Pet Shop Boys feiern 72. Geburtstag von Neil Tennant mit 10.000 Fans
wa.deNRWStand: 11.07.2026, 10:18 UhrKommentareUns auf Google folgenDie Pet Shop Boys zeigten in Mönchengladbach eine opulente Show. © Frank ZöllnerDie britische Elektropop-Band Pet Shop Boys spielte in NRW ein ...
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Stand: 11.07.2026, 10:18 Uhr
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Die britische Elektropop-Band Pet Shop Boys spielte in NRW ein Konzert ihrer „Dreamworld“-Tour. Das Publikum sang dem Sänger Neil Tennant ein Geburtstagsständchen.
Mönchengladbach – Zum Abschluss des Abends gibt es noch ein Geburtstagsständchen für den Sänger. Neil Tennant schallen „Happy Birthday“-Rufe entgegen, der am Freitagabend 72 Jahre wurde. Und Tennant, mittlerweile mit sehr lichtem Haar, ist gut gealtert. Seine glockenhelle Stimme trägt über zwei Stunden die 28 Hits aus weit über 40 Jahren Bandgeschichte. Auch die Songs des stilprägenden, britischen Elektopop-Duos wie „West End Girls“, „Rent“ oder „New York City Boy“ sind zeitlose Klassiker und immer noch frisch, sodass dieser Auftritt weit davon entfernt ist, ein reine Nostalgie-Veranstaltung zu sein.

Das erste von zwei Freiluftkonzerten in Deutschland im Rahmen ihrer „Dreamworld – The Greatest Hits“-Tour ist ein umjubelter Auftritt vor rund 10 000 Fans im Hockeystadion. Der Innenraum ist zwar bestuhlt, aber als die ersten Klänge vom Opener „Suburbia“ erklingen, bleibt von da an ohnehin niemand mehr sitzen.

„Wir sind die Pet Shop Boys“, stellt Tennant auf deutsch sich und seinen kongenialen Mitmusiker Lowe vor, der stoisch für den rhythmischen Klangteppich auf einer Art Podest im Hintergrund sorgt und nie eine Miene verzieht. Tennants Ansagen bleiben spärlich. Er liebe die Energie, lobt der Sänger das Publikum. Nachdem er „Heart“ mit dem ikonischen Ausrufen „Beat“ zu Ende gesungen hat, sagt er, dass nun der nächste Hit von diesem Hitalbum von 1987 mit „What have I done to deserve this?“ direkt folgt.
Die Bühnenshow ist opulent mit riesigen LED-Leinwänden. Da flimmern fluoreszierende Elemente, es marschieren Strichmännchen, dazu gibt es Bilder, als die Pet Shop Boys noch jung waren oder zu „It‘s a sin“ wird die Bühne in einem höllenroten Licht getaucht. Dazu tragen beide am Anfang Gesichtsmasken, später hat Tennant einen weißen Mantel an und zur Zugabe von „West End Girls“ einen eleganten schwarzen.
Neil Tennant und Chris Lowe setzen Standards für perfekte Hits. Die beiden Musiker, die sich Unterstützung auf der Bühne durch drei multi-instrumentale Begleitmusiker samt weiblichem Gesangspart bekommen, bedienen sich dabei aus ihrem beeindruckenden Fundus aus mehr als einem Dutzend Studioalben und mehreren Nummer-1-Hits wie „It’s a sin“ oder „Always on my mind“. Die Stimmung schwankt zwischen Melancholie und Euphorie und die Texte haben eine Bandbreite zwischen verschwenderischer Lebensbejahung und sozialkritischem Standpunkten.
So entstehen teils sanfte Popsongs mit Tiefgang, etwa wenn ihre LGBTQ+-Hymne „Go West“ mit historischen Bildern von jungen schwulen Männern in San Francisco bei Demos oder bei Christopher Street-Day-Paraden untermalt wird. Die Männer, die ab und zu das Bühnenbild, bestehend aus zwei großen Straßenlaternen, verschieben, sehen aus wie gut gebaute Bauarbeiter mit Helmen – so viel Klischee darf sein. Und in „Suburbia“ geht es auf der anderen Seite um Gewalt in trostlosen Vororten. Aber auch Utopien werden beschworen, etwa wenn es heißt „Dreeamland is a free land“.
Die Pet Shop Boys haben einen hohen Wiedererkennungswert – das ist ihr Markenkern. Das liegt nicht nur an ihrem typischen Synthie-Klang und ihren Melodien, sondern auch an Neil Tennant. Der klingt ausgesprochen britisch, ein wenig distanziert und unterkühlt. Sein Gesang wirkt wie ein Erzählstil, als ob Tennent mit seinen Fans redet. Und jeder im Publikum erinnert sich daran, wann die Pet Shop Boys sie mit ihren unverschämt eingängigen Songs das erste Mal für sie eingenommen haben