Kurzurlaub in der Vergangenheit
Land und Leute heute – kennen wir. Aber wie war das Land, wie waren die Leute früher?Geschichtsbücher erzählen, was war. Aber wie spannend wäre es, wenn Vergangenheit tatsächlich erlebbar wird? Wenn wir Land un...
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Land und Leute heute – kennen wir. Aber wie war das Land, wie waren die Leute früher?
Geschichtsbücher erzählen, was war. Aber wie spannend wäre es, wenn Vergangenheit tatsächlich erlebbar wird? Wenn wir Land und Leute mit den Augen derer sehen, die nicht mehr da sind? Wenn wir den Blick auf eine Zukunft richten könnten, die wir selbst sind? In Eisenstadt ist das auf faszinierende Weise möglich.
Vor knapp 15 Monaten öffnete die „Stadtvilla“ im ehemaligen Dr.-Kauer-Haus in der Pfarrgasse ihre Tore und führt die Besucher durch 100 Jahre Stadt- und Stadtbewohnergeschichte in eine Zeit, die man spüren und erleben kann, und die man auf fünf verschiedene Arten zu hören bekommt. Das geniale Konzept, dass man per Audioguide von fünf Gastgebern (vom Herrn Doktor bis zum Haushund – noch dazu von prominenten Stimmen eingesprochen, aber mehr wird nicht verraten) durch das ehemalige Wohnhaus und die Ordination geführt wird, sorgt dafür, dass man sich auch beim fünften Besuch keine Sekunde langweilt.
Joseph Haydn lebt
Kopfüber ins Leben des 18. Jahrhunderts taucht man in der Haydngasse ein. Im einstigen Wohnhaus des Esterházyschen Hofkapellmeisters Joseph Haydn begrüßt nun dessen Ehefrau die Besucher. Das bringt einen spannenden Perspektivwechsel. Denn während früher im Haydnhaus einige verstaubte Exponate zu sehen und alte Zöpfe zu hören waren (etwa die Geschichte, dass Haydns Frau seine Kompositionsblätter als Papierlockenwickler verwendet habe), wird man jetzt in das „echte“ Leben zu dieser Zeit eingeführt und hört andere Töne über die nicht ganz harmonische Ehe. Dazu gibt’s ein Kinderprogramm, kulinarische Abendführungen und Salonkonzerte.
Stadtvilla und Haydnhaus sind zwei Beispiele, wie Land und Leute historisch erlebbar werden. Wer einst Patient bei Dr. Kauer war, hat bei Betreten der Praxis sofort den strengen Geruch von damals in der Nase. Das ist lebendige Geschichte.
kurier.at, PEKO | 22.07.2026, 6:08