Ansturm auf Ceuta: Mehr als 1000 Migranten schwimmen nach Spanien

Mehr als tausend Migranten sind in den vergangenen Tagen aus Marokko in die spanische Nordafrika-Exklave geschwommen. Hunderte irren barfuß und durchnässt durch die Straßen, da das Aufnahmelager der spanischen ...

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Ansturm auf Ceuta: Mehr als 1000 Migranten schwimmen nach Spanien

Mehr als tausend Migranten sind in den vergangenen Tagen aus Marokko in die spanische Nordafrika-Exklave geschwommen. Hunderte irren barfuß und durchnässt durch die Straßen, da das Aufnahmelager der spanischen Stadt mit gut 80.000 Einwohnern hoffnungslos überfüllt ist. Laut Presseberichten wurden bisher vier Ertrunkene geborgen.

Die marokkanische Armee stoppte laut Presseberichten auf dem Meer gut 500 Menschen, die schwimmend Ceuta erreichen wollten, um von dort aus in die EU zu gelangen. Marokkanische Strände in der Nähe seien gesperrt worden. „Das bricht alle Rekorde: Ceuta ist am Ende seiner Kräfte“, schreibt die Zeitung „Faro de Ceuta“ und zitiert Polizisten, die davor warnen, dass es bis zum August 5000 Migranten werden könnten, wenn die Politik nicht eingreife.

Immer wieder Ansturm auf den Grenzzaun

Auf Fotos sind im Wasser Menschen mit Schwimmringen und Autoreifen zu sehen. Eine Mutter wurde angeblich mit ihren drei Kindern aufgegriffen. Drei bis vier Stunden sind die Migranten oft im Wasser, bis sie gerettet werden oder mit letzter Kraft es an einen der Strände von Ceuta schaffen. Bis zum Sonntag zählten Hilfsorganisationen insgesamt 27 Ertrunkene nur in diesem Jahr.

Als Auslöser des jüngsten Ansturms gilt ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Spaniens. Es untersagt den Sicherheitskräften, Migranten sofort wieder nach Marokko zurückzuschicken, wenn sie übers Meer in die beiden Exklaven Ceuta und Melilla gekommen sind. Solche „heißen“ Abschiebungen ohne Verfahren, wie sie in Spanien genannt werden, sind nur erlaubt, wenn Migranten die Absperrungen an der Grenze überwunden haben, die aus meterhohen Zäunen bestehen.

Das hatten in den vergangenen Jahren immer wieder große Gruppen afrikanischer Migranten versucht. 2022 waren bei einem Massenansturm auf den Grenzzaun von Melilla mehr als 20 von ihnen ums Leben gekommen.

Andere Regionen weigern sich, Minderjährige aufzunehmen

Dieses Mal kooperiert Marokko, dessen Sicherheitskräfte mit den Spaniern zusammenarbeiten. Einige Migranten klagten jetzt darüber, dass sie in Marokko in Busse gesetzt und in die Sahara gefahren worden seien, nachdem Sicherheitskräfte sie auf dem Meer abgefangen hatten. In der Vergangenheit hatte Marokko Migranten als politisches Druckmittel gegen Spanien eingesetzt. Im Mai 2021 ließ die marokkanische Grenzpolizei zu, dass mehr als 8000 Marokkaner nach Ceuta strömten.

Das spanische Rote Kreuz wies jetzt darauf hin, dass es auch vor dem jüngsten Urteil kontinuierlich Ankünfte gegeben habe, die punktuell in der Vergangenheit zugenommen hätten.

Oft sind es Minderjährige. Der spanische Staat ist verpflichtet, sich um sie zu kümmern, und darf sie nicht einfach zurückschicken. Einige warten nicht und klammern sich an die Unterseite von Lastwagen, die mit der Fähre aufs 14 Kilometer entfernte Festland übersetzen. Das kleine Ceuta ist mit ihrer großen Zahl überfordert, da sich die anderen Regionalregierungen auf dem Festland weigern, minderjährige Flüchtlinge aus Ceuta und von den Kanaren aufzunehmen, wo seit Jahren Tausende festsitzen.