Schon im August 2026 wieder zu sehen: Was bei einer Sonnenfinsternis am Himmel passiert

wa.deLebenWissenStand: 14.07.2026, 14:21 UhrKommentareUns auf Google folgenWie kann der winzige Mond die riesige Sonne komplett verdecken? Für Sonnenfinsternisse ist ein großer kosmischer Zufall verantwortlich....

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Schon im August 2026 wieder zu sehen: Was bei einer Sonnenfinsternis am Himmel passiert

Stand: 14.07.2026, 14:21 Uhr

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Wie kann der winzige Mond die riesige Sonne komplett verdecken? Für Sonnenfinsternisse ist ein großer kosmischer Zufall verantwortlich.

Frankfurt – Mitten am Tag verdunkelt sich der Himmel, Vögel verstummen, und die Sonne verschwindet für kurze Zeit hinter dem Mond. Was wie Magie wirkt, ist ein präzises Zusammenspiel aus Astronomie und einem der bemerkenswertesten Zufälle im Universum. Verantwortlich für jede Sonnenfinsternis ist der Neumond. In dieser Phase steht er exakt zwischen Erde und Sonne – seine uns zugewandte Seite liegt im Dunkeln, weshalb er von der Erde aus unsichtbar ist. Sein Schatten fällt dabei auf die Erdoberfläche und erzeugt die Finsternis.

Die verschiedenen Phasen einer totalen Sonnenfinsternis. (Archivbild)

Die verschiedenen Phasen einer totalen Sonnenfinsternis. (Archivbild) © Leemage/Imago

Der Mondschatten besteht aus zwei Bereichen:

  • Penumbra (Halbschatten): mehrere tausend Kilometer breit. Wer sich hier befindet, sieht eine partielle Sonnenfinsternis – die Sonne ist nur teilweise bedeckt.
  • Umbra (Kernschatten): Nur einige hundert Kilometer schmal. Wer in diesen Pfad gerät, erlebt eine totale Sonnenfinsternis: Die Sonne verschwindet vollständig, die Sonnenkorona leuchtet als zarter Strahlenkranz – sichtbar für kurze Zeit. Bei der Totalität vom 8. April 2024 über Nordamerika dauerte dieser Moment maximal 4 Minuten und 28 Sekunden.

Der erstaunlichste Zufall des Sonnensystems

Wie kann der viel kleinere Mond die riesige Sonne vollständig verdecken? Die Sonne ist rund 400-mal größer als der Mond – aber auch rund 400-mal weiter entfernt. Beide Himmelskörper haben dadurch am Himmel denselben scheinbaren Winkeldurchmesser von etwa 0,5 Grad – ein kosmischer Zufall, der im bekannten Sonnensystem einzigartig ist.

Ist der Mond jedoch in seinem erdfernsten Punkt (Apogäum) und damit scheinbar zu klein, bleibt ein leuchtender Sonnenring sichtbar: der sogenannte „Ring of Fire“ einer ringförmigen Sonnenfinsternis.

Neumond gibt es monatlich – Finsternisse jedoch nicht. Der Grund: Die Mondbahn ist gegenüber der Erdumlaufbahn um etwa 5,1 Grad geneigt. Eine Finsternis entsteht nur, wenn Neumond und ein sogenannter Mondknoten zeitlich zusammenfallen – das passiert nur wenige Male pro Jahr.

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Ein Schauspiel mit Ablaufdatum

Sonnenfinsternisse sind vergänglich – in mehr als einer Hinsicht. Der Mond entfernt sich jährlich um rund 3,8 Zentimeter von der Erde. In ferner Zukunft wird er zu weit entfernt sein, um die Sonne je wieder vollständig zu bedecken. Wer also die nächste Gelegenheit hat, sollte sie nutzen und die Sonnenfinsternis bewundern – ob partiell, ringförmig oder total.

3D Isometrische flache konzeptionelle Illustration der Sonnenfinsternis, Bildungs-Diagramm<br>3D Isometrische flache konzeptionelle Illustration der Sonnenfinsternis, Bildungsdiagramm

So entsteht eine Sonnenfinsternis: Der Mond schiebt sich zwischen Erde und Sonne und wirft seinen Schatten auf unseren Planeten. © IMAGO/Zoonar.com/Anastasiia Torianyk

Die nächste Chance ergibt sich schon bald: Am 12. August 2026 ist in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen – in Teilen Spaniens und Islands ist es sogar eine totale Sonnenfinsternis. (Quellen: NASA, ESA, timeanddate.de, eigene Recherche) (tab)