UEFA-Boykott ist die erwartbare Quittung für Infantinos Investoren-Pläne

StartseiteSportFußballUEFA-Mitglieder boykottieren FIFA-Wettbewerbe: Die Quittung für die BrechstangeStand: 30.07.2026, 18:42 UhrKommentareUns auf Google folgenGianni Infantino will die WM für private Investore...

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UEFA-Boykott ist die erwartbare Quittung für Infantinos Investoren-Pläne

UEFA-Mitglieder boykottieren FIFA-Wettbewerbe: Die Quittung für die Brechstange

Stand: 30.07.2026, 18:42 Uhr

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Gianni Infantino will die WM für private Investoren öffnen, die UEFA-Mitglieder reagieren mit einem Boykott. Ein Kommentar.

Um Gianni Infantino zu verstehen, muss man sich in seine Welt eindenken, und die ist – das weiß man schon länger, seit Mittwoch aber umso mehr – schnelllebiger als beim Großteil der übrigen Weltbevölkerung. Während sich nicht wenige Fußball-Fans eineinhalb Wochen nach dem Ende der Mammut-WM dabei ertappen, über die kurze Zeit ohne rollenden Ball gar nicht so unglücklich zu sein, verbietet der FIFA-Präsident all den in der Blase befindlichen Personen das Beinehochlegen.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin - FIFA-Präsident Gianni Infantino - Hanna Raif

Laut Hanna Raif kann die Eskalation für Gianni Infantino nicht überraschend kommen. © Robert Michael/picture alliance/dpa

Nein, die historisch größte, teuerste und lukrativste WM ist für den Moment nicht genug. Es geht weiter, immer weiter, in einem Tempo, das viele überfordert, und mit einem Timing, das mehr als unglücklich ist. Trotzdem wird in vielen Teilen der Welt Beifall geklatscht.

Geld für Ja-Stimmen: Bestechung oder effektives Lockmittel?

Während sich die Europäer nämlich am Tag nach der Ankündigung des FIFA-Milliardendeals zum Boykott entschlossen, zeigen die Reaktionen aus Afrika, warum Infantino besten Gewissens machen kann, was er macht. Die angekündigten 20 Millionen US-Dollar für eine Ja-Stimme bis 19. September mögen für die UEFA-Länder und einige andere der ultimative Beweis für Bestechung sein, aber für die 54 CAF-Nationen aus Afrika etwa genau das richtige Lockmittel.

Geld für die Zustimmung, noch mehr Geld, wenn die „Fifa Forward Enterprise“ (FFE) erst mal gegründet und Investoren im Boot sitzen: Besser geht’s für kleine Fußball-Nationen doch gar nicht! Dazu das Totschlag-Argument „Kap Verde“ – und die Sache läuft. Zur Erinnerung: 106 Stimmen reichen. Ohne Frage, das WM-Märchen des Mini-Inselstaats hat allen Spaß gemacht. Dennoch sollte das Einzelschicksal nicht zur Verklärung der Grundproblematik herangezogen werden, die das FIFA-Imperium umgibt.

Milliardenschwere Top-Nationen und Entwicklungsländer unter einen Hut zu bekommen, erfordert Kreativität, keine Brechstange. Investoren gibt es auch im europäischen Fußball zuhauf. Aber Infantino hat am Donnerstagabend die Quittung für sein Tempo bekommen. 55 geballte Nein-Stimmen aus Europa sind ein starkes Zeichen – und dürften den Unbremsbaren einbremsen. Zumindest für den Moment.