Stadt im Nachbarland macht Ernst: Bei Hundepipi in der Fußgängerzone droht Haltern saftige Strafe

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Stadt im Nachbarland macht Ernst: Bei Hundepipi in der Fußgängerzone droht Haltern saftige Strafe

Stand: 24.07.2026, 13:25 Uhr

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Die Anwohner im schweizerischen Chiasso haben genug von üblen Gerüchen: Hundehalter müssen ab Mitte August auch den Urin ihrer Tiere beseitigen.

Chiasso – Wer demnächst in Chiasso mit dem Hund hinausgeht, sollte neben einem Kotbeutel immer auch eine Wasserflasche dabei haben. Der Gemeinderat hat beschlossen, dass der Urin der Tiere in der Stadt verdünnt und beseitigt werden soll. Hintergrund der neuen Verordnung sind Beschwerden der Anwohner über die Gerüche der Fäkalien. Damit hat Chiasso eine Vorreiterrolle inne: In der Schweiz ist diese Regel einmalig.

Ein Hund spaziert mit seinem Besitzer im Sommer angeleint auf einem Bürgersteig. (Symbolbild)

Wer in Chiasso ab Mitte August mit seinem Hund in der Stadt spazieren geht, sollte mit Kotbeutel und Wasser ausgerüstet sein. (Symbolbild) © Zoonar/Imago

Chiasso zählt etwa 7.500 Einwohner und liegt nahe der italienischen Grenze zwischen dem Luganersee und dem Comer See. Nach Angaben der Gemeinde sind dort auch etwa 500 Hunde registriert. Das Problem: Hundepipi in der historischen Fußgängerzone mit Kopfsteinpflaster, so Stadtschreiber Umberto Balzaretti laut einer DPA-Meldung. „Dort musste immer extra geputzt werden, und mit der Wärme stinkt es auch.“ Abhilfe soll eine neue kommunale Hundeverordnung schaffen.

Zuerst Ermahnungen, später Bußgelder

In den ersten Wochen soll es nur Ermahnungen geben, wenn jemand erwischt wird. Danach droht ein Bußgeld von 100 Franken (circa 107 Euro). Die Verordnung sieht vor, dass Hundebesitzer verpflichtet sind, die flüssigen Ausscheidungen ihrer Tiere zu beseitigen. Dazu sollen sie eine ausreichende Menge Wasser darüber gießen, um diese zu verdünnen und die betroffenen Flächen zu reinigen, heißt es in der Mitte Juni aktualisierten Verordnung. Laut 20min.ch gilt sie ab dem 19. August.

Deshalb sollte man künftig beim Ausführen des Hundes auf öffentlichen oder für die Öffentlichkeit zugänglichen Flächen stets eine kleine Flasche oder einen anderen geeigneten Behälter mit Wasser bei sich führen, heißt es in der Meldung weiter. Laut srf.ch gaben Beschwerden der Anwohner den Anstoß für die neue Regel: Hohe Temperaturen und die anhaltende Trockenheit hätten die Gerüche von Kot und Urin im Stadtzentrum und den daran angrenzenden Straßen deutlich wahrnehmbar gemacht.

„Wir haben zahlreiche Meldungen erhalten – sowohl von Privatpersonen als auch von der Quartierkommission“, sagt Stadtpräsident Bruno Arrigoni gegenüber dem Radio und Fernsehen der italienischen Schweiz (RSI).

Öffentlichkeit für Sauberkeit der Stadt sensibilisieren

Arrigoni erläutert einen weiteren Zweck der Regelung: „Es geht darum, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und Hundehalter stärker in die Verantwortung zu nehmen.“ Die Stadt reinige zwar regelmäßig die Straßen in der Gemeinde mit einem Hochdruckreiniger, könne aber nicht immer an jedem Ort präsent sein.

Die Verordnung werde aber nicht für alle Haustiere gelten: Laut Deutscher Presse-Agentur sagte eine Gemeindesprecherin, dass etwa für Katzen keine ähnliche Regelung vorgesehen ist. Außerdem möchte die Stadt Schilder aufstellen, um Besucher darauf hinzuweisen. Am Gardasee werden immer mehr Regelungen erlassen, um die Auswirkungen des Massentourismus einzudämmen.

Kritik an neuer Regelung im Internet

Stadtschreiber Balzaretti teilt mit, dass die Resonanz auf die neue Regelung positiv sei. Kritik findet sich dagegen in Kommentarspalten unter Online-Artikeln zu der Entscheidung. Auf 20min.ch schreibt etwa ein User: „Was kommt denn noch alles? Müssen wir bald unser ausgeatmetes CO₂ auffangen, damit es gespeichert wird?“ Eine kuriose Vorschrift gibt es übrigens auch auf Mallorca: Die Stadt Alcúdia hat 2000 Parkplätze ausgezeichnet, die ausschließlich Anwohnern vorbehalten sind.

In einigen Städten in Spanien und Italien gibt es bereits ähnliche Regelungen: Barcelona kann bis zu 300 Euro Strafe verlangen, wenn Urin von Hunden nicht entfernt wird. Auch in Livorno und Parma gelten ähnliche Regeln wie in Chiasso. In diesen italienischen Städten drohen sogar Strafen von bis zu 500 Euro. (Quellen: 20min.ch, srf.ch, Deutsche Presse-Agentur, chiasso.ch) (jws)