho (Projektleitung) und Lisa Woldrich (Gastreferentin von der Universität Passau). © Dieter Michalek

Das Gymnasium Unterföhring will bis 2027 als Klimaschule zertifiziert werden. Dafür müssen alle mitmachen – vom Hausmeister bis zu den Eltern.

Unterföhring – Das Gymnasium in Unterföhring will „Klimaschule“ werden. Dafür gilt es, den CO₂-Fußabdruck der Schule zu ermitteln und Möglichkeiten der Optimierung zu eruieren. Am Ende eines aufwendigen Zehn-Schritte-Plans winkt im Idealfall die Zertifizierung zu Beginn des Schuljahres 2027/28. Mit einem Klimatag hat sich das Gymnasium ganz offiziell auf den Weg gemacht.

Unterföhring, Klimatag am Gymnasium, 23.07.2026Foto: MichalekLeonie (14) und Emilia (13) errechnen gemeinsam ihren CO2 Fußabdruck

Ihren CO₂-Fußabdruck errechnen Leonie (14) und Emilia (13) gemeinsam. © Dieter Michalek

„Meilenstein“ auf dem Weg zur Klimaschule ist die Bestimmung des eigenen CO₂-Fußabdrucks. Am Klimatag beteiligten sich alle Schüler und ihre Lehrer. Nur wenn die gesamte Schulfamilie rückhaltlos ihren Beitrag leistet, kann das Gymnasium Klimaschule werden, teilte Rektorin Betina Mäusel in der Schulaula mit: Alle müssen mitmachen, vom Hausmeister und den Lehrkräften bis zu Schülern und den Eltern.

Zuständig für das Projekt Klimaschule sind am Gymnasium die Lehrer Sarah Weigand und Sebastian Schicho. Während die älteren Schüler in der Aula eine Präsentation über nachhaltiges Wassermanagement genossen, beschäftigten sich die Jüngeren in ihren jeweiligen Klassen mit altersgerechten Projekten: über den Wert und den Nutzen von Vintage- oder Second-Hand-Mode, wie man aus Milchtüten Geldbeutel herstellt und weshalb es nicht jedes Jahr ein neues Smartphone sein muss.

Fragen zum sinnvollen Umgang mit Ressourcen, über klimafreundliche Mobilität und nachhaltige Ernährung stehen fortan im Vordergrund eines Prozesses, in dem es zunächst einmal darum geht, Wissen und Werte zu vermitteln. „Wissen“, so Schulleiterin Mäusel, „um positive Veränderungen herbeizuführen.“ Werte, um Themen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit verantwortungsbewusst zu handeln.

Derart ausgestattet mit Bildung und dem Wissen um Verantwortlichkeit, sollen die Schüler nach Möglichkeit auch als Multiplikatoren wirken, sagte Weigand. Wenn es darum geht, den ermittelten Fußabdruck der Schule zu modifizieren, müssen auch jene mithelfen, die Schule längst hinter sich gebracht haben. Mobilität (der Weg zur Schule) und Ernährung wirken maßgeblich auf das Endergebnis ein.

Klimaschule ist ein Projekt von Bund und Ländern. Zuständig sind die jeweiligen Bundesländer, in Bayern maßgeblich das Kultus- und das Umweltministerium. Der Fußabdruck der Schule wird in Zusammenarbeit mit dem Klimamanager der Gemeinde Unterföhring bestimmt.

Unterföhring, Klimatag am Gymnasium, 23.07.2026Foto: MichalekLukas (11) und sein Ernährungsheft.Er will künftig mehr Obst und gemüse statt Chips und Süßes essen.

Lukas (11) und sein Ernährungsheft: Er will künftig mehr Obst und Gemüse statt Chips und Süßes essen. © Dieter Michalek

Neben einem guten Gewissen sind mit der Zertifizierung eine Statusaufwertung des naturwissenschaftlich-technologischen und sprachlichen Gymnasiums an der Mitterfeldallee verbunden, mithin Renommee. Es winken Förderprogramme, die Gelegenheit zu Fortbildung und Fördergelder. Ein vom Umweltministerium jährlich ausgelobter Sonderpreis für außergewöhnliches Engagement lockt mit Preisgeldern, Praktika und Exkursionen sowie einer virtuellen Reise durchs Weltall mit VR-Brillen im Spacebuzz One der Deutschen Raumfahrtagentur für die Jüngsten.

Je nach Engagement wird in Gold, Silber und Bronze zertifiziert. Nach Ablauf von vier Jahren darf die Schule eine Rezertifizierung beantragen. Dann ist es auch möglich, sich von Bronze auf Silber oder auf Gold zu verbessern.