Kolumne Meine Woche: Verkehrsminister muss Posten räumen: Ein unwürdiger Abgang für Schnieder

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Kolumne Meine Woche: Verkehrsminister muss Posten räumen: Ein unwürdiger Abgang für Schnieder

Kolumne Meine Woche Verkehrsminister muss Posten räumen: Ein unwürdiger Abgang für Schnieder

Meinung | Berlin · Der Bundesverkehrsminister ist noch nicht offiziell entlassen, hat aber seinen Abschied schon intern kommuniziert. Für die Region ist das eine schlechte Nachricht.

24.07.2026 , 18:17 Uhr

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), hier auf der dänischen Baustelle des Fehmarnbelttunnels.

Foto: Frank Molter/dpa/Frank Molter

Patrick Schnieder ist unter Kolleginnen und Kollegen im Bundestag beliebt, nicht nur in der Union: Der CDU-Politiker ist kein Lautsprecher, schon bevor er Minister wurde, hatte er sich aber immer wieder für Verkehrsprojekte in unserer Region eingesetzt – egal ob es um den A1-Lückenschluss ging, den Ausbau der Eifelstrecke oder den Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe.

Als er vor 14 Monaten zum Verkehrsminister ernannt wurde, war die Hoffnung gerade in unserer Heimat groß, dass die Gelder aus dem Infrastrukturpaket für diese und andere Vorhaben genutzt würden. Und immerhin: Bei der A1 gab es deutliche Fortschritte.

Schnieder hat die aktuelle Situation nicht verdient

Der überraschende Abschied Schnieders als Minister ist noch nicht offiziell verkündet, doch er selbst hat diesen intern schon kommuniziert. Weil Bundeskanzler Friedrich Merz aber eine Absage seines Wunschkandidaten erhalten hat, ist Schnieder nun ein Minister, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum längst überschritten ist. Es ist eine Situation, die der „Eifelturm“ nicht verdient hat und für die er zumindest so nichts kann.

Überhaupt ist Schnieders Abgang überraschend: Ja, er ist nach außen bisher nicht groß aufgefallen und beim Wechsel an der Bahn-Spitze gab es etwa einige Schwierigkeiten. Zudem war zu hören, dass Schnieder in seinem eigenen Ministerium zu kämpfen hatte – bei der Eifelstrecke verschickte sein Haus etwa eine Mitteilung, von der er gar nichts wusste und die gegen seine eigenen Vorstellungen sprach.

Hat Kanzler Merz schlicht die Geduld verloren?

Doch eines ist auch klar: Gerade bei der Bahn ist in den vergangenen Jahren so viel versäumt worden, dass Schnieder nicht in einem Jahr alles umbauen konnte. Es scheint so, als ob Merz schlichtweg die Geduld verloren hat und schnelle Erfolge sucht – die konnte der Eifeler nicht vorweisen. Der Kanzler nahm Schnieder zudem wohl dessen offene, aber realistische Aussage übel, dass im Verkehrsbereich noch viel mehr Geld notwendig sei, um alle Baustellen anzugehen.

Für unsere Region ist Schnieders Abgang eine schlechte Nachricht – es ist nicht davon auszugehen, dass der Nachfolger oder die Nachfolgerin auch nur annähernd ähnliche Prioritäten setzen wird.

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