Rente mit 63: CDU-Ministerpräsidenten sprengen das „Gesamtkunstwerk“ – und zwingen Bas zur Kehrtwende

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Rente mit 63: CDU-Ministerpräsidenten sprengen das „Gesamtkunstwerk“ – und zwingen Bas zur Kehrtwende

Mit der Rentenreform wackelt auch die Merz-Regierung

Stand: 03.08.2026, 22:10 Uhr

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Merkur-Kommentar zur Rentenreform, Bildmontage mit Merz

Muss im Rentenstreit mehrere CDU-Länderchefs einhegen: Kanzler Friedrich Merz © Sebastian Gollnow/dpa/Klaus Haag/Montage: Ippen.Media

Wird die SPD bei ihrem Herzensthema Rente von der CDU links überholt? CDU-Länderchefs torpedieren Merz‘ Reform. Ein Kommentar von Sebastian Horsch.

München – Auf Beobachter des Politikbetriebs wirkte der Plan von Anfang an verwegen. Die Vorschläge der Expertenkommission für eine Rentenreform sollten als „Gesamtkunstwerk“ ohne wesentliche Änderungen umgesetzt werden, kündigten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und SPD-Chefin Bärbel Bas an. Wahlkampf in Ostdeutschland, verheerende Umfragen, interner Druck auf die Spitze – und trotzdem soll die SPD da mitziehen?

Klang unwahrscheinlich. Doch obwohl der Wind scharf durchpfiff, hielten Bas und ihr Co-Chef Klingbeil die bereits klappernden Türen bei den Sozialdemokraten mit Mühe und Not zu – bis sie nun ausgerechnet von drei CDU-Ministerpräsidenten eingerannt wurden.

Streit um Rente mit 63: SPD von der Union links überholt

Mit der abschlagfreien Rente nach 45 Beitragsjahren – früher mal mit 63, heute erst mit über 64 Jahren möglich – gerät der Kern der wichtigsten Reform der Merz-Regierung in Gefahr. Denn natürlich kann sich die SPD von der CDU in dieser Frage nicht links überholen lassen. Und so bietet Bas, die noch im Juni gesagt hatte, man könne das Paket nicht aufschnüren, der Union genau das freimütig an. Die Gefahr droht, dass dann alles auseinanderfällt.

Es wackelt schließlich nicht nur das sorgsam austarierte Gleichgewicht, in dem die Lasten über die Generationen verteilt werden sollen. Auch bei der Finanzierung sind die geplanten Maßnahmen verknotet. Wer an einem Ende zieht, dem kracht am anderen etwas zusammen.

Streit um Rente mit 63: Stresstest für Kanzler Merz

Es kommt auf Merz an. Er muss die Parteifreunde in den Ländern einfangen, in denen im Herbst wohl auch über sein eigenes Schicksal entschieden wird. Und er muss den Koalitionspartner, dem das Wasser selbst bis zum Hals steht, davon abhalten, den von der Union wieder aufgebrochenen Konflikt auf die Spitze zu treiben. Der Kanzler, dem gerade wenige Stärke zutrauen, muss Stärke zeigen. Fehlt ihm die Kraft, kann es eng werden – für die Reform und für die Regierung.