Lindsey Graham: Büro nennt Aortendissektion im Herzen als Todesursache
Bisher war von einer »kurzen und plötzlichen Erkrankung« die Rede, die zum Tod von US-Senator Lindsey Graham geführt habe. Jetzt liegen erste Erkenntnisse aus der medizinischen Untersuchung seines Leichnams vor.
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Die Nachricht kam am Wochenende völlig unerwartet. Während sich die meisten Spekulationen eher um den Gesundheitszustand von Mitch McConnell drehten (mehr hier), war es der Tod seines republikanischen Senatskollegen Lindsey Graham, der die US-Hauptstadt erschütterte. Der Politiker war mit 71 Jahren verstorben, offiziell nach einer »kurzen und plötzlichen Erkrankung« (mehr dazu hier).
Schnell war von Herzproblemen die Rede gewesen, nun bestätigt ein vorläufiges Untersuchungsergebnis der Rechtsmedizin in Washington, D.C. diese Variante. Am späten Sonntagabend teilte Grahams Büro mit, der Politiker habe eine Aortendissektion erlitten. Dabei kommt es zu einem lebensbedrohlichen Riss in den Wandschichten der Hauptschlagader. Auslöser war demnach vermutlich die Gefäßerkrankung Atherosklerose, bei der Blutgefäße durch Ablagerungen verengt werden. Offiziell kann die Todesursache aber erst nach Vorlage von weiteren Tests festgestellt werden.
Nach dem plötzlichen Tod des Politikers waren schnell Forderungen nach einer gründlichen Untersuchung der Todesursache laut geworden. Meaghan Mobbs, die Tochter von Keith Kellogg, Donald Trumps früherem Ukraine-Gesandten, schrieb auf der Onlineplattform X, die Antwort »Herzstillstand« sei nicht ausreichend. Dieser Post war vor der jüngsten Stellungnahme durch Grahams Büro abgesetzt worden.
Angesichts der Bedrohungslage, der Identität der Gegner Amerikas und der herausragenden Rolle, die Senator Graham im Kampf gegen sie gespielt habe, habe das amerikanische Volk ein Recht auf Gewissheit. Graham war kurz vor seinem Tod von einer Reise in die Ukraine zurückgekehrt.
Politiker war lauter Unterstützer der Ukraine
Mobbs forderte »eine vollständige gerichtsmedizinische Obduktion, die Aufbewahrung aller relevanten biologischen Proben, umfassende toxikologische und histologische Untersuchungen sowie die Einbeziehung der Strafverfolgungs- und Spionageabwehrbehörden.«
Aus diesen Worten geht hervor, dass Mobbs vermutet, Russland könnte etwas mit dem unerwarteten Tod des 71 Jahre alten Politikers zu tun haben, ihn etwa vergiftet haben. Viele andere Kommentatoren in den sozialen Netzwerken äußerten diesen Gedanken am Sonntag ganz unverblümt.
Graham war einer der lautesten Unterstützer der Ukraine innerhalb der Republikanischen Partei. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Sonntagmorgen geschrieben, er sei tieftraurig über den Tod von Graham, einem »wahren Verteidiger der Freiheit«. Der Senator habe die Ukraine seit Kriegsbeginn zehnmal besucht, so Selenskyj. Man sei in ständigem Kontakt gewesen. Allein in der vergangenen Woche habe er Graham zweimal getroffen.