Wanderer in Italien verweigern Bergrettung
Am Gran Sasso in Italien lösten fünf Wanderer einen Notruf aus, nachdem sie in einem Sturm überrascht wurden. Doch sie zogen weiter und verweigerten später die Rettung. Die Einsatzkräfte mussten den Rettungseinsatz abbrechen.
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Sie hatten den Notruf gewählt
Wanderer in Italien verweigern Bergrettung
Am Gran Sasso in Italien lösten fünf Wanderer einen Notruf aus, nachdem sie in einem Sturm überrascht wurden. Doch sie zogen weiter und verweigerten später die Rettung. Die Einsatzkräfte mussten den Rettungseinsatz abbrechen.
Publiziert: 06:21 Uhr
Darum gehts
KI-generiert, redaktionell geprüft
- Wanderer gerieten auf Gran Sasso in Italien in 2600 Metern Höhe in Sturm
- Rettungsteam brach Einsatz ab, da Wanderer Begleitung verweigerten
- SAC empfiehlt Satellitentelefone und gute Planung für Notsituationen
Mattia JutzelerRedaktor News
Bergsteigen ist schon bei schönem Wetter kein risikofreies Hobby. Wenn dann noch plötzlich ein Gewitter aufzieht, kann es für Wanderer schnell lebensgefährlich werden.
Mit einer solchen Situation sahen sich vor rund zwei Wochen fünf Bergsteiger in Italien konfrontiert. Während einer Wandertour am Gran Sasso wurde die Gruppe eines Abends in rund 2600 Metern Höhe von einem Sturm überrascht und setzte daraufhin einen Notruf ab. Die Einsatzzentrale informierte die Wanderer anschliessend, dass sie in Kürze nochmals telefonisch von der Bergrettung kontaktiert würden, um den Rettungseinsatz zu planen.
Rettung verweigert
Trotz dieser letzten Anweisung zogen die fünf Wanderer nach diesem ersten Anruf aber weiter, wie unter anderem «Il Dolomiti» berichtet. «Sie begaben sich in ein Gebiet ohne Telefonnetz, was einen weiteren Kontakt unmöglich machte», heisst es im Einsatzbericht. Da der aktuelle Zustand der Wanderer nicht überprüft werden konnte, entsandte die Bergrettung ein Rettungsteam.
Dieses Rettungsteam erreichte die Gruppe dann auch kurz vor Tagesanbruch. Die fünf Wanderer hatten inzwischen in ihren Zelten Schutz vor dem Sturm gesucht. Die Bergretter vergewisserten sich zuerst, dass niemand verletzt war. Danach wollten sie die Wandergruppe zurück zum Fuss des Berges begleiten.
«Die Wanderer weigerten sich jedoch, begleitet zu werden und erklärten, sie bräuchten keine Hilfe», heisst es im Bericht. «Der Rettungseinsatz wurde bei Tagesanbruch abgebrochen.»
Mobilfunknetz ist essenziell
Die Reaktion der fünf Wanderer auf die Rettungsaktion zeigt, dass sie sich vor ihrer Wandertour wohl nicht mit dem korrekten Handeln in einer solchen Notsituation auseinandergesetzt haben. «Ein Hilferuf darf nur in einer tatsächlichen Notsituation abgesetzt werden», schreibt die Bergrettung Abruzzo in einem Appell nach dem Vorfall. «Sobald das Rettungssystem aktiviert ist, ist es ausserdem unerlässlich, den Kontakt zur Leitstelle aufrechtzuerhalten.»
Auch der Schweizer Alpen-Club SAC macht Bergsteiger auf die Wichtigkeit einer stabilen Mobilfunkverbindung aufmerksam, besonders in abgelegenem Gelände. «Ist man regelmässig an Orten unterwegs, wo kein Netz vorhanden ist, gilt es, dies in der Planung und in der Risikobeurteilung zu berücksichtigen und sich die Punkte zu merken, an denen das Handy ein Signal empfängt», schreibt der SAC auf seiner Website.
Als Alternativen zum Mobilfunknetz empfiehlt der SAC, auf Satellitenmobiltelefone oder per Funkgerät auf das Funknetz der Rega zurückzugreifen. Diese Geräte können im Notfall auch ohne Mobilfunknetz eine Verbindung zu Rettungskräften sicherstellen. Sowieso ist es aber wichtig, sich vor einer Wandertour gut vorzubereiten, alle möglichen Wetterszenarien zu kennen und ein Erste-Hilfe-Set im Gepäck zu haben.