Wasserkrise in Europa: Po, Rhein und Donau auf Rekordtief

Niedrige Pegelstände Wasserkrise bei den wichtigsten europäischen Flüssen Donau, Rhein und Po führen immer weniger Wasser. Das sind die Folgen. ...

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Wasserkrise in Europa: Po, Rhein und Donau auf Rekordtief

Niedrige Pegelstände Wasserkrise bei den wichtigsten europäischen Flüssen

Donau, Rhein und Po führen immer weniger Wasser. Das sind die Folgen.

04.08.2026, 20:41

Der Po hat in diesen Tagen einen historischen Tiefstand erreicht. In Cremona fiel der Pegel mehr als neun Meter unter den hydrometrischen Nullpunkt. Dadurch dringt Meerwasser ins Delta vor und gefährdet das dortige Ökosystem.

Auch der Rhein leidet unter den niedrigen Wasserständen. In den Niederlanden wurden Rekordtiefstände gemessen, in Basel ist die Schiffbarkeit seit Längerem stark eingeschränkt.

Die tiefen Pegel der Donau wiederum zwangen Ungarn dazu, ein Kernkraftwerk vorübergehend abzuschalten, weil nicht genügend Wasser zur Kühlung der Reaktoren zur Verfügung stand. Das hat Auswirkungen auf die Stromversorgung.

Wasserkrise: Wie lässt sie sich bewältigen?

Ähnliche Situationen gab es bereits in der Schweiz beim Kernkraftwerk Beznau wegen des tiefen Wasserstands der Aare.

Auch in Rumänien könnte es bald zu Problemen kommen: In Cernavodă sprengte das Militär einen Felsen, damit mehr Wasser zum dortigen Kernkraftwerk gelangen und dessen Betrieb aufrechterhalten werden kann.

Lange als unerschöpflich betrachtete Ressource

«Wir sind lange davon ausgegangen, dass Wasser im Überfluss vorhanden ist. Deshalb haben wir uns weder über die Qualität noch über die verfügbare Menge ernsthaft Gedanken gemacht», sagt Alessandro Bratti von der italienischen Regulierungsbehörde für Energieressourcen gegenüber dem Radio und Fernsehen der italienischen Schweiz (RSI).

In den vergangenen Jahren sei zunächst das Bewusstsein dafür gewachsen, dass Einleitungen in Flüsse deren Wasserqualität beeinträchtigen. In jüngerer Zeit hätten zudem die zunehmenden Extremwetterereignisse gezeigt, dass auch die verfügbare Wassermenge nicht selbstverständlich sei.

Schiff am Ufer einer Anlegestelle mit rostiger Wand und Leiter.
Legende:

Nordrhein-Westfalen, Duisburg: An der Spundwand zur Uferbefestigung sind die unterschiedlichen Wasserstände des Rheins erkennbar. Angesichts der anhaltenden Trockenheit wird mit einem neuen Rekordtiefstand gerechnet.

David Ebener / dpa

Praktisch alle grossen Flüsse seien davon betroffen. «Der Po ist stark von Gletschern abhängig», erklärt Bratti. «Mit dem Rückzug der Gletscher und den geringeren Schneefällen verschwindet auch der natürliche Wasserspeicher, auf den sich der Fluss lange stützen konnte.»

«Es braucht überregionale Institutionen»

Kann die Politik gegensteuern? Aus Sicht von Bratti braucht es vor allem eine koordinierte Wasserbewirtschaftung.

«Wir müssen in Einzugsgebieten denken und nicht in Verwaltungsgrenzen», sagt er. «Dafür braucht es überregionale und grenzüberschreitende Institutionen, die festlegen, wie die Wasserressourcen genutzt werden.»

So könne verhindert werden, dass Gebiete im Oberlauf eines Flusses Wasser zurückhalten und dadurch Regionen flussabwärts benachteiligen.

Ein weiterer wichtiger Punkt seien klare Regeln für die Wassernutzung. Laut Bratti werden rund 65 Prozent der Wasserressourcen des Po in der Landwirtschaft verbraucht, einem Bereich, der weitgehend nicht reguliert sei.

«Die Gebühren, die Haushalte bezahlen, betreffen die Trinkwasseraufbereitung und Abwasserreinigung. Die landwirtschaftliche und industrielle Nutzung fällt dagegen weitgehend nicht unter diese Regelungen», so Bratti.

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