Türkei: Türkische Behörden ordnen fast 1.000 Festnahmen an

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Türkei: Türkische Behörden ordnen fast 1.000 Festnahmen an

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Auch zehn Jahre nach dem Putschversuch wird in der Türkei noch nach »Verrätern« gefahndet. Landesweit sollen 968 Menschen festgenommen werden.

Quelle: DIE ZEIT, AFP,

jsp

  1. Juli 2026, 15:20 Uhr

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Türkei Gülen-Bewegung Festnahmen Putschversuch
Am 15. Juli wurde in der Türkei geputscht – bis heute ist umstritten, durch wen. © Berk Ozkan/​AFP/​Getty Images

Kurz vor dem zehnten Jahrestag des gescheiterten Militärputsches in der Türkei haben die Behörden die Festnahme von fast 1.000 Menschen mit angeblichen Verbindungen zur sogenannten Gülen-Bewegung angeordnet. Bei einer landesweiten Aktion werde nach 968 »Verdächtigen« gesucht, teilte Justizminister Akin Gürlek mit. Gürlek und Innenminister Mustafa Çiftçi bezeichneten das Vorgehen auf X als Teil einer »großen Säuberungsaktion«. Das »verräterische Netzwerk« bedrohe den »Fortbestand unseres Staates«.

Am 15. Juli 2016 hatte ein Teil des Militärs versucht, die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan zu stürzen. Bei Kämpfen wurden mehr als 250 Menschen getötet und etwa 2.000 weitere verletzt. Der Putschversuch brach innerhalb weniger Stunden zusammen.

Die türkische Regierung machte den damals in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den versuchten Umsturz verantwortlich. Gülen, ein früherer Verbündeter Erdoğans, wies den Vorwurf bis zu seinem Tod im Jahr 2024 zurück.

Erdoğan baute eigene Macht nach Putschversuch aus

Nach dem Putschversuch verhängte die Regierung für zwei Jahre den Ausnahmezustand. Bei großangelegten Aktionen wurden Hunderttausende Menschen festgenommen und Zehntausende Beschäftigte aus Militär, Polizei, Justiz, Bildungswesen, Medien und Diplomatie entlassen.

Der gescheiterte Putsch gilt als Wendepunkt der jüngeren türkischen Geschichte. Erdoğan nutzte die anschließenden Maßnahmen, um seine Macht auszubauen. 2018 trat ein Präsidialsystem mit weitreichenden Befugnissen für das Staatsoberhaupt vollständig in Kraft.