Neue Wolverines-Chefin Berner: „Wir müssen am Teamgefühl arbeiten“

StartseiteSportLokalsportKreis RotenburgStand: 16.07.2026, 13:27 UhrKommentareUns auf Google folgenDer Football-Sport nimmt einen großen Teil in ihrem Leben ein: Nach Stationen in Hamburg und Bremen verantworte...

  • 5 min read
Neue Wolverines-Chefin Berner: „Wir müssen am Teamgefühl arbeiten“

Stand: 16.07.2026, 13:27 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Wolverines Abteilungsleiterin

Der Football-Sport nimmt einen großen Teil in ihrem Leben ein: Nach Stationen in Hamburg und Bremen verantwortet Michaela Berner nun die Abteilung der Wolverines. © Neddermann

Ende Juni übernahm Michaela Berner die Abteilungsleitung bei Rotenburgs Footballern. Im Interview spricht sie über die Probleme und die Zukunft.

Rotenburg – Zuletzt hat es bei den Footballern der Rotenburg Wolverines eine schlechte Nachricht nach der anderen gegeben. Erst scheiterte nach dem Abgang von Christian Buchholz die Suche nach einem neuen Headcoach. Dann zogen die Verantwortlichen kurz vor dem Saisonstart ihr Herrenteam aus personellen Gründen aus der Verbandsliga zurück. Ende Juni folgte nun der Wechsel in der Abteilungsleitung. Michaela Berner übernahm für Anton Kukuschkin. Im Interview stellt sie sich vor, spricht darüber, wo sie die Sparte in einem Jahr sieht und an welchen Stellschrauben sie dafür drehen will.

Was führt Sie nach Rotenburg?

Ich hatte letztes Jahr einen Schicksalsschlag. Meine Mama ist schwer an Krebs erkrankt. Mein alter Verein war mir dabei nicht empathisch gegenüber und hat mich erst mal aus allen Ämtern herausgenommen, ohne vorher mit mir zu sprechen. Daraufhin kam „Wölbi“ (Christian Buchholz, letztjähriger Headcoach der Wolverines) auf mich zu. Er ist ein sehr guter Freund von mir und meinte: „Komm doch nach Rotenburg, wir brauchen dich hier.“ Ich habe dann mit Anton Kukuschkin (bisheriger Abteilungsleiter der Wolverines, Anm. d. Red.) gesprochen und dann war ich da. Hier wurde ich mega gut empfangen und konnte mir alle Zeit der Welt lassen, die ich brauchte. Und das war perfekt.

Sie bringen über 20 Jahre an Erfahrung mit. Wo haben Sie die gesammelt?

Ich war ganz viele Jahre bei den Hamburg Huskies, habe die Zeit in der GFL, GFL 2 und den Aufstieg miterlebt und habe da auch die Jugendmannschaften betreut. Dann bin ich nach Bremen gezogen, war zur Corona-Zeit bei den Ritterhude Badgers für ein halbes Jahr, dann bei den Oldenburg Outlaws und jetzt zum Schluss bei den Bremen Bulls.

Welche Positionen haben Sie jeweils bekleidet?

In Bremen war ich tatsächlich auch Abteilungsleiterin. Sonst war ich immer die Teammanagerin, die sich um das Team gekümmert hat, um die Teamzone und dass die Jungs eingekleidet sind. In Hamburg habe ich vier Mannschaften gleichzeitig betreut. Danach waren es nur noch die U 19, die U 16 und die Herren.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil als Abteilungsleiterin beschreiben?

Zuckerbrot und Peitsche. (lacht) Manche Sachen sind mir total wichtig, da bestehe ich auch drauf. Beispiel: Für den anstehenden Rebuild der Herren müssen wir Werbung und Events machen. Ohne das geht es nicht. Ich bin aber nicht die, die schreit: „Hier bin ich. Wir müssen alles so machen, wie ich das will.“ Nein, insgesamt bin ich eher die Entspannte, solange es läuft, die Kommunikation stattfindet und alle zusammenarbeiten. Wir wollen ja schließlich alle gemeinsam den Verein nach vorn bringen. Dazu zählt die Jugendarbeit genauso wie die Herren. Dafür brauche ich einfach die Leute um mich herum, die mich unterstützen. Und das tun die hier total.

Alles läuft aber sicherlich nicht perfekt. Sonst hätte es die Abmeldung der Herren und den Personalwechsel nicht gegeben. Welche Probleme haben Sie ausgemacht?

Auf jeden Fall ist es die fehlende Kommunikation untereinander. Und ich glaube aber auch, dass sich die Mentalität von den Spielern, sei es bei den Wolverines oder in anderen Vereinen, total verändert hat. Es ist mittlerweile eher so: „Ich gehe mal zum Training. Und wenn ich nicht kann, weil meine Freundin Geburtstag hat oder ich ins Schwimmbad will, dann komme ich halt nicht.“ Das war früher nicht so. Da warst du immer da und es gab nichts anderes. Momentan wechseln die Spieler ja auch ständig. Die spielen ein Jahr da, ein Jahr da. Dadurch haben sie nicht mehr diese enge Bindung zum Verein.

Wie wollen Sie die wieder implementieren?

Ich glaube, dass wir ganz stark an diesem Teamgefühl arbeiten müssen. Die Leute müssen bei uns Spaß beim Training haben. Sie müssen sehen, dass was passiert, und nicht nur gesagt wird, wir machen etwas, und dann kommt nichts.

Kommen wir zum Positiven: Was läuft denn schon gut?

Wir haben gerade drei richtig aktive Spieler, die Flyer verteilen, Werbung machen und sich einsetzen. Das war vorher nicht so, weil die Person das immer gerne alleine machen wollte. Und so bin ich aber nicht. Wir haben jetzt auch zwei große Events (Rookie Day am 9. August und Kids Day am 12. September, Anm. d. Red.) geplant, wo alle mit anpacken. Es findet weiterhin Training statt – auch mit vier, fünf Neuen. Und wir haben unser Social Media ein bisschen umgestellt und jemanden Neuen, der sich darum kümmert.

Wo sehen Sie die Sparte in einem Jahr?

Einerseits sollen die Herren definitiv nächstes Jahr wieder in der Landesliga an den Start gehen, andererseits wollen wir die Sparte hier im Umkreis noch bekannter machen. Man soll auch in Sottrum, Verden und so wissen, dass es in Rotenburg Football gibt.

Welche Schritte müssen bis dahin gegangen werden?

Flyer verteilen, unsere Events veranstalten – und wir müssen präsenter in den Ortschaften sein und dort Werbung für uns machen.

Kooperationen und Spielgemeinschaften gab es sowohl in der Jugend als auch in den Herren zuletzt bereits. Sollen die fortgeführt werden?

Es sind bei den Herren schon Gespräche geführt worden. Ergebnisse gibt es noch nicht. Ansonsten sind da noch zwei, drei Teams in der Nähe, die zurückgezogen haben, beziehungsweise, wo man weiß, dass sie nächstes Jahr nicht mehr alleine spielen können. Die darf man aber erst nach der Saison ansprechen. Und bei der U 19 sind wir uns mit Delmenhorst, mit denen wir jetzt schon die Spielgemeinschaft haben, eigentlich einig, dass wir das nächste Jahr fortführen wollen. Ob das im Endeffekt nachher dabei herauskommt, sehen wir am 5. Dezember, wenn wir die Lizenz erreichen.