Minister Mohrs besucht Weyher Theater: Offenes Ohr für Sorgen, aber keine konkreten Zusagen

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Minister Mohrs besucht Weyher Theater: Offenes Ohr für Sorgen, aber keine konkreten Zusagen

Stand: 17.07.2026, 18:43 Uhr

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Sorgen und Nöte: Niedersachsens Kulturminister Falko Mohrs (m.) stellt sich den Fragen von Heinz-Hermann Kuhlmann (l.) und dessen Sohn und Co-Geschäftsführer Patrick Kuhlmann.

Sorgen, Wünsche und Nöte: Niedersachsens Kulturminister Falko Mohrs (m.) stellt sich den Fragen von Heinz-Hermann Kuhlmann (l.) und dessen Sohn und Co-Geschäftsführer Patrick Kuhlmann. © Kilian Beck

Kulturminister Falko Mohrs (SPD) hat das Weyher Theater besucht und sich Sorgen der Betreiber angehört. Bei der zentralen Frage nach Hilfe dämpft er Erwartungen. Zwei Wege deutet er dennoch an.

Kirchweyhe – Ein bisschen wirkt es, als hätte sich die Theaterbühne in den Saal verlagert. Heinz-Hermann Kuhlmann steht zwischen den Sitzreihen. Vor der Bühne der Protagonist an diesem Donnerstagnachmittag: Niedersachsens Kulturminister Falko Mohrs (SPD). Entspannt hört sich Mohrs die Sorgen Kuhlmanns an, der gemeinsam mit seinem Sohn Patrick und Intendant Kay Kruppa das Weyher Theater führt. „Am meisten regt mich die Bürokratie auf“, sagt Kuhlmann senior. Die Frustration über Sicherheitsprüfungen des Aufzuges ist dem Mann, der sein Geld in der Baubranche verdient hat, anzuhören. Mohrs nickt verständnisvoll und stellt davor wie danach viele Fragen zum Haus und der Arbeit der Theatermacher.

Dann kommt Kuhlmann senior zu einem Thema, das besser zur Rolle Mohrs’ passt. Er schildert den Aborückgang während der Pandemiezeit am Weyher Theater und die Schwierigkeiten, damit das Haus wirtschaftlich wieder in die Spur zu bekommen. Gemeinsam mit dem Boulevardtheater im Bremer Tabakquartier erreiche man heute gerade so die Abozahlen, die man allein in der Wesergemeinde vor der Corona-Pandemie hatte. „Das große Ziel für uns bleibt, das Haus voll zu machen“, sagt Kuhlmann junior. Der Senior-Chef fragt: „Gibt es nicht irgendein Förderprogramm, das helfen könnte?“

Nun, etwa eine Viertelstunde nach Beginn des Besuches, kann der Minister etwas sagen: „Klassische Theaterförderung greift hier nicht“, erklärt er. Dieser Teil der Kultursubvention sei auf kommunale Theater mit vollständigen Schauspielerensembles und Eigenproduktionen zugeschnitten. Privatwirtschaftlich organisierte Theater wie das in der Wesergemeinde fielen hier heraus. Zwei Ideen hat er dennoch: Einzelne Produktionen am Weyher Theater könne das Land womöglich unterstützen. „Es macht auf jeden Fall Sinn, hier mal in eine Beratung zu gehen“, rät Mohrs den Kuhlmanns und verweist auf eine zuständige Mitarbeiterin. Und ansonsten, sagt der Minister und räumt ein, dass er wahrscheinlich nichts Neues erzähle, könne die N-Bank eventuell bei Investitionen helfen. Er denke da an energetische Sanierung. „Alles, was hilft, die Kosten runterzukriegen“, so Mohrs.

„Förderungen sind für uns ein neues Gebiet“, sagt Kuhlmann junior. Aber als größtes Privattheater Niedersachsens habe man einen gewissen Stellenwert, wirft Kuhlmann senior ein. „Ich glaube, dass es da Möglichkeiten gibt“, unterstreicht Mohrs. Allerdings empfehle er den Theatermachern, sich beraten zu lassen. „Wir sind gewohnt, das zu machen“, betont der Minister, die Arbeit seines Hauses.

Dass es vielen Theatern gerade besser gehen könnte, ließ der Minister während der gesamten Führung durchs Haus immer mal wieder wissen. Der Tenor: Klar seien Theaterbesuche einige der ersten Punkte, an denen gespart wird, wenn Energie und Lebensmittel teurer werden. Kulturveranstaltungen seien „Lagerfeuer“, an denen Menschen unterschiedlichster Hintergründe und Ansichten zusammenkämen, wirbt der Minister.

Allein deshalb seien Theater laut Mohrs in Zeiten einer Gesellschaft, in denen es schwerer werde, über weltanschauliche Lager hinweg miteinander zu sprechen, erhaltenswert. Im Bund kürze die schwarz-rote Koalition derzeit in dem Bereich. „In Niedersachsen gehen wir zum Glück einen anderen Weg“, sagt Mohrs und verweist auf das Kulturpaket des Landes. Neun Millionen Euro mehr soll es für Kultureinrichtungen in Niedersachsen geben. Die Förderung richtet sich hauptsächlich an öffentliche Träger. Für die Förderung kleiner Projekte in der Fläche gibt es rund eine Million in diesem und noch einmal eine Million im kommenden Jahr, die über die Landschaften und Landschaftsverbände fließen soll.

Konkret für Privattheater hat Mohrs nichts anzubieten. Und trotzdem resümiert Kuhlmann senior: „Er macht einen guten Eindruck.“ Vor allem im Vergleich mit seinem Amtsvorgänger Björn Thümler (CDU), der auch schon mal vorbeigeschaut hat. Über den sagt der Theatermacher: „Der hat sich nur für die Tasse Kaffee interessiert.“