Kretschmer gegen Merz: „Wer noch über Brandmauern redet, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt“
tzPolitikKretschmer stellt Merz’ Brandmauer infrage – „Müssen mit jedem reden, der reden will“Stand: 22.07.2026, 14:06 UhrKommentareUns auf Google folgenSachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer will die Br...
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Kretschmer stellt Merz’ Brandmauer infrage – „Müssen mit jedem reden, der reden will“
Stand: 22.07.2026, 14:06 Uhr
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Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer will die Brandmauer zur AfD kippen – und könnte damit die Bundes-CDU provozieren.
Dresden – Die aktuellen politischen Mehrheitsverhältnisse in Ostdeutschland sind, wie sie sind: Die AfD im Aufwind, die CDU in Minderheitsregierungen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer attackiert deshalb den Kurs der eigenen Parteispitze und fordert das Aus für die „Brandmauer“ zur AfD.

„Wer noch über Brandmauern redet, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wir müssen mit jedem reden, der reden will“, sagte er dem Handelsblatt (21. Juli). Angesichts der völlig veränderten politischen Landschaft im Osten verlangte Kretschmer eine pragmatische Kehrtwende: „Wir müssen mit jedem reden, der reden will.“ Der Begriff der Brandmauer steht für die Positionierung der Parteien, nicht mit der AfD zu kooperieren.
CDU-Machtkampf vor Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Kanzler Merz hält an Brandmauer fest
Kretschmer geht damit auf vollen Konfrontationskurs zur Bundes-CDU unter Friedrich Merz, die eisern an der unumstößlichen Trennlinie zur AfD festhält. Der Bundeskanzler hatte vor einer Woche bei seiner Sommerpressekonferenz bekräftigt, die CDU werde nicht mit AfD und Linke zusammenarbeiten. „Wir haben hier klare Parteitagsbeschlüsse, und ich habe keinen Anlass daran zu zweifeln, dass wir die einhalten“, sagte er. Die Frage, was geschieht, wenn es ohne die Linke nicht reicht für eine Mehrheit jenseits der AfD, beantwortet er nicht.
Umfragen zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Droht Magdeburg die politische Blockade?
Woher Kretschmers Vorstoß kommen könnte, zeigt das drohende politische Patt im Nachbarland: Gut sechs Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 steuert das Bundesland auf ein historisches Szenario zu. Die AfD dominiert die jüngsten Juli-Umfragen von Infratest dimap und INSA unangefochten mit Werten um die 41 Prozent, während die CDU abgeschlagen bei etwa 26 Prozent verharrt.
Da etablierte Kräfte wie SPD, Grünes Bündnis und Linke massiv um das Überleben an der Fünf-Prozent-Hürde bangen, rückt eine klassische Regierungsbildung jenseits der AfD in die Ferne. Ohne neue Bündnisideen droht Magdeburg nach dem Wahltag die vollkommene Blockade. Behörden und zivilgesellschaftliche Akteure stellen sich hinter den Kulissen bereits auf turbulente Zeiten ein, in denen das politische Gefüge des Landes grundlegend erschüttert werden könnte.
Konsultationsmechanismus in Dresden: „AfD schadet dem Land“
Kretschmer habe im Landtag in Dresden einen „Konsultationsmechanismus“ etabliert, der allen Fraktionen offensteht, berichtet die Tagesschau. „Die AfD ist die einzige Fraktion, die von vornherein gesagt hat: Wir beteiligen uns nicht“, so der Landesregierungschef. Sie setze darauf, dass die Regierung scheitere. „Eine Partei wie die AfD schadet dem Land.“ (Quellen: Handelsblatt, Tagesschau, dpa, vorherige Berichterstattung) (frs)