Kritik aus der Union: Auch Parteikollegen fordern Rücktritt von Fraktionschef Spahn nach Leihmutter-Skandal
Unionsfraktionschef Jens Spahn hat durch seine Vaterschaft mithilfe einer Leihmutter in den USA eine Welle der Empörung ausgelöst. Auch aus seiner eigenen Partei werden Forderungen nach einem Rücktritt lauter. Spahn selbst erklärte inzwischen, er wolle die Fraktion über seine politische Zukunft entscheiden lassen.
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AUDIO: Leihmutterschaft: Thüringer Frauenunion fordert Spahns Rücktritt (5 Min)
Leihmutterschaft
Rücktrittsforderungen gegen CDU-Fraktionschef Spahn werden lauter
Stand: 17.07.2026 20:59 Uhr
Unionsfraktionschef Jens Spahn hat durch seine Vaterschaft mithilfe einer Leihmutter in den USA eine Welle der Empörung ausgelöst. Auch aus seiner eigenen Partei werden Forderungen nach einem Rücktritt lauter. Spahn selbst erklärte inzwischen, er wolle die Fraktion über seine politische Zukunft entscheiden lassen.
von MDR AKTUELL
Der Druck auf Unionsfraktionschef Jens Spahn nimmt zu. Die Chefin der Thüringer Frauen Union, Marion Rosin, sprach sich im Interview mit MDR AKTUELL für einen Rücktritt des Parteikollegen aus. Wer als Politiker Maßstäbe für andere setze, müsse sich auch selbst daran messen lassen. Spahn hatte am Mittwoch bekannt gemacht, dass er und sein Ehepartner mit Hilfe einer Leihmutter in den USA ein Kind austragen lassen hatten.
Parteikollegen sehen Spahns Glaubwürdigkeit beschädigt
Rosin betonte, es sei eine entscheidende Frage, wie jemand zur Vaterschaft oder Mutterschaft komme. In der Partei gebe es eine klare Beschlusslage und in Deutschland eine klare Gesetzeslage. Leihmutterschaft sei hier aus guten Gründen verboten. Durch den Umweg über das Ausland habe Spahn möglicherweise legal gehandelt, aber sich über den Geist des deutschen Gesetzes hinweg gesetzt.
Ähnlich äußerte sich die Vorsitzende der Frauen Union in Sachsen-Anhalt, Christiane Diehl, im "Spiegel". Auch Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Landeschef Daniel Peters forderte Spahns Rücktritt. Peters sagte der "Bild"-Zeitung, die CDU stehe gerade in ethischen Fragen für Glaubwürdigkeit und Klarheit. Spahn habe sich mit seiner Leihmutterschaft in den USA über in Deutschland geltendes Recht hinweggesetzt.
Spahn: "Fraktion entscheidet über meine Zukunft"
Spahn erklärte inzwischen, er wolle die Fraktion über seine politische Zukunft entscheiden lassen. In seiner ersten öffentlichen Äußerung in der Debatte um die Leihmutterschaft sagte er der "Bild", er werde mit der Fraktion reden. Nur sie könne entscheiden, wie es weitergehe. Für ihn gebe es aber nichts Wichtigeres als die Familie.
Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz sagte, er sehe nicht, dass an der geltenden Rechtslage Änderungen vorgenommen werden sollten. Alles weitere werde man bei der nächsten Sitzung des CDU-Präsidiums beraten. Die nächste reguläre Sitzung des Gremiums ist am Montag. Einer Fraktionssprecherin zufolge wird Spahn an der Sitzung nicht teilnehmen.
MDR, KNA (rnm)
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