Oschersleben: Lokalmatador Schubert hofft auf mehr Fortune als am Norisring
Die DTM gastiert am Wochenende in Oschersleben. Dabei wlll das BMW-Team von Schubert-Motorsport seinen Heimvorteil nutzen. Eine Art Heimspiel ist es auch für den Fahrer der Stunde, den Dänen Nicki Thiim.
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Motorsport | DTM
Stand: 23.07.2026 20:55 Uhr
Die DTM gastiert am Wochenende in Oschersleben. Dabei wlll das BMW-Team von Schubert-Motorsport seinen Heimvorteil nutzen. Eine Art Heimspiel ist es auch für den Fahrer der Stunde, den Dänen Nicki Thiim.
von Christian Kerber
Die DTM startet mit den Rennen in Oschersleben in die zweite Saisonhälfte. Von Freitag bis Sonntag geht es in der Motorsport-Arena rund. Ein Däne mit einem berühmten Vater ist auf der nördlichsten Rennstrecke Deutschlands der Gejagte: Nicki Thiim, Sohn von Legende Kurt Thiim, hat nach seinem Doppelsieg am Norisring die Führung übernommen. Der Aston-Martin-Pilot liegt aber nur in Schlagdistanz vor dem Mercedes-AMG-Duo Maro Engel (Monaco) und Lucas Auer (Österreich).
Ein Talk stimmte auf das Renn-Wochenende ein. MDR-Reporterin Sabrina Bramowski leitete die Runde.
Schubert-Motorsport mit Heimvorteil
Im Motorsport-Talk vor dem Wochenende in der Börde gab sich Lokalmatador Torsten Schubert optimistisch. Nach den schwierigen Rennen in Franken mit einem schweren Unfall von Kelvin van der Linde und Rang zehn von Marco Wittmann setzt der Teamchef von Schubert-Motorsport auf den Heimvorteil: "Weil wir die Strecke sehr gut kennen. Und natürlich haben wir hier Heimgeruch. Wir wissen, wann wir hier schnell sein können, und wir wollen den Heimvorteil nutzen. Wir hoffen natürlich, dass wir ganz am Ende auch die Sektdusche oder die Champagnerdusche abholen können." Dazu sei auf der kurvigen Strecke Geduld vonnöter, auch Präzision ist hier wichtig. Das Gaspedal muss mit Vorsicht betätigt werden.
In den Kurven der Motorsport-Arena kann es auch einmal sehr eng zugehen.
Van der Linde überstand am Norisring heftigen Crash
Schubert-Schützling Kelvin van der Linde stand hier vor zehn Jahren bei seinem ersten Rennen in der GT-Klasse gleich auf der Pole Position. "Hier muss schon einiges zusammenpassen", findet der in Südafrika geborene BMW-Fahrer. Beim Wochenende in Nürnberg kam auch einiges zusammen, aber negativer Art. Van der Linde wurde vom Dresdner Maximilian Paul äußerst unsanft abgeräumt. Während der Sachse mit einem Wadenbein- und Schienbeinbruch monatelang ausfällt, ging der spektakuläre Crash, bei dem die Tür seines BMWs herausgerissen wurde, für van der Linde glimpflich aus. Er stieg bei einem Rennen in Italien sogar schon wieder in ein Cockpit.
Der BMW von Kelvin van der Linde verlor beim Unfall am Norisring eine Tür.
Für den Zuspruch nach dem Unfall bedankte er sich: "Das war echt überragend. Die Anzahl Anrufe, Texte und so weiter, das zeigt einmal, dass Motorsport eine große Familie ist und dass halt alle speziell in schwierigen Zeiten zusammenstehen." Wie hat er es verarbeitet? "Das war ein großer Schock, aber ich glaube, das Einfachste ist, direkt weiterzumachen, und direkt wieder ins Auto zu steigen. Das haben wir gemacht."
Oschersleben als eine Art Heimstrecke für Thiim in Topform
Als Fahrer der Stunde kommt Thiim nach Sachsen-Anhalt. Nach der maximalen Ausbeute von 56 Zählern auf dem Norisring führt der Aston-Martin-Pilot erstmals die DTM-Gesamtwertung an. "Ich bin immer noch ein wenig fassungslos, Tabellenführer der DTM zu sein. Mein Vater ist lange in dieser Serie gefahren, für mich war es immer ein Kindheitstraum, ihm nachzueifern. Die Motorsport-Arena ist so etwas wie meine Heimstrecke. Sie ist nur rund vier Stunden von Dänemark entfernt, deshalb wird meine Familie mit dabei sein und mich unterstützen", sagt Thiim. Auch der Landrat der Börde, Martin Stichnoth (CDU), fiebert dem "großen Event" entgegen und freut sich auf die "super Stimmung".
Nicki Thiim trägt einen bekannten DTM-Namen und bekommt auf der "Heimstrecke" Besuch aus der dänischen Heimat. Auf den Norisring übernahm er erstmals die Führung in der Meisterschaft.
Im September auf dem Sachsenring
Danach stehen noch drei DTM-Wochenenden auf dem Programm, ein weiteres Mal geht es nach Mitteldeutschland: Vom 11. bis 13. September gastiert die Serie, die früher Deutsche Tourenwagen-Masters hieß, auf dem Sachsenring.
cke/pm
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