Mindestens 1000 Todesopfer nach Sturzflut in Nepal

Flutkatastrophe Mindestens 1000 Todesopfer nach Sturzflut in Nepal Über 4000 Menschen gelten als vermisst. Nepal hat die Suche nach vermissten Arbeitern in den Tunnelsystemen verwüsteter Wasserkraftanl...

  • 2 min read
Mindestens 1000 Todesopfer nach Sturzflut in Nepal

Flutkatastrophe

Mindestens 1000 Todesopfer nach Sturzflut in Nepal

Über 4000 Menschen gelten als vermisst. Nepal hat die Suche nach vermissten Arbeitern in den Tunnelsystemen verwüsteter Wasserkraftanlagen verstärkt

Menschen durchsuchen Trümmer und beschädigte Gebäude nach verwertbaren Materialien nach Überschwemmungen im Trishuli-Zentrum im Bezirk Nuwakot, Nepal. Die Überschwemmungen wurden durch einen Gletscherkollaps ausgelöst. Die Umgebung ist von Schlamm, Schutt und zerstörten Häusern geprägt.
Trümmer in Nepal nach der verheerenden Flutkatastrophe.

Kathmandu – Nach der verheerenden Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet ist die Zahl der Todesopfer insgesamt auf mehr als 1000 gestiegen: In Nepal gebe es inzwischen 987 bestätigte Todesfälle, teilte der Katastrophenschutz am Dienstag mit. Chinesische Staatsmedien hatten zuvor 16 Tote in Tibet gemeldet.

Die Sturzflut hatte vergangene Woche Mittwoch im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet im Himalaya ganze Ortschaften zerstört. Mehr als 3900 Menschen wurden nach Angaben der nepalesischen Behörden vermisst, chinesische Staatsmedien meldeten mehr als 500 Vermisste in Tibet.

Eingeschlossene Arbeiter

Nepalesische Rettungskräfte errichteten provisorische Brücken, um abgelegene Gebiete zu erreichen. Bei den Rettungsarbeiten werden kontrollierte Sprengungen, Bagger und Scheinwerfer eingesetzt, um Schlamm und Wasser aus den Tunneln zu entfernen. Nepal hat die Suche nach hunderten vermissten Arbeitern verstärkt, von denen viele noch in den Tunnelsystemen verwüsteter Wasserkraftanlagen vermutet werden.

Eine Luftaufnahme zeigt zerstörte Gebäude und ein von Schlamm bedecktes Auto in der Nähe des Trishuli-Flusses nach tödlichen Sturzfluten und einem Erdrutsch in Betrawati Bazaar, Rasuwa-Distrikt, Nepal. Bäume und Schlamm prägen die Landschaft. (30. August 2026)
Über 4000 Menschen werden in der Region noch vermisst.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters sitzen immer noch 600 Menschen in mehreren zerstörten Wasserkraftwerken fest. Laut Nepals Premierminister Balendra Shah sind in der gesamten betroffenen Region über 11.000 Menschen gerettet worden, auch die Strom- und Kommunikationsverbindungen konnten in einigen Gebieten wiederhergestellt werden.

Umstrittene Massenbeisetzungen

In Nepal wurden indes die ersten Todesopfer der verheerenden Flutkatastrophe in Massengräbern beigesetzt. Die Entscheidung ist lokalen Medienberichten zufolge umstritten, weil die meisten Opfer Hindus sind und nach hinduistischer Tradition eine Einäscherung üblich ist. Vor der Beisetzung werden nach Behördenangaben DNA-Proben, Fotos und weitere Daten der Toten gesichert, damit Angehörige ihre Verwandten später identifizieren lassen können.

TOPSHOT – Zahlreiche nummerierte Pflanzentöpfe mit beschrifteten Schildern (z. B.
Nummerntafeln für die Gräber von nicht identifizierten Todesopfern.

Im Katastrophengebiet in China versuchen die Einsatzkräfte, eine wichtige Zufahrtsstraße in das Gebiet wieder befahrbar zu machen, um schweres Gerät anzuliefern. Probleme bereitet jedoch die Gefahr weiterer Erdrutsche und Fluten. In der Region ist für die kommenden Tage weiterer Regen angekündigt. (APA, 1.9.2026)

Die Kommentare im Forum geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Benutzer:innen können diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H. vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.