Schlagerstars verurteilen Anschlag auf Berliner CSD: „Dürfen uns nicht einschüchtern lassen“
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Stand: 26.07.2026, 18:07 Uhr
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Eine Tote, Dutzende Verletzte: Nach dem CSD-Anschlag in Berlin melden sich verschiedene Schlagerstars mit klaren Worten – und einem eindringlichen Appell.
Berlin – Ein Abend, der als Fest der Freiheit begann, endet in einer Tragödie: Am Samstag raste ein Mann mit einem Kastenwagen in eine Menschenmenge am Rande des Berliner Christopher Street Day im Tiergarten nahe des Potsdamer Platzes. Eine Frau verlor dabei ihr Leben, 29 weitere Menschen wurden dabei teils schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter, ein 21-jähriger Deutsch-Libanese mit Verbindungen zur islamistischen Szene Berlins, flüchtete nach dem CSD-Anschlag zu Fuß – und ist bis zum Sonntagabend auf der Flucht (Stand: 26. Juli; 17:30 Uhr). Bundesinnenminister Dobrindt sprach von einem islamistischen Terroranschlag.
Während die Polizei mit einem öffentlichen Fahndungsfoto nach dem Verdächtigen sucht, der laut Medienberichten der IS-Terrormiliz nahestehen soll und erst im Mai aus dem Jugendarrest entlassen worden war, melden sich aus der Schlagerwelt tief betroffene Stimmen zu Wort. Denn der deutsche Schlager und die queere Szene hierzulande sind seit Jahren eng miteinander verbunden. Manch ein Hit, darunter Marianne Rosenbergs (71) „Er gehört zu mir“ (1975), wurde gar zur Hymne der Bewegung.
Nach CSD-Anschlag in Berlin: Schlagerstars fordern Haltung und Zusammenhalt gegen Terror
Und so verwundert es wenig, dass sich Marianne Rosenberg nach dem Anschlag via Instagram an ihre Hörer wandte. Der CSD stehe für Sichtbarkeit, Menschlichkeit und die Überzeugung, dass jeder Mensch so leben und lieben dürfe, wie er möchte: „Gerade jetzt dürfen wir uns nicht einschüchtern lassen.“ Und weiter: „Hass hat Hass nie besiegt, lass es Liebe sein!“ Auch Ross Antony (52), der als offen schwuler Künstler seit Jahren ein Gesicht der queeren Community in der deutschen Unterhaltungsbranche ist, zeigte sich tief bewegt. In seiner Instagram-Story drückte er aus, was viele empfinden: „Gerade der CSD steht für Liebe, Vielfalt, Freiheit und dafür, dass jeder Mensch so leben und lieben darf, wie er oder sie ist. Dass ausgerechnet dort so viel Leid geschieht, tut unglaublich weh.“
Sängerin Maite Kelly (46) postete schlicht ein Kerzenbild mit den Worten: „In stillem Gedenken an die Opfer des CSD in Berlin.“ Inka Bause (57) teilte auf Instagram ein Zitat der 1919 ermordeten Politikerin Rosa Luxemburg († 47): „Die Missachtung des Lebens und die Brutalität gegen den Menschen lassen die Fähigkeit des Menschen zur Unmenschlichkeit erkennen. Sie kann und darf kein Mittel irgendeiner Konfliktlösung sein und bleiben.“ Auch Isi Glück meldete sich fassungslos zu Wort: „Wieder einmal fassungslos! Meine Gedanken sind bei den Betroffenen und Angehörigen! Man hat keine Worte mehr!“
Politisch ist die Erschütterung ebenso groß. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53) bezeichnete den CSD-Anschlag als Angriff auf die freie und weltoffene Gesellschaft. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von einer „abscheulichen Tat“, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) von einem Angriff auf die offene Gesellschaft. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (53) ordnete Trauerbeflaggung an. Hunderttausende, darunter auch Popstar Sarah Connor (46), hatten den CSD in Berlin zuvor friedlich unter dem Motto „Haltung ist hot“ gefeiert – ein Zeichen für Toleranz und queere Rechte, das nun von Gewalt überschattet wird.
Den vielleicht direktesten Kommentar zum CSD-Anschlag lieferte Kerstin Ott (44). Die Schlagersängerin, die als lesbische Frau selbst Teil der queeren Community ist, schrieb auf Instagram ohne Umschweife: „Menschlich betrachtet ist Islamismus für mich eine frauenfeindliche und menschenverachtende Organisation.“ Zugleich richtete sie scharfe Worte an rechte Parteien, die die Tat für politische Zwecke zu instrumentalisieren versuchten. Verwendete Quellen: instagram.com, Deutsche Presse-Agentur