Trumps Reisen zum Golfplatz kosten Steuerzahler schon 100 Millionen Dollar – Obama-Vergleich lässt aufhorchen
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Trumps Golfspiele kosten Steuerzahler 100 Millionen Dollar – so viel gab Obama aus
Stand: 04.08.2026, 20:59 Uhr
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Trumps Golfgewohnheiten sind seit Langem mit denen Obamas verglichen worden. Trump kritisierte ihn dafür, als Präsident Zeit auf dem Golfplatz zu verbringen.
Washington – Präsident Donald Trump nutzte einen Golf-Sieg am Wochenende, um das zu feiern, was er als seine 43. Clubmeisterschaft bezeichnete. Er schrieb in einem Truth-Social-Beitrag, er habe zwei Titel auf seinem Platz in Bedminster im US-Bundesstaat New Jersey gewonnen. „Ich habe mit einer 70 gewonnen und fühle mich so geehrt, denn anders als der Rest des Feldes habe ich nur sehr wenig Zeit zum Üben, weil ich mich auf viele andere Dinge konzentriere“, erklärte Trump.
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com.
Kontakt zur Redaktion von Newsweek zu dieser Geschichte: Samantha Beech und Sam Wilson.
Der Beitrag lenkte erneut Aufmerksamkeit auf Trumps Zeit auf dem Golfplatz, da unabhängige Beobachter schätzen, dass die Kosten für golfbezogene Reisen und Sicherheitsmaßnahmen für den Steuerzahler inzwischen auf fast 115 Millionen Dollar gestiegen sind. Die Summe hat auch den Vergleich mit Ex-Präsident Barack Obama wiederbelebt, den Trump jahrelang dafür kritisierte, während seiner Amtszeit Golf zu spielen. Newsweek wandte sich per E-Mail an das Weiße Haus und bat um eine Stellungnahme.

Ein unabhängiger Tracker schätzt, dass Trumps golfbezogene Reise- und Sicherheitskosten in seiner zweiten Amtszeit nahezu 115 Millionen Dollar erreicht haben. Die Seite Is Trump Golfing Today?, die den öffentlichen Terminkalender des Präsidenten mithilfe von Flugdaten und Berichten des White-House-Pools auswertet, veranschlagt die Gesamtsumme zum 3. August auf 114,97 Millionen Dollar. Die Schätzung umfasst rund 80,2 Millionen Dollar im Zusammenhang mit 59 Tagen in Mar-a-Lago und West Palm Beach, 13,6 Millionen Dollar für 34 Tage in Bedminster in New Jersey, 10 Millionen Dollar für eine fünftägige Reise nach Schottland und 7 Millionen Dollar für 47 Tage auf seinem Golfplatz im Großraum Washington, mit kleineren Beträgen für Besuche in Jupiter in Florida.
Kostenmodell für Trumps Golfreisen
Die Schätzungen des Trackers stützen sich auf denselben Bericht des Rechnungshofs von 2019, der auch früheren Analysen zu Trumps Golfausgaben zugrunde liegt. Dieser Bericht stellte fest, dass frühe Reisen in der ersten Amtszeit nach Mar-a-Lago jeweils rund 3,4 Millionen Dollar kosteten, vor allem wegen der Flüge der Air Force One, der Patrouillen der Küstenwache und der C-17-Frachtflüge, mit denen seine Fahrzeugkolonne transportiert wurde. Zudem teilt die Seite diese Reisekosten durch eine unterstellte durchschnittliche Reisedauer von 2,5 Tagen, um Tageskosten zu errechnen – eine Methodik, die die Betreiber eigenständig entwickelt haben.
Sie weisen darauf hin, dass die Gesamtsumme um 20 bis 40 Prozent höher liegen könnte, wenn An- und Abreisetage sowie Tage für Vorauskommandos berücksichtigt würden. Die Schätzung von knapp 115 Millionen Dollar baut auf früheren Berichten über die Kosten von Trumps Golfreisen auf: Das Portal HuffPost berechnete die golfbezogenen Reise- und Sicherheitskosten Trumps Ende März auf 101,2 Millionen Dollar, als er in etwas mehr als 14 Monaten im Amt an 110 Tagen Golf gespielt hatte. Auf dieser Grundlage schätzte das Medium, dass Trump bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit rund 300 Millionen Dollar für golfbezogene Ausgaben aufwenden könnte.
Besuche eigener Resorts und Ethikdebatte
Über die Kosten hinaus haben Watchdog-Organisationen auch verfolgt, wie oft Trump seit seiner Rückkehr ins Amt seine eigenen Immobilien besucht hat. Die Organisation Citizens for Responsibility and Ethics in Washington (CREW) stellte fest, dass Trump bis Mitte Juni insgesamt 259 Besuche auf seinen Anwesen absolviert hatte, darunter 148 auf Golfplätzen, und an 191 Tagen – also 37 Prozent seiner ersten 512 Tage im Amt – Zeit auf einem ihm gehörenden Grundstück verbracht hatte. Mar-a-Lago war mit 102 Reisen seine meistbesuchte Immobilie.
Laut Is Trump Golfing Today? absolvierte Obama während seiner zwei Amtszeiten 333 Golfrunden, was etwa 11,4 Prozent seiner 2922 Tage als Präsident entspricht. Der Tracker schätzt, dass Trump deutlich häufiger Golf gespielt hat und seine Plätze an 20,05 Prozent seiner Tage in der ersten Amtszeit sowie an bisher 26,4 Prozent seiner Tage in der zweiten Amtszeit aufsuchte.
Warum Trumps Golfen teurer ist als das von Obama
Der Kostenunterschied hängt vor allem damit zusammen, wo die beiden Präsidenten spielten. Die meisten Runden Obamas fanden auf der Joint Base Andrews nahe Washington, D.C. statt, sodass er per Fahrzeugkolonne anreisen konnte. Trumps Golfausflüge führten dagegen häufiger zu seinen Privatclubs in Florida und New Jersey, was längere Reisen und zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen erforderte. Schätzungen von Obamas Reisekosten sind zudem kein direkter Vergleich zu Trumps golfbezogenen Ausgaben.
Is Trump Golfing Today? schätzt Obamas gesamte Reisekosten als Präsident auf rund 105 Millionen Dollar über acht Jahre, einschließlich Auslandsreisen. Die Organisation Judicial Watch errechnete auf Basis von Reiseunterlagen des Secret Service persönliche Reisekosten der Familie Obama in Höhe von 105,7 Millionen Dollar. Ein Bericht der McClatchy-Mediengruppe aus dem Jahr 2016 nannte dagegen eine niedrigere Schätzung von 85 Millionen Dollar, die auf einer früheren Fassung derselben Aufstellung beruhte.
Trumps frühere Angriffe auf Obamas Golfen
Trump twitterte zwischen 2011 und 2016 nach einer Zählung von SB Nation mindestens 27‑mal über Obamas Golfen. Bei einer Wahlkampfkundgebung 2015 sagte Trump zu seinen Anhängern: „Obama, so wurde heute berichtet, hat 250 Golfrunden gespielt.“ Er versprach den Wählern wiederholt, dieses Muster im Falle eines Wahlsiegs zu durchbrechen. „Ich werde für euch arbeiten“, sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt 2016. „Ich werde keine Zeit haben, Golf zu spielen.“
Im Amt vollzog Trump dann eine Kehrtwende. Im Jahr 2020, nachdem er zu diesem Zeitpunkt seiner Amtszeit schon häufiger Golf gespielt hatte als Obama zur gleichen Phase seiner Präsidentschaft, behauptete Trump das Gegenteil. „Obama spielte mehr und viel länger“, schrieb er im Juli jenes Jahres auf Twitter. Trumps Tweets waren Teil einer breiteren Medienkampagne gegen Obamas Golfgewohnheiten, die sich über weite Teile von dessen Amtszeit erstreckte und sich oft eher am Zeitpunkt seiner Runden als an deren Anzahl entzündete.
Medienkritik am Zeitpunkt von Obamas Runden
Die heftigste Gegenreaktion folgte auf Obamas Golfrunde auf dem Farm Neck Golf Club auf Martha’s Vineyard am 20. August 2014, weniger als eine Stunde nachdem er die Enthauptung des amerikanischen Journalisten James Foley durch Kämpfer des Islamischen Staates angesprochen hatte. In der Sendung The Five des Senders Fox News sagte Co-Moderator Greg Gutfeld zu den Zuschauern: „Sie haben ein Problem mit Golf, und es wird langsam merkwürdig“, während sein Co-Moderator Eric Bolling nahelegte, Obama hätte mit der Runde „warten“ oder „die Nachmittagsrunde Golf absagen“ sollen.