De la Fuente und Scaloni waren einst Lehrer und Schüler
Wenn am Sonntag Spanien und Argentinien um den WM-Pokal spielen, steigt auch ein spezielles Trainerduell: Spaniens Luis de la Fuente war einst Lehrer von Argentiniens Lionel Scaloni. Es ist nicht ihre einzige Verbindung.
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Trainer-Duell im WM-Final
Der Lehrling trifft auf seinen Meister
Wenn am Sonntag Spanien und Argentinien um den WM-Pokal spielen, steigt auch ein spezielles Trainerduell: Spaniens Luis de la Fuente war einst Lehrer von Argentiniens Lionel Scaloni. Es ist nicht ihre einzige Verbindung.
Publiziert: 18:14 Uhr
Darum gehts
KI-generiert, redaktionell geprüft
- Lionel Scaloni feiert nach Argentiniens 3:2-Sieg gegen Ägypten emotional
- Scaloni könnte als zweiter Trainer zwei WM-Titel gewinnen, nach Vittorio Pozzo
- Spanien seit 37 Spielen ungeschlagen, Rekord im Final gegen Argentinien möglich
Gian-Andri BaumgartnerRedaktor Sport
Es ist ein ungewöhnlicher Ausbruch für einen Nationaltrainer – zumal einen, der sich schon zum Weltmeister gekrönt hat. «Es ist zu emotional. Was für ein Team!», sagt Lionel Scaloni (48) nach dem dramatischen 3:2-Sieg seiner Argentinier im WM-Achtelfinal gegen Ägypten mit Tränen in den Augen.
Für Scaloni ist die Szene schon fast sinnbildlich: Der ehemalige Verteidiger, in seiner Heimat liebevoll «Llorona» (Heulsuse) genannt, gilt nicht als grosser Taktiker. Sein Team führt er stattdessen vor allem mit viel Herz – und dies äusserst erfolgreich.
Maradonas Fehleinschätzung
Seit seinem Amtsantritt im Sommer 2018 hat Scaloni die «Albiceleste» zu einem WM-Titel und zwei Triumphen bei der Copa America geführt. Dabei ist er vor acht Jahren noch mit wenig Kredit gestartet – Legende Diego Maradona (†60) sagte über ihn damals: «Scaloni kann nicht einmal den Verkehr regeln. Wie können wir ihm da die Nationalmannschaft übergeben?»
Tatsächlich war Scaloni, der kaum Trainererfahrung aufwies, eigentlich nur als Interimslösung gedacht. Acht Jahre später greift er nun nach seinem zweiten WM-Titel. Das ist zuvor erst einem Trainer gelungen: Vittorio Pozzo (1886–1968) stand bei den italienischen Triumphen 1934 und 1938 an der Seitenlinie.
Scaloni fordert seinen einstigen Lehrer
Am historischen Double kann ihn mit Luis de la Fuente (65) ausgerechnet sein ehemaliger Lehrer hindern. 2017 besuchte Scaloni die Trainerakademie des spanischen Fussballverbands, an der De la Fuente als Ausbildner arbeitete.
Was er ihm dort wohl beigebracht hat? Sicher ist: Auch der Spanier bildet ein wenig einen Gegenpol zum analytischen modernen Trainer und spricht lieber von den zwischenmenschlichen Beziehungen zu seinen Spielern. Viele von ihnen hat er schon als Trainer verschiedener Junioren-Nationalteams betreut.
«Einige Spieler kenne ich, seit sie zehn oder zwölf Jahre alt waren. Ich habe jede Phase ihrer Entwicklung miterlebt, und wir sind gemeinsam gewachsen. Das geht weit über das normale Verhältnis zwischen Spieler und Trainer hinaus», erklärt der ehemalige Aussenverteidiger Ende Mai in einem Fifa-Interview.
Im Final winkt Spanien ein Rekord
Einen leichten Start hatte De la Fuente, der wie Scaloni zuvor über wenig Trainererfahrung auf Profi-Stufe verfügte, im A-Nationalteam nicht: Schon kurz nach seiner Ernennung Anfang 2023 blieb beim spanischen Verband nach dem übergriffigen Kuss von Präsident Luis Rubiales (48) gegenüber Spielerin Jennifer Hermoso (36) an der Frauen-WM kaum ein Stein auf dem anderen: Zahlreiche hohe Funktionäre verliessen den Verband.
De la Fuente überstand diese turbulenten Zeiten – und formte die Furia Roja zu einer fast unzähmbaren Bestie. 2024 holte sie den EM-Titel, seit mittlerweile 37 Spielen ist sie ungeschlagen.
Mit dieser Serie liegt Spanien damit gleichauf mit Italien (2018–2021). Ausgerechnet im WM-Final könnte De la Fuente also eine neue Bestmarke aufstellen – und seinem einstigen Schüler noch einmal den Meister zeigen.
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