Radspur weg, Autospur hin: Stadt Bonn macht Bereich um Stadthaus vierspurig für Autos
Es gab zwar Protest von Radfahrern, aber dieser blieb ohne Erfolg. Deshalb müssen Sie nun weichen. Die Stadt Bonn hat mit den Markierungsarbeiten auf der B56, der Oxfordstraße, vor dem Stadthaus begonnen. Die K...
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Es gab zwar Protest von Radfahrern, aber dieser blieb ohne Erfolg. Deshalb müssen Sie nun weichen. Die Stadt Bonn hat mit den Markierungsarbeiten auf der B56, der Oxfordstraße, vor dem Stadthaus begonnen. Die Kreuzung dort ist ein Staupunkt, spätestens seit der Nordbrückensperrung. Nun wird pro Fahrtrichtung eine zweite Autospur eingerichtet.
Das ändert sich für Radfahrende
Das Nachsehen haben die Radfahrer. Bisher gab es hier eine Radspur - 1,85 Meter breit, autofrei. Wer jetzt etwa von der Altstadt oder vom Alten Friedhof Richtung Kennedybrücke radelt, muss einen kleinen Umweg nehmen: Der Radverkehr wird über die Straße Sterntorbrücke und über die Budapester Straße zum Friedensplatz umgeleitet. Über die Wilhelmstraße geht es dann zurück auf die B56, die ab dort weiterhin eine Umweltspur für Busse und Fahrräder hat.
In der Gegenrichtung fällt die bestehende Umweltspur weg, zugunsten der zweiten Autospur. Radfahrende bekommen einen Schutzstreifen. Also eine schmalere Spur, die nur mit gestrichelter Linie von der Autospur getrennt ist.
ADFC: "Das bringt überhaupt keine Vorteile"
Bei dieser Maßnahme geht es um einen kleinen Straßenabschnitt, der ein paar hundert Meter lang ist. Die Stadt will so den Verkehrsfluss an der Kreuzung am Stadthaus verbessern.
Wolfgang Utehs vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, ADFC, in Bonn zeigt sich irritiert:
"Der ADFC ist natürlich gegen die Maßnahmen, die den Radverkehr einschränken. Zumal ja der Verkehrsfluss auf vielleicht 150 bis 180 Metern jetzt zweispurig laufen kann, und dann schon wieder einspurig wird. Das bringt überhaupt keine Vorteile, weil der Flaschenhals bleibt ja." Wolfgang Utehs, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club
Die Umleitung der Radfahrenden über den Friedensplatz mit hoch frequentierter Bushaltestelle hält er zudem für gefährlich. Laut Utehs fahren dort rund 60 Busse pro Stunde. Er ist skeptisch, dass die Maßnahme rechtlich fundiert ist und kündigt an, dass der ADFC das prüfen werde.
Vielleicht kommt noch ein Schutzstreifen
Die Stadtverwaltung prüft zurzeit noch, ob in Fahrtrichtung Kennedybrücke ein Schutzstreifen für Radfahrer möglich ist. Dann wäre die Umleitung über den Friedensplatz schon bald wieder passé. Außerdem werde, ganz generell, jede Maßnahme evaluiert, so Marc Hoffmann, Pressesprecher der Stadt Bonn: "Wenn eine Maßnahme nicht zum Erfolg führen sollte, dann haben wir auch kein Problem damit, diese wieder rückgängig zu machen."
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung Stadt Bonn
- Gespräch Marc Hoffmann, Stadt Bonn
- Gespräch Wolfgang Utehs, ADFC Bonn
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bonn, 03.08.2026, 18:09 Uhr