Unwetter über Niedersachsen: Überflutete Keller und Hagelschäden

Unwetter mit Hagelschlag und Starkregen sind am Montagabend und in der Nacht zu Dienstag über Niedersachsen hinweggezogen. Auch im heutigen Tagesverlauf kann es örtlich Gewitter geben.

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Unwetter über Niedersachsen: Überflutete Keller und Hagelschäden
Hagel (Luftaufnahme) von Hagelschaden Heidenau, Gemeinde Tostedt.

Stand: 14.07.2026 • 08:31 Uhr

Unwetter mit Hagelschlag und Starkregen sind am Montagabend und in der Nacht zu Dienstag über Niedersachsen hinweggezogen. Auch im heutigen Tagesverlauf kann es örtlich Gewitter geben.

Nach Polizeiangaben gingen in Niedersachsen allein von Montagabend um 21.00 Uhr bis 1.00 Uhr in der Nacht rund 250 Notrufe wegen des Unwetters ein. Die Feuerwehr rückte gut 600 Mal aus. In der Stadt und Region Hannover wurden zahlreiche Keller, Aufzugschächte, Tiefgaragen und Straßen überflutet, Autos blieben stecken. Die Feuerwehr in Hannover war nach Angaben eines Sprechers mit rund 300 Einsatzkräften pausenlos im Einsatz und arbeitete auch am Morgen noch Einsätze ab. In Sarstedt war eine Frau durch die Wassermassen in ihrem Keller eingeschlossen. Feuerwehrleute befreiten sie, sie kam ins Krankenhaus. Neben vollgelaufenen Kellern und Tiefgaragen rückten die Einsatzkräfte vereinzelt auch wegen umgestürzter Bäume aus. Als Folge des Unwetters meldet die Polizei Hannover einen Einsatz wegen verlorener Autokennzeichen: Bis 7 Uhr seien bereits rund 50 Kennzeichen abgegeben worden, die offenbar in den Wassermassen verloren gingen.

Hagel beschädigt Dächer und Autos

Aus Sarstedt berichtet die Feuerwehr von drei bis vier Zentimeter großen Hagelkörnern, die Überdachungen beschädigt haben. Auch in Heidenau, einem Ortsteil der Samtgemeinde Tostedt (Landkreis Harburg), hat es einen massiven Hagelschauer gegeben, die Feuerwehr spricht von einem "sehr starken lokalen Ereignis". Die großen Hagelkörner zertrümmerten unter anderem die Scheiben von Autos und schlugen Dellen in den Lack. Auch Dutzende Dächer seien beschädigt worden, sagte ein Feuerwehrsprecher. "Ich wohne jetzt 18 Jahre in Heidenau, ich habe so was noch nie erlebt, so ein Chaos", berichtete eine Anwohnerin.

Blitzeinschläge und umgestürzte Bäume

Der Flughafen Langenhagen musste nach Angaben eines Sprechers am Montagabend aus Sicherheitsgründen die Abfertigung für rund eine Stunde einstellen. In Bruchhausen-Vilsen im Landkreis Diepholz schlug ein Blitz in eine Scheune ein, die in Brand geriet. Für die Region um Göttingen und Braunschweig meldet die Polizei mehrere umgestürzte Bäume, in Northeim stürzte den Angaben zufolge ein Baum auf ein Pfarrhaus. Im Heidekreis liefen nach Angaben eines Feuerwehrsprechers mehrere Keller voll. Auch Celle meldete Starkregen, mehrere Kellerzugänge und eine Straße standen unter Wasser. In einer Tiefgarage stand das Wasser nach Angaben der Feuerwehr stellenweise bis zu 30 Zentimeter hoch. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am Montagabend vor heftigem Regen, Gewittern, Hagel und vereinzelten Überflutungen in Teilen Niedersachsens gewarnt.

Der Hagel beschädigte in Heidenau auch einige Dächer.

Auch heute noch einzelne Gewitter möglich

Heute werden nach kühleren Temperaturen am Morgen tagsüber wieder Höchsttemperaturen zwischen 27 und 30 Grad im Binnenland und um die 22 Grad an der See erwartet. Besonders im Süden Niedersachsens könnte es am Nachmittag und Abend erneut Gewitter geben, stellenweise ist Starkregen mit Niederschlagsmengen von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter möglich. Der Wind weht an der See mäßig bis frisch aus nordöstlichen Richtungen. Am Mittwoch bleibt es dem DWD zufolge überwiegend sonnig und trocken bei maximal 32 Grad, am Nachmittag sind Schauer und Gewitter möglich.

Nächte sorgen für Abkühlung

Im Gegensatz zum Extremwetter Ende Juni mit Temperaturen bis zu 40 Grad und tropisch-heißen Nächten kühlt es in den kommenden Tagen nachts deutlich ab. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch werden 16 bis 13 Grad erwartet. Und auch im Laufe der Woche soll es so weitergehen.

So können Sie sich bei Hitze schützen

Wetterexperte Martin Gudd vom ARD-Wetterkompetenzzentrum rät, sich möglichst nicht in der Sonne aufzuhalten und stattdessen den Schatten zu suchen. "Die Menschen müssen viel mehr trinken als normal. Das wird gern von älteren Personen vergessen", sagte Gudd. Sein Plädoyer: Die Fenster öffnen und versuchen, für Durchzug zu sorgen - gegebenenfalls zusätzlich mit Ventilatoren. Von der Option "Fenster zu und nasse Handtücher aufhängen" rät er strikt ab. "Wenn man die Räume zumacht, erkauft man sich Feuchtigkeit. Das ist vor allem für ältere Menschen potenziell tödlich", so Gudd. "Es gibt nichts Schlimmeres als Wärme und Feuchtigkeit in einem Raum."