Kritik von Verdi: Toilettengang beim Sicherheitspersonal am Flughafen Düsseldorf nur nach Anmeldung?

In den Sommerferien machen sich Tausende vom Airport auf den Weg in die Welt. Kurz vor dem Start der Ferienzeit hat die Bundespolizei trotzdem die Personalstärke bei der Fluggastkontrolle reduziert. Von der Gewerkschaft hagelt es Kritik.

  • 3 min read
Kritik von Verdi: Toilettengang beim Sicherheitspersonal am Flughafen Düsseldorf nur nach Anmeldung?

Kritik von Verdi Toilettengang beim Sicherheitspersonal am Flughafen Düsseldorf nur nach Anmeldung?

24.07.2026 · 06:45 Uhr

Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes am einer Kontrollstation im Düsseldorfer Flughafen (Archivfoto).

Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes am einer Kontrollstation im Düsseldorfer Flughafen (Archivfoto).

Foto: dpa/Marcel Kusch

Düsseldorf · In den Sommerferien machen sich Tausende vom Airport auf den Weg in die Welt. Kurz vor dem Start der Ferienzeit hat die Bundespolizei trotzdem die Personalstärke bei der Fluggastkontrolle reduziert. Von der Gewerkschaft hagelt es Kritik.

Zum Beginn der Ferienzeit kann es am Flughafen mal etwas voll werden bei der Sicherheitskontrolle vor den Gates. Gleichzeitig hat die Bundespolizei als Fachaufsicht an der Stelle das Kontrollpersonal reduziert. Darauf machte die Gewerkschaft Verdi aufmerksam.

In einer Stellungnahme kritisiert Gewerkschaftssekretär Özay Tarim das Vorgehen als inakzeptabel. „Wer in der Luftsicherheit Verantwortung trägt, darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten sparen“, so Tarim. Die Mitarbeitenden arbeiteten „dauerhaft unter Druck“, müssten gefährliche Gegenstände erkennen und die Gäste kontrollieren. „Diese Tätigkeit verlangt höchste Aufmerksamkeit“, so Tarim. Man könne nicht einfach Personen herausnehmen und „hoffen, dass der Rest das schon irgendwie auffängt“.

Bundespolizei bestätigt Personalreduzierung

Ein Sprecher der zuständigen Bundespolizeidirektion bestätigt die Personalreduzierung. Die Erklärung: „Wir haben im Zuge unserer obliegenden Fachaufsicht festgestellt, dass der Personalansatz in den Sicherheitskontrolllinien aufgrund der definierten Arbeitsfolgeprozesse zu hoch war.“ Es sei mehr Personal im Einsatz gewesen als tatsächlich erforderlich. Dadurch hätten sich auch höhere Personalkosten ergeben, was sich entsprechend auf die Luftsicherheitsgebühr „und damit auch auf die Flugticketpreise“ ausgewirkt hätte, wie der Bundespolizeisprecher sagt.

Er betont jedoch, dass die Reduzierung des Personals keinen Einfluss auf die Gesamtdauer der Personen- und Handgepäckkontrolle habe und auch nicht auf die Sicherheit. „Im Übrigen wurden und werden selbstverständlich alle Arbeitsschutzvorschriften eingehalten“, heißt es weiter.

Abmeldung auch für Toilettengänge

Gewerkschafter Tarim sieht seine Kritik nach den ersten Berichten der Beschäftigten dennoch bestätigt. Die Mitarbeitenden der Personenkontrolle müssten sich demnach selbst für simple Toilettengänge an- und wieder abmelden. Der Arbeitgeber habe das damit begründet, dass es mehrfach zum Stillstand an einigen Kontrollspuren gekommen sei, weil Mitarbeitende gleichzeitig eine Toilette aufgesucht hätten. „Wenn bereits ein normaler Toilettengang dazu führt, dass einzelne Kontrollpositionen innerhalb eines Kontrollteams nicht mehr besetzt sind und die Bundespolizei deshalb Kontrollstellen zeitweise anhalten oder schließen muss, liegt das Problem nicht bei den Beschäftigten“, so Tarim. Das Problem sei die Personalplanung.

Die Bundespolizei verwies auf Nachfrage unserer Redaktion auf das Sicherheitsunternehmen, das das Personal der Fluggastkontrolle stellt. Auf eine kurzfristige Anfrage äußerte sich dieses nicht.

Vom Flughafen selbst heißt es auf Nachfrage unserer Redaktion, zu „betrieblichen Themen einzelner Unternehmen“ äußere man sich nicht. Entscheidend sei, dass die Kontrollstellen und andere Abfertigungsbereiche „entsprechend dem koordinierten Verkehrsaufkommen betrieben werden und unseren Gästen verlässliche, zügige Abläufe geboten werden“, wie ein Sprecher sagt.

Meistgelesen

Mehr zum Thema

Aktuell wichtig