Rhein-Main-Link: Ortsbeirat will Trasse 100 Meter verschieben

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Rhein-Main-Link: Ortsbeirat will Trasse 100 Meter verschieben

Stand: 04.08.2026, 07:35 Uhr

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Der Trassenverlauf kann im Detail angesehen werden

Der Trassenverlauf bei Fauerbach hat schon auf dem Bürgerinfomarkt in Nieder-Weisel die Bürger im Detail interessiert. © thg

Der Ortsbeirat Fauerbach fordert eine Änderung der geplanten Trassenführung. Die Stromleitung soll mindestens 100 Meter weiter nördlich verlaufen als ursprünglich vorgesehen.

Butzbach – Mit Energiethemen hat sich der Ortsbeirat Fauerbach v .d. H. kürzlich beschäftigt. Beide haben mit Strom zu tun. Es ging um den Rhein-Main-Link und um die geplante Agri-Photovoltaik-Anlage, für deren Umsetzung derzeit der Bebauungsplan offengelegt ist.

 Butzbach Fauerbach Rhein-Main-Link Bohrung

Rhein-Main-Link Bohrung in Butzbach Fauerbach. © Hans-Martin Bachus

Die Nord-Süd-Stromtrasse Rhein-Main-Link soll auch durch Butzbach verlaufen. Vor allem hat in jüngster Vergangenheit dabei die Trassenführung entlang der Autobahn 5 bei Griedel gestanden. Ziel der Planer war es, eine Verlegung der Stromkabel östlich von Gambach und zwischen Rockenberg und Oppershofen zu vermeiden. Weniger im Blick lag dabei der Korridor im übrigen Butzbacher Stadtgebiet. Unter anderem der Ortsbeirat Fauerbach hat sich aber umfangreich mit dem Großprojekt beschäftigt. Das berichtet Ortsvorsteher Hans-Martin Bachus (CDU) im Gespräch mit der BZ.

Energiekorridor

Der Rhein-Main-Link soll einmal Strom aus Offshore-Windenergie, die vor der Küste Niedersachsens gewonnen wird, nach Hessen transportieren. Die geplante Erdkabeltrasse ist voraussichtlich 600 Kilometer lang. Das Projekt befindet sich aktuell im Planfeststellungsverfahren. Bis Ende 2026 sollen für alle Planungsabschnitte die Genehmigungsunterlagen bei der Bundesnetzagentur abgegeben werden. Insgesamt dauert das Planfeststellungsverfahren voraussichtlich vier Jahre. Die Inbetriebnahme ist nach vier- bis fünfjähriger Bauzeit im Jahr 2033 geplant.

Der Rhein-Main-Link war neben anderen Aspekten ein Tagesordnungspunkt der jüngsten Ortsbeiratssitzung. Die Mitglieder des Gremiums stimmten dafür, im weiteren Verfahren zur Genehmigung der Stromtrasse, eine Änderung des Verlaufs vorzuschlagen.

„Das Thema köchelt im Ort“, berichtete Bachus. Die Ortsbeiratssitzung sei so gut besucht gewesen wie nie. Ist sonst meist etwa ein Dutzend Zuhörer dabei, seien es nun 26 gewesen. Der Ortsbeirat habe sich im Vorfeld unter anderem mit Stadtrat Wolfgang Bender zum Thema besprochen. Ferner habe er die Bundesnetzagentur um Auskunft zum Verfahren gebeten. Eine erfreulich konkrete Stellungnahme sei die Antwort gewesen, sagte Bachus.

Im September 2024 hatte der Ortsbeirat noch unter Ortsvorsteher Ewald Reitz (CDU) eine Eingabe erstellt und erklärt, dass er mit der Streckenführung nicht einverstanden sei. Sie sei weiter gültig und aufgenommen worden. Erst zum Jahresende hin werde sie zur Sprache kommen, wenn der entsprechende Planfeststellungsabschnitt im Anhörungsverfahren sei.

„Wir haben einen realistischen Vorschlag unterbreitet“, sagt Bachus, nachdem im Vorfeld grob abgestimmt worden sei, wie eine Trassenführung anders als in den Planungsunterlagen vorgesehen vollzogen werden kann. Ziel sei es, die Stromtrasse „etwas weiter“ von der Bebauungsgrenze in Fauerbach in Richtung Hoch-Weisel zu verschieben.

Die Alternativtrasse würde mindestens 100 Meter weiter nördlich verlaufen als die Ursprungslinie. Statt deren zwei „Knicke“ würde die Ortsbeiratsvariante nur eine solche Abknickung aufweisen.

Die Trasse stoße bei der Anhöhe Kulmond wieder auf die Planungsgrundlage. Im weiteren Verlauf in Richtung Südwesten werde der Rhein-Main-Link mit seinen Leitungen über eine Strecke von etwa 700 Meter unterirdisch „durchgeschossen“. Das gilt unter anderem für die dort verlaufende Landesstraße Fauerbach–Münster. Das Gelände werde dort nicht verändert.

Das Unternehmen Amprion, das den Rhein-Main-Link plant und realisiert, hatte bereits frühzeitig Probebohrungen angekündigt, um den Trassenverlauf genauer beurteilen zu können. In Fauerbach ist in der Landschaft ein entsprechend markiertes Rohr angelegt worden.

Ackerbau unter Solarpaneelen

Die sogenannte Agri-Photovoltaik-Anlage Lange Brach, die hauptsächlich auf Münsterer Gemarkung liegt, ist laut Ortsvorsteher Bachus in Fauerbach „so gut wie kein Thema“. Seines Wissens sei das so auch in Münster der Fall. Fauerbach sei insofern von der Anlage betroffen, als die Einspeisung auf dem Gebiet des Stadtteils stattfinden soll.

Im Plangebiet soll auf einer Fläche von rund 9,5 Hektar eine Anlage zur Stromgewinnung entstehen. Die Solarmodule sollen dabei so montiert werden, dass eine landwirtschaftliche Nutzung – Acker- oder Grünlandbewirtschaftung – auf dem Areal weiter möglich ist. Das Herzstück des Projekts ist laut Unternehmen Arteus Energy aus Karlsruhe, das das Projekt umsetzt, die Agri-PV-Anlage mit geplanten vier Megawatt-Peak Leistung in Kombination mit einem Grünstromspeicher.

Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens liegt der Planentwurf im Rahmen der öffentlichen Beteiligung noch bis zum 28. August aus. Hinweise zu möglichen Eingaben aus der Bevölkerung gibt es auf der Internetseite der Stadt Butzbach https://stadt-butzbach.de.