Nach Treffen mit König Charles: Andy Burnham ist neuer britischer Premierminister
tzPolitikStand: 20.07.2026, 13:43 UhrKommentareUns auf Google folgenDer neue britische Premierminister Andy Burnham (l.) mit König Charles III. © Aaron Chown/PA Wire/dpaVom „König des Nordens“ zum Premierminist...
- 2 min read
Stand: 20.07.2026, 13:43 Uhr
Kommentare

Vom „König des Nordens“ zum Premierminister: Andy Burnham verspricht Wandel und mehr Nähe zu den Menschen. Kann er das Land aus der Dauerkrise führen?
London – Andy Burnham ist neuer Premierminister des Vereinigten Königreichs. König Charles III. beauftragte den Chef der sozialdemokratischen Labour-Partei mit der Regierungsbildung. Der frühere Bürgermeister von Greater Manchester folgt seinem Parteikollegen Keir Starmer, der unter großem Druck im Juni seinen Rücktritt angekündigt hatte.
Neuer Premierminister in Großbritannien: Auf Burnham warten große Herausforderungen
Der wegen seiner Beliebtheit in Manchester als „König des Nordens“ bezeichnete Burnham ist seit Wochen der Hoffnungsträger für Labour, das Land doch noch aus der Krise führen zu können. Unter Starmer hatte die Partei im Sommer 2024 einen überzeugenden Wahlsieg errungen, die komfortable Mehrheit im Parlament aber wegen interner Streitigkeiten nie wirklich nutzen können. Seit Monaten liegt die rechtspopulistische Partei Reform UK in Umfragen teils deutlich vorn.
Burnham war am Freitag zum neuen Labour-Vorsitzenden ernannt worden. Er beschrieb sich in seiner Antrittsrede selbst als Mann der Basis. Er gilt als klassisch sozialdemokratischer, links der Mitte verorteter Labour-Politiker. Burnham versprach, die Kontrolle über Wasser, Energie, Wohnungsbau und öffentliche Verkehrsmittel wieder stärker in die öffentliche Hand zu bringen und die in London konzentrierte politische und wirtschaftliche Macht in die Regionen zu verlagern. Eine vollständige Rückkehr in die Europäische Union scheint auch unter dem neuen Premier ausgeschlossen.
Nach Starmer-Rücktritt: König Charles beauftragt Burnham mit Gründung neuer Regierung
Der neue Premier steht vor vielen der Probleme, die sein direkter Vorgänger Starmer nicht hatte lösen können. Die britische Wirtschaft schwächelt, außenpolitisch verliert die Nation an Bedeutung, und die Bevölkerung leidet unter sozialer Ungleichheit und sehr greifbaren Faktoren wie Wohnungsnot und hohen Energiekosten. Erwartet werden schon für heute Ankündigungen zu Maßnahmen für mehr finanziellen Spielraum.
Die Gepflogenheiten in Westminster kennt Burnham ganz genau. Im Kabinett des damaligen Premierministers Gordon Brown war er in den 2000er Jahren unter anderem Gesundheitsminister. In den Jahren 2010 und 2015 hatte er bereits zweimal erfolglos versucht, an die Spitze der Labour-Partei gewählt zu werden. Die Ernennung am Freitag erfolgte ohne Gegenkandidaten.
„Wer ist Andy Burnham?“, versuchte jüngst die BBC zu ergründen. Zur Auswahl stand auch die Bezeichnung „rücksichtsloser Strippenzieher“. Beispielhaft wird nicht nur der Sturz von Starmer, zu dem dieser selbst allerdings auch viel beigetragen hat, erwähnt, sondern auch die jüngsten Berichte, dass Burnham entgegen dem bisherigen Labour-Kurs doch wieder neue Öl- und Gasbohrungen in der Nordsee genehmigen könnte. (bb mit Agenturen)