USA und Japan stützen den Yen – hilft das auch der Schweiz?

Schwache japanische Währung Japan und USA stützen Yen – was heisst das für die Schweiz? Yen auf Rekordtief: Die Schweiz wird für Gäste aus Japan extrem teuer...

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USA und Japan stützen den Yen – hilft das auch der Schweiz?

Schwache japanische Währung Japan und USA stützen Yen – was heisst das für die Schweiz?

Yen auf Rekordtief: Die Schweiz wird für Gäste aus Japan extrem teuer. Hilft nun die historische Devisenintervention?

03.08.2026, 19:15

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Das ist passiert: Es ist die aussergewöhnlichste Devisenmarktintervention der jüngeren Geschichte. Japan versucht zusammen mit den USA den Wertzerfall der japanischen Währung zu stoppen. Die beiden Länder haben auf dem Devisenmarkt Yen gekauft, um den Kurs zu stützen. Es ist das erste Mal seit fast 30 Jahren, dass sich die USA an einer solchen Intervention zugunsten der japanischen Währung beteiligen. Auch gegenüber dem Schweizer Franken ist der Yen im Tief. Der Yen kostet derzeit nur noch halb so viel wie vor 20 Jahren.

Schmerzgrenze erreicht: Der schwache Yen ist für Japan zunehmend ein Problem. Das Land importiert viele Produkte aus dem Ausland, vor allem auch Treibstoffe, Öl und Kohle. Mit dem schwachen Yen verteuert sich die Ware und die Inflation steigt. Japan hat bereits im April und Mai zweimal auf dem Devisenmarkt interveniert und für rund 70 Milliarden Dollar Yen gekauft. Allerdings ohne Erfolg. Nun haben sich erstmals seit 1998 auch die USA eingeschaltet.

Nahaufnahme einer Währungstafel mit Wechselkursen und Teil eines Gesichts im Vordergrund.
Legende:

Der Wechselkurs ist im Fokus. Ein noch schwächerer Yen könnte zu Turbulenzen an den Finanzmärkten führen.

Keystone / EPA / RODRIGO REYES MARIN

Tourismus halbiert: Die Yen-Schwäche hat unter anderem Auswirkungen auf den Tourismus in der Schweiz, die japanischen Gäste werden immer seltener. Es kommen nur noch halb so viele Japanerinnen und Japaner in die Schweiz wie vor 20 Jahren. Vor allem in der Pandemie fehlten die Gäste fast komplett. Im Gegensatz zu anderen Herkunftsländern hat sich das Geschäft seither nicht mehr erholt. Der schwache Yen belastet den Tourismus. Weil der Yen an Kaufkraft verloren hat, können sich die Menschen aus Japan einen Aufenthalt in der Schweiz nicht mehr leisten.

Auswirkungen auf den Handel: Der schwache Yen wirkt sich unter anderem auch auf den Handel aus. Schweizer Produkte sind aus Sicht von Japan immer teurer. Die Exporte der Schweiz nach Japan haben in den letzten Jahren nur noch leicht zugenommen. Die Importe der Schweiz aus Japan wiederum haben explosionsartig zugenommen. Weil der Yen so schwach ist, haben viele Anleger in Japan Gold verkauft, welches dann teilweise in einer Goldschmelze in der Schweiz verarbeitet wird.

Gründe für schwache Währung: Der Yen hat sich aus verschiedenen Gründen in den vergangenen Jahren stark abgeschwächt. Zum einen sitzt das Land auf einem enormen Schuldenberg, die Verschuldung liegt bei über 200 Prozent des japanischen Bruttoinlandproduktes. Es gibt keine andere Industrienation mit so hohen Schulden, das macht die Anlegerinnen und Investoren misstrauisch und schwächt die Währung. Der Yen ist auch schwach, weil die Zinsen in Japan sehr tief sind. Das macht die japanische Währung für Anlagen uninteressant.

Was bringt die Intervention?

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Dass die japanische Regierung gemeinsam mit dem US-Finanzministerium nun auf dem Devisenmarkt interveniert hat, wirft Fragen auf. Vorübergehend konnte der Yen-Kurs zwar leicht zulegen, um rund 3 Prozent auf 51 Rappen pro 100 Yen. Solche Interventionen haben in der Regel aber nur einen kurzfristigen Effekt.

Täglich werden auf der Welt fast 1400 Milliarden Dollar in Yen umgetauscht, eine riesige Summe. Das heisst: Es gibt keine Regierung der Welt, die diesen Wechselkurs systematisch und dauerhaft mit Zukäufen steuern kann. Einzig die japanische Notenbank könnte mit deutlich höheren Zinsen zumindest versuchen, den Kurs zu stützen.

Eigeninteressen der USA: Die USA verfolgen bei der Hilfe für Japan vor allem Eigeninteressen. Letzte Woche ist der Yen-Kurs gegenüber dem Dollar auf den tiefsten Stand seit 40 Jahren gefallen. Der Kurszerfall könnte dazu führen, dass die japanischen Firmen ihre versprochenen Investitionen von mehreren hundert Milliarden Dollar in die USA drosseln müssten. Die Intervention auf dem Devisenmarkt ist auch ein Signal der US-Regierung, dass sie vor Zukäufen anderer Währungen nicht zurückschreckt. So hat Präsident Trump zuvor auch Argentinien unterstützt, mit Zukäufen von Pesos. Solche direkten Interventionen waren zuvor eher ein Tabu, weil die Wirkung umstritten ist. Eine Stärkung des Yen würde auch der Schweiz helfen. Zumindest für die Industrie wäre es einfacher, Schweizer Produkte nach Japan zu liefern, und Schweizer Hotels könnten wieder mehr Gäste aus Japan empfangen.

SRF 4 News, 3.8.2026, 16:12 Uhr;liea