Spanische Exklave Ceuta: Europas Migrationspolitik am Limit – wieder einmal
Zehntausende Migranten, 19 Tote, eine überforderte Exklave – und ein Kontinent, dessen Migrationspolitik noch immer keine guten Antworten hat. Denn die Bilder aus der spanischen Exklave Ceuta sind keine Ausnahme.
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Spanische Exklave Ceuta Europas Migrationspolitik am Limit – wieder einmal
31.07.2026 · 13:37 Uhr
Dutzende Migranten kommen nach dem Überqueren der Grenze in Ceuta an.
Foto: Marcos Moreno/EUROPA PRESS/dpa/Marcos Moreno
Meinung | Berlin · Zehntausende Migranten, 19 Tote, eine überforderte Exklave – und ein Kontinent, dessen Migrationspolitik noch immer keine guten Antworten hat. Denn die Bilder aus der spanischen Exklave Ceuta sind keine Ausnahme.
Die Bilder und Videos aus der Exklave Ceuta zeugen ebenso von Kontrollverlust wie von einer humanitären Katastrophe: Zehntausende Migranten sind innerhalb weniger Tage von Marokko aus – zum Teil durch das Meer schwimmend – in die Stadt gelangt, die in Nordafrika liegt, aber zu Spanien gehört. Mindestens 19 kamen bei dem Versuch ums Leben. Es ist nicht das erste Mal, dass Menschen in großer Zahl versuchen, auf irregulärem Weg nach Europa zu kommen. Die EU hat deswegen Vorsorge getroffen: Das Gemeinsame Europäische Asylsystem (Geas) soll koordinieren, verteilen, schützen. Stattdessen steht Spanien gerade allein da. Wieder einmal.
Auslöser war ein Urteil des obersten Gerichtshofs Spaniens: Migranten, die auf dem Seeweg in die Exklave kommen, dürfen nicht mehr sofort zurückgeschickt werden. Marokko – wie andere Nachbarn Europas – nutzt solche Momente immer wieder als Druckmittel. 2021 öffnete Rabat die Grenze, um Madrid im Streit um die Westsahara unter Druck zu setzen. Ohnehin beansprucht das marokkanische Königreich Ceuta und Melilla, die zweite Exklave, für sich. So viel zum Schutz der Außengrenze.
Dabei liegen Lösungen seit Langem auf dem Tisch: Wer legale Wege für Migranten und für Flüchtlinge erleichtert, kann jene, die irregulär kommen, konsequenter abweisen. Die Routen verliefen dann über die Visastellen an Botschaften ebenso wie über Resettlement-Programme der Vereinten Nationen. Denn sonst kommen vor allem die Stärksten, die nichts zu verlieren haben. Das sind nicht unbedingt die, die arbeiten und sich integrieren wollen. Es fehlt also nicht an Instrumenten – sondern am Willen, sie anzuwenden. Solange Europa auf Migration vor allem mit Abwehr reagiert, werden Bilder wie die aus Ceuta auch in Zukunft wiederkehren.
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