Potsdamer und SPD-Urgestein: Ex-Regierungssprecher Heye mit 85 Jahren gestorben
Er war der Kommunikator von Willy Brandt und Gerhard Schröder: Der Journalist und Autor Uwe-Karsten Heye, der 2006 nach Potsdam gezogen ist, engagierte sich auch gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus.
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Der frühere Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye ist tot. Heye starb bereits am vergangenen Donnerstag im Alter von 85 Jahren, wie der von ihm mitbegründete Verein „Gesicht zeigen!“ am Montag mitteilte.
Heye war im Jahr 1998 der erste Sprecher der rot-grünen Bundesregierung des damals neu gewählten Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD) geworden. Den Posten als Regierungssprecher übte er vier Jahre lang aus. Das journalistische Handwerk hatte Heye unter anderem bei der „Süddeutschen Zeitung“ gelernt, für die er von 1968 bis 1973 als Korrespondent in Bonn arbeitete. Danach wurde er Redenschreiber des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt, dessen Pressesprecher er auch nach dem Ende von Brandts Kanzlerschaft blieb. Ab 1979 arbeitete er als freier Journalist, von 1990 an war SPD-Mitglied Heye Sprecher der niedersächsischen Landesregierung unter Gerhard Schröder.
Einem breiteren Publikum wurde er auf Bundesebene nach dem Regierungswechsel 1998 bekannt, als er für die Außendarstellung der von einem holprigen Start geplagten rot-grünen Koalition zuständig war. Er erwarb sich einen Ruf als gelassener und loyaler Regierungssprecher. Nach der Bundestagswahl gab er das Amt an Bela Anda ab und ging für zwei Jahre als deutscher Generalkonsul nach New York. 2006 wurde Heye Chefredakteur der SPD-Mitgliederzeitung „Vorwärts“; den Posten behielt er vier Jahre lang. In dem Jahr zog Heye, der auch Kolumnist bei den Potsdamer Neuesten Nachrichten war, nach Potsdam-Babelsberg.
Von sich reden machte der im Sudetenland geborene Heye auch als Autor von „Vom Glück nur ein Schatten. Eine deutsche Familiengeschichte“, in dem er den Lebensweg seiner Eltern erzählt. Das Werk wurde 2009 verfilmt. Gemeinsam mit der früheren Leiterin des Potsdamer Filmmuseums schrieb Heye das Buch „Wir wollten ein anderes Land“ über Dalichows eigene Familiengeschichte und ihre Mutter, Potsdams frühere Oberbürgermeisterin Brunhilde Hanke. Engagiert war Heye zudem ab 2000 als Gründer und Vorsitzender des Vereins „Gesicht zeigen! Aktion weltoffenes Deutschland“, der sich gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus einsetzt. (AFP, mit KG)