Neuer Caterer fürs Mittagessen in Schulen und Kitas: Preise für Eltern sinken, aber Zuschuss ist Geschichte

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Neuer Caterer fürs Mittagessen in Schulen und Kitas: Preise für Eltern sinken, aber Zuschuss ist Geschichte

Stand: 22.07.2026, 19:00 Uhr

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ARCHIV - Kinder essen am 05.12.2011 in Hamburg in einer Kindertagesstätte ihr Mittagessen. Foto: Angelika Warmuth/dpa (zu dpa „Studie: Speiseplan für Kita-Kinder nicht ausgewogen“ vom 02.06.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Die Kinder in Bücken und Hoya werden künftig von „apetito“ mit einem Mittagessen versorgt. Der Caterer setzt dabei auf das „Cook & Freeze“-Verfahren. © Angelika Warmuth/dpa

Die Samtgemeinde Grafschaft Hoya wechselt im August den Caterer für Schulen und Kitas. Der neue Anbieter heißt „apetito“ und bietet das „Cook & Freeze“-Verfahren an.

Samtgemeinde – Die Samtgemeinde Grafschaft Hoya hat einen neuen Caterer für das Mittagessen gefunden, der ab August die Grundschule in Hoya und jene im Flecken sowie die Kindertagesstätte „Sterntaler“ in Bücken beliefern wird. Die Kosten für die Verpflegung fallen günstiger aus als zuvor. Allerdings müssen diese von den Eltern künftig gänzlich selbst getragen werden, einen Zuschuss von der Samtgemeinde wird es nicht weiter geben, teilt Heike Bockhop vom Fachteam Familie und Bildung mit.

Weitere Schulen und Kitas

Nach den umfangreichen Bauarbeiten in und an der Eystruper Grundschule wird in der neuen Mensa künftig selbst gekocht. Davon profitieren auch die örtliche Kindertagesstätte „Kleine bunte Welt“ sowie die Krippe, die von dort aus beliefert werden sollen. Der Preis pro Mittagessen in Eystrup belief sich bislang auf 3,50 Euro. Auch dort soll eine Neuberechnung erfolgen. Ende dieses Jahres soll ein Ergebnis vorliegen. In der Wecholder Grundschule gibt es aktuell noch kein Ganztagsangebot, daher wird dort bisher auch keine Versorgung benötigt. Bei den „Waldwichteln“ aus Hoyerhagen besteht ebenfalls keine Betreuung über den Mittag. Die weiteren Kitas in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya befinden sich nicht in kommunaler, sondern in freier Trägerschaft und kümmern sich demnach selbstständig um ein Essensangebot.

Die Samtgemeinde beteiligte sich, anders als andere Kommunen, seit 2022 an den Kosten für das Mittagessen und übernahm die Summe, die über den Eigenanteil der Eltern von 3,50 Euro pro Essen hinausging. Dabei handelte es sich um eine freiwillige Leistung, die Mittel dafür stammten aus einer Inflationsausgleichszahlung des Landes. Doch 2025 war der Topf ausgeschöpft, kein Geld mehr da, sodass die Eltern das Mittagessen ab Juli allein finanzieren mussten. Das sorgte für Diskussionen, auch weil der amtierende Caterer, der Lindenhof, die Preise stark angezogen hatte. Aufgrund der Erhöhungen nahmen mehrere Kinder nicht mehr am Mittagessen teil.

Schlussendlich beschloss der Samtgemeinderat aber, sich trotz finanzieller Schieflage der Kommune vom 1. Januar bis 31. Juli 2026 wieder mit einem Zuschuss zu beteiligen. Die Samtgemeinde übernimmt die Kosten, die über den aktuellen Eigenanteil von 4,20 Euro für Grundschüler und 3,70 Euro für Krippen- und Kindergartenkinder hinausgehen. „Das war der Durchschnittspreis der umliegenden Kommunen 2025“, erklärt Bockhop. Zusätzlich wurde die Verwaltung damit beauftragt, den Vertrag mit dem Lindenhof zu kündigen und sich auf die Suche nach einem neuen Caterer zu machen. Die Ausschreibung sei nach mehrfacher Anmahnung durch den Landkreis notwendig geworden, da die Lieferung von Mittagessen nach den rechtlichen Vorgaben regelmäßig auszuschreiben ist, so die Verwaltungsmitarbeiterin. Die Samtgemeinde bedankt sich beim Lindenhof für die 13 Jahre, in denen das Team zuverlässig Essen geliefert hat.

Der neue Caterer heißt „apetito“ und hat seinen Firmensitz in Rheine. Er beliefert bereits das Familienzentrum Hoya. Ab August würden die Eltern für ein Mittagessen mit Salat und Dessert in der Kita in Bücken dann zukünftig 2,70 Euro statt vorher 4 Euro und die Schulkinder in Bücken und Hoya 3,30 Euro statt 5 Euro zahlen, so Bockhop. Wie viele Mittagessen „apetito“ liefern wird, stehe noch nicht fest. „Es werden aber mindestens 200 Essen sein, und es ist davon auszugehen, dass es aufgrund des deutlich geringeren Preises noch mehr Kinder werden, die an dem gemeinsamen Essen teilnehmen.“

Bei der Ausschreibung habe man großen Wert auf die Einhaltung der sogenannten DGE-Qualitätsstandards gelegt. „Hiermit wird sichergestellt, dass die Kinder eine bedarfs- und bedürfnisorientierte Verpflegung erhalten“, berichtet die Verwaltungsmitarbeiterin. Zugelassen waren alle Verpflegungssysteme. Zu den etabliertesten gehört etwa „Cook & Serve“, wobei die Speisen direkt in der schuleigenen Küche zubereitet und unmittelbar ausgegeben werden. Ebenso „Cook & Chill“, ein Kühlkostsystem, bei dem der Caterer das Essen in einer Zentralküche vorkocht, es knapp über den Gefrierpunkt herunterkühlt und dann liefert. Kurz vor der Ausgabe wird es wieder erhitzt. Überdies gibt es noch „Cook & Hold“: Dieses Konzept sieht vor, dass der Anbieter die Speisen in seiner Großküche zubereitet und sie heiß ausliefert. Bei „Cook & Freeze“ werden die Komponenten beim Hersteller komplett gegart und anschließend schockgefrostet. Die Anlieferung und Lagerung erfolgt tiefgekühlt, sodass die Schulen und Kitas das Essen über Wochen lagern und bedarfsgerecht vor Ort erwärmen können. Letzteres Verpflegungssystem bietet auch der neue Caterer „apetito“ an. „Alle haben Vor- und Nachteile“, so Bockhop.

Doch mit dem „Cook & Freeze“-Verfahren könnten die Vorlieben sehr gut berücksichtigt werden. „So ist es gut möglich, dass nach einigen Wochen nicht mehr in allen drei Einrichtungen das gleiche Essen angeboten wird, aber alle erhalten dennoch die Nährstoffe und Vitamine, die für Kinder vorgesehen sind“, erklärt die Verwaltungsmitarbeiterin, die hinzufügt: „Was aber auch klar ist, ist, dass nicht sichergestellt ist, dass den Kindern immer alles schmeckt. Dafür sind die Vorlieben dann doch zu unterschiedlich.“ Ferner könne so auch der Verschwendung von Lebensmitteln entgegengewirkt werden. Zum Hauptgericht erhalten die Kinder zudem frischen Salat und ein Dessert.