Heck völlig abgetrennt: Ukraine zerstört russischen Bomber | Ukraine-Krieg aktuell
Newsblog zum Krieg in der Ukraine Heck völlig abgetrennt: Ukraine zerstört russischen BomberVon J. Seiferth, T. Schibilla, F. Michalski, C. Cöln, J. Hartung, M. Küper, S. Cleven, C. Siemer, P. Riesbeck, A. Janz...
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Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Heck völlig abgetrennt: Ukraine zerstört russischen Bomber
Von J. Seiferth, T. Schibilla, F. Michalski, C. Cöln, J. Hartung, M. Küper, S. Cleven, C. Siemer, P. Riesbeck, A. Janzen, T. Wanhoff, M. Kloft, J. Fischer, M. Lattemann
Aktualisiert am 17.07.2026 - 18:43 UhrLesedauer: 26 Min.
Der Ukraine gelingt wohl ein Schlag gegen Russlands Bomberflotte. Der Rücktritt des Verteidigungsministers löst in der Ukraine Proteste aus. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Freitag, 17. Juli
Ukraine: Medien berichten über Korruptionsvorwürfe
In der Ukraine haben sich acht große Medienhäuser einem gerichtlichen Verbot widersetzt und am Freitag über Korruptionsvorwürfe im Umfeld des Direktors der Ermittlungsbehörde SBI berichtet. "Wir betrachten dieses Verbot als einen eklatanten Akt der Zensur", erklärte das Medienhaus Suspilne, das an der Veröffentlichung beteiligt war. Deshalb sei es nötig, "zusammen mit anderen die Ergebnisse der Recherche zu herauszugeben".
Die Investigativplattform "Slidstvo.Info" und die Anti-Korruptions-Organisation Antac hatten zu Immobiliengeschäften des Bruders von SBI-Chef Oleksyj Suchatschow recherchiert, der 143 Immobilien erworben haben soll. Suchatschows Behörde ist für die Strafverfolgung von Richtern und Militärangehörigen zuständig.
Anfang Juli hatte ein Gericht die Veröffentlichung der Vorwürfe untersagt. Die Richter hatten ihre Entscheidung damit begründet, dass die Herausgabe des Materials Suchatschow und den beteiligten Unternehmen irreparablen Schaden zufügen würde. Das Komitee zum Schutz von Journalisten hatte daraufhin von einem "beispiellosen juristischen Manöver" gesprochen, das "schwerwiegende Folgen für die Pressefreiheit" haben könnte. Bei den Bemühungen der Ukraine um einen EU-Beitritt ist die im Land weit verbreitete Korruption eines der größten Hindernisse. In den letzten Jahren hatten zahlreiche Korruptionsskandale das Land erschüttert.
Lambsdorff rechnet mit baldiger Mobilmachung in Russland
Im September wird das Parlament in Russland neu zusammengestellt. Danach könnte der Kreml im Ukraine-Krieg eskalieren, warnt Botschafter Lambsdorff. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.
Heck völlig abgetrennt: Ukraine zerstört russischen Bomber
Der ukrainische Geheimdienst SBU hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj einen russischen Langstreckenbomber des Typs Tu-95 auf dem Militärflugplatz Engels in der russischen Region Saratow "kritisch beschädigt". Demnach sei das Heck der Maschine vollständig abgetrennt worden. Die Tu-95 wird von Russland regelmäßig eingesetzt, um Marschflugkörper auf Ziele in der Ukraine abzufeuern. Wann der Angriff stattfand, teilten weder Selenskyj noch der SBU mit. Russische Telegram-Kanäle hatten jedoch in der Nacht zum 16. Juli von einem Drohnenangriff auf den Luftwaffenstützpunkt berichtet.
Der SBU erklärte, der betroffene Bomber sei wiederholt an Angriffen auf die Ukraine beteiligt gewesen. Jeder außer Gefecht gesetzte strategische Bomber bedeute weniger Raketenangriffe auf ukrainische Städte und verursache Russland erhebliche wirtschaftliche Verluste. Selenskyj schrieb auf der Plattform X, die Ukraine erhöhe den Preis, den Russland für seinen Angriffskrieg zahlen müsse.
Bereits im vergangenen Jahr hatte der SBU im Rahmen der Operation "Spiderweb" nach eigenen Angaben mehrere russische Tu-95-Bomber mit tief ins russische Staatsgebiet geschmuggelten Drohnen angegriffen. Der Geheimdienst sprach damals von Schäden in Milliardenhöhe und davon, einen erheblichen Teil der russischen Trägerflugzeuge für Marschflugkörper außer Gefecht gesetzt zu haben.
EU protestiert: Dänische Werft hält Putins LNG-Flotte am Laufen
Eine Werft in Dänemark wartet Spezialtanker, die russisches Flüssiggas nach Europa bringen. Mehr als 100 Abgeordnete fordern das Unternehmen nun auf, keine weiteren Schiffe anzunehmen. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.
Attacke auf russische Schiffe im Schwarzen Meer
Die Ukraine setzt ihre Drohnenangriffe auf russische Ziele im Schwarzen Meer fort. Zwölf weitere Schiffe seien getroffen worden, teilt der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ziele seien neun Frachter, zwei Tanker und ein Schlepper gewesen. Damit steige die Gesamtzahl der Schiffe, die im Juli im Asowschen und im Schwarzen Meer getroffen wurden, auf 159.
Selenskyj entlässt Chef der Kiewer Militärverwaltung
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am 16. Juli Tymur Tkatschenko als Leiter der Kiewer Stadtmilitärverwaltung entlassen. Ein entsprechendes Dekret erklärt, dass Tkatschenko gemäß Artikel 4 des ukrainischen Gesetzes über die rechtliche Regelung des Kriegsrechts von seinen Aufgaben entbunden wurde. Ein Grund für die Entlassung wurde nicht genannt. Tkatschenko leitete die Kiewer Militärverwaltung seit Ende 2025.
Die Ankündigung ist Teil weiterer Personalveränderungen durch Selenskyj. Dazu gehört auch der Rücktritt von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow am 15. Juli, mit dem er seiner Entlassung zuvorkam. Dies führte zu öffentlichen Protesten und Kritik aus Teilen des ukrainischen Militärs und der Zivilgesellschaft. Kiew wurde in den vergangenen Wochen vermehrt angegriffen, es gab Tote und Verletzte sowie erhebliche Schäden an Gebäuden.
Donnerstag, 16. Juli
Selenskyj schlägt neuen Verteidigungsminister vor
Nach dem Rücktritt des ukrainischen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den Geheimdienstmitarbeiter Jewhenij Chmara zum geschäftsführenden Nachfolger ernannt. Chmara verfüge über "umfangreiche" und "in vielerlei Hinsicht beispiellose Erfahrungen mit technologischen Kampfhandlungen", erklärte Selenskyj am Donnerstag auf Facebook.
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Am Vortag hatte der populäre Verteidigungsminister Fedorow inmitten einer Regierungsumbildung seinen Rücktritt erklärt, was erheblichen Widerstand auslöste. Für viele Ukrainer verkörpert Fedorow, der das Amt erst vor sechs Monaten angetreten hatte, die Modernisierung einer von Bürokratie und Korruptionsvorwürfen belasteten Armee.
Fedorow hatte die Digitalisierung der ukrainischen Streitkräfte und den Einsatz von Drohnen vorangetrieben. Unter seiner Leitung wurden zudem die Bezüge von Soldaten deutlich erhöht und Pläne für eine schrittweise Demobilisierung entwickelt.


