Orthopädische Klinik spendet 40 Krankenhausbetten für die Ukraine

Die Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau hat 40 ausgemusterte Krankenhausbetten an ein Gebietskrankenhaus in der südukrainischen Stadt Czernowitz gespendet. Ein einziges Bett wiegt ohne Matratze mehr als 100 Kilogramm.

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Orthopädische Klinik spendet 40 Krankenhausbetten für die Ukraine

Stand: 22.07.2026, 13:28 Uhr

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Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau übergibt 40 Betten an den Verein: Humanitäre Hilfe Korbach

Gemeinsam stark: Der Verein Humanitäre Hilfe Korbach hat gemeinsam mit Heinz Jordan (grünes Oberteil) und der Orthopädischen Klinik in Hessisch Lichtenau den Transport der 40 Betten und des medizinischen Materials organisiert und umgesetzt. © Kiara Winter

Die Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau hat 40 ausgemusterte Krankenhausbetten an ein Gebietskrankenhaus in der südukrainischen Stadt Czernowitz gespendet. Ein einziges Bett wiegt ohne Matratze mehr als 100 Kilogramm.

Hessisch Lichtenau/Bad Arolsen – Es sind keine bloßen Ausstattungsgegenstände – es sind Orte der Zuflucht, der Heilung und manchmal der letzten Hoffnung: Der Unternehmensverbund Licura hat der Humanitären Hilfe Korbach (HHK) 40 ausgemusterte, aber gut erhaltene Krankenhausbetten gespendet. Ausgestattet mit Matratzen, Nachtkonsolen und Fernbedienungen wurden sie direkt an der Orthopädischen Klinik in Hessisch Lichtenau verladen. Ihre Reise führt sie mitten ins Herz der Not: ins Gebietskrankenhaus der südukrainischen Stadt Czernowitz.

Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau übergibt 40 Betten an den Verein: Humanitäre Hilfe Korbach

Tatkräftig: Der Ukrainer Eduard Tsipko ist seit zweieinhalb Jahren in Deutschland und hat bei zahlreichen humanitären Einsätzen geholfen. © Kiara Winter

Bevor die Reise in das Kriegsgebiet angetreten werden kann, finden die Betten im Lager der Firma Brass in Bad Arolsen eine Zwischenstation. Firmenchef Andreas Brass weiß aus eigener Anschauung, was an der ukrainischen Front gebraucht wird: „Ich war da, habe gesehen, was die Verletzten benötigen. Junge Männer, die keine Beine mehr haben, denen das halbe Gesicht fehlt.“ Für ihn ist klar: „Es ist selbstverständlich, dass ich mein Lager zur Verfügung stelle.“

Ein einziges Krankenhausbett wiegt bereits ohne Matratze durchschnittlich mehr als 100 Kilogramm. 40 dieser schweren Kolosse zu bewegen, ist ein emotionaler und körperlicher Kraftakt. Zur Unterstützung beim Verladen hilft ein Gabelstapler.

Logistik direkt in Kriegsgebiete

„Die Betten werden auf einen ukrainischen Lastwagen umgeladen und der verbleibende Raum lückenlos mit dringend benötigten Verbrauchsgütern, Kleidung und Verbandsmaterialien aufgestockt“, sagt Brass weiter. Vereinsvorsitzender Evgenie Sizov bringt es auf den Punkt: „Jeder Zentimeter wird genutzt.“

Der Wechsel auf ein ukrainisches Fahrzeug sei für das Projekt notwendig: „Deutsche Lastkraftwagen verlieren beim Überqueren der Grenze in ein aktives Kriegsgebiet ihren regulären Versicherungsschutz“, erklärt Heinz Jordan, der sich ehrenamtlich als Organisator für verschiedene Vereine und Kliniken einsetzt. Für ukrainische Transportfahrzeuge gelte diese Einschränkung nicht, weshalb Partnerfirmen den gefährlichen Weitertransport ab Bad Arolsen übernehmen.

Neben dem Fahrer der Spedition Kleinwächter packten zahlreiche ehrenamtliche Helfer mit an, um die Betten und medizinischen Utensilien in Lichtenau zu verladen.

„Ein solches Großprojekt lässt sich nur durch das koordinierte Zusammenwirken zahlreicher Akteure realisieren“, sagt Jordan. Die medizinische Bereitstellung organisierten Markus Haf, Leiter Konzerneinkauf und Medizintechnik der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau, und Heinz Jordan Hand in Hand. Markus Haf führte aus, dass die Aktion tatkräftig durch die Klinikleitung unterstützt worden sei.

Diese Spende sei kein Einzelfall, so Jordan weiter. In der Vergangenheit konnten bereits gewaltige Mengen an lebenswichtigen Gütern in die Ukraine gebracht werden – von Generatoren und Blockheizkraftwerken über medizinische Sachgüter bis zu Ausrüstungen aus vier aufgelösten Impfzentren.

Insgesamt hat Jordan in Zusammenarbeit mit verschiedenen Vereinen bereits 2000 Tonnen Hilfsgüter auf den Weg gebracht.

„Der aktuelle Transport stellt bereits die dritte Fahrt mit einem 40-Tonner dar, die in Kooperation mit der Klinik realisiert wurde“, erklärte Markus Haf abschließend. „Die Ärzte im Kriegsgebiet können alles gebrauchen“, macht Jordan die dramatische Lage vor Ort deutlich. Mit den 40 Betten wird somit ein Beitrag zur Unterstützung der Menschen im Kriegsgebiet geleistet.