Volksbank saniert Niederlassung Sulingen – und senkt Energiebedarf um 50 Prozent

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Volksbank saniert Niederlassung Sulingen – und senkt Energiebedarf um 50 Prozent

Stand: 20.07.2026, 06:30 Uhr

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Zwei Männer stehen vor einem Bankgebäude.

Vor der Volksbank in Sulingen: Vorstandsvorsitzender Stefan Ullmann (links) und Vorstand Sven Horstmann. © Harald Bartels

Die Volksbank Niedersachsen-Mitte baut ihre Niederlassung in Sulingen um. Die Klimaanlage läuft noch auf Windows 3.11 – einem System aus dem Jahr 1993.

Sulingen – Vielen Kunden ist bereits aufgefallen, dass sich etwas tut in der Niederlassung Sulingen der Volksbank Niedersachsen-Mitte: Der Haupteingang am Karl-Gieseking-Platz ist verschlossen, die Schalterhalle ist durch eine Staubschutzwand abgesperrt, und ein Zugang ist nur noch von der Nordseite des Gebäudes möglich. Der Hintergrund: Im Gebäude haben umfangreiche Bauarbeiten begonnen.

„Das Thema ist die energetische Sanierung“, erklärt Vorstandsvorsitzender Stefan Ullmann. Man habe alle Gebäude einer Energieberatung unterzogen, führt Vorstand Sven Horstmann weiter aus. Die Geschäftsstellen seien relativ neu, daher konzentriere man sich nun auf die Niederlassungen. Den Anfang macht die 2001 bezogene Niederlassung Sulingen; die Standorte Hoya, Stuhr und Bassum folgen in den kommenden Jahren.

Das Ziel für Sulingen: „Wir wollen den Primärenergiebedarf um mehr als 50 Prozent senken, damit wir die Bank in den nächsten Jahren an einem modernen Standort weiter so betreiben können“, betont Horstmann. Und dabei gibt es eine ganze Reihe von Baustellen, „aber wir wollen am Gebäude kaum etwas sichtbar verändern“, stellt er klar. „Sulingen ist ein wichtiger Standort für uns, und das soll auch so bleiben.“

Eine der wichtigsten Aufgaben ist der Austausch der Fenster, die künftig dreifach verglast sind. Ebenfalls erneuert werden die abgängigen Türen sowie die Gebäudeleittechnik, also die Klimaanlage. Sie werde noch gesteuert von einem PC im Keller, auf dem als Betriebssystem Windows 3.11 laufe, was sich nicht mehr updaten lasse, verrät der Vorstand. Das Flachdach erhält eine neue Dämmung, und die 2020 darauf installierte PV-Anlage soll ertüchtigt und vergrößert werden, um künftig auch die neue Heizung, eine Luft-Wärme-Pumpe, zu betreiben. Das Gebäude wird auf LED‑Beleuchtung umgerüstet, und in diesem Zug wird auch die Außenwerbung erneuert. Neu gestaltet wird das Eingangsportal, und es bildet künftig den einzigen Zugang zum Gebäude für die Kunden. Bisher habe es häufig die Situation gegeben, dass es zum Durchzug gekommen sei, wenn beide Türen offen waren. Das sei für die Menschen in der Halle unangenehm gewesen und werde nun geändert.

Zwei Männer stehen an einer Wand mit  Bildern.

Stefan Ullmann (links) und Sven Horstmann vor den Bildern, die den Kunden bereits einen Eindruck von der künftigen Optik vermitteln. © Harald Bartels

Vor dem Gebäude werden die Parkplätze näher an den Eingang herangeführt. 20 Stellplätze sollen hierhinzukommen. Die Zufahrt von der Bahnhofstraße wird verbreitert, und zur Ausfahrt an der Georgstraße wird eine Verbindung geschaffen. Zudem entstehen zwei Ladesäulen mit vier Ladepunkten, und der Platz wird stärker begrünt. Der vorhandene Parkplatz an der Nordseite soll dann den Mitarbeitern vorbehalten bleiben. Aber: Auch in Zukunft werde der Parkplatz nicht durch Schranken verschlossen, hebt Horstmann hervor.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Verbesserung der räumlichen Situation im Inneren, sowohl für die Kunden als auch für die Mitarbeiter. Dafür wird im Erdgeschoss die Servicehalle neu angeordnet, und im hinteren Bereich entstehen weitere Büroräume. Sie werden insgesamt neu gestaltet und bieten mehr Vertraulichkeit für Beratungsgespräche. Nach Abschluss der Maßnahme gebe es zusammen 79 Arbeitsplätze. Die Zahl der von mehreren Menschen genutzten Büros werde verringert, und die Verteilung werde optimiert: „Alle Kundenberatertypen sind künftig im Erdgeschoss, und die Teams werden so angeordnet, dass alle kurze Wege haben“, sagt Horstmann. Überdies wird im Obergeschoss ein Projektbereich mit Blick auf den Karl-Gieseking-Platz geschaffen, der sich nach dem „We work“-Konzept nutzen lässt. Er lehnt sich an den ähnlichen Bereich im früheren Postgebäude an der Schmelingstraße an, und wie dort wurden die Mitarbeiter in Gestaltung und Ausstattung einbezogen. „Wir haben da ein gutes Setting gefunden – modern, solide, ergonomisch“, ist Horstmann überzeugt, und auch Anregungen aus der Kundschaft habe man aufgegriffen.

Als Generalunternehmer für das Vorhaben ist „Banco“ aus Minden beauftragt. Über zwei Jahre hätten drei Anbieter sich das Gebäude angesehen und Konzepte erarbeitet, berichtet Horstmann. Ende 2025 sei die Entscheidung für „Banco“ gefallen. „Sie haben uns schon beim Neubau in Borstel und bei der neuen Niederlassung des Bauvereins Sulingen unterstützt.“ „‚Banco‘ will viele Dinge im Bestand erhalten, etwa den schönen Fußboden“, merkt Ullmann an.

Neues Leben für die Skulptur „Millstone“

Im Zuge der Veränderungen auf dem Karl-Gieseking-Platz soll auch die Skulptur „Millstone“ verrückt werden, die der Düsseldorfer Bildhauer Thomas Schönauer 2006 für die Volksbank schuf. Das Werk soll eine Verbindung sein zu Karl Gieseking, Müllermeister und zweimaliger Bürgermeister der Stadt (1964 bis 1972 und 1974 bis 1981), und der Giesekingschen Stadtmühle, die früher hier stand. Entsprechend ist ein echter Mühlstein in den Fuß der Skulptur eingelassen. Wenn man beim Umbau im Kostenrahmen bleibe, stellt Sven Horstmann in Aussicht, könne beim Versetzen überprüft werden, ob sich der Elektromotor wieder in Gang setzen lasse, damit sich der obere Abschnitt der Skulptur wieder um seine Achse dreht.

Die ersten Arbeiten haben bereits begonnen, aber ab Mittwoch, 22. Juli, wird der Karl-Gieseking-Platz teilweise zusammen mit dem Gebäude eingerüstet. Im ersten Bauabschnitt, der im März 2027 abgeschlossen sein soll, stehen die Parkplätze und die Außenanlagen südlich des Gebäudes sowie der Servicebereich im Erdgeschoss im Fokus. Im zweiten Abschnitt wird der Nordeingang verschlossen, bevor die Arbeiten im Erd- und im Obergeschoss auf der Nordseite beginnen; diese Arbeiten sollen im Juli 2027 beendet sein. Beim letzten Abschnitt geht es um die übrigen Bereiche des Gebäudes, dessen Umbau im ersten Quartal 2028 vollendet sein soll. Mit dem Landkreis Diepholz gebe es einen guten Austausch, lobt Horstmann, und die Gremien der Volksbank hätten die Planungen „super unterstützt“.

Alle Arbeiten sollen im laufenden Betrieb vonstattengehen. „Wir verzichten auf eine externe Lösung mit Containern“, sagt Ullmann. Während der Bauphase sei der Zugang zu den Schließfächern nur mit Termin möglich, „aber der Bankbetrieb geht ganz normal weiter“. Dank der zusätzlichen Räume an der Schmelingstraße seien auch kaum Mitarbeiter von Baulärm betroffen.

Zu den Kosten halten sich beide bedeckt. Das Gesamtvolumen hänge auch davon ab, ob zwei beantragte Förderungen bewilligt werden, sagt Horstmann. Knapp 60 Prozent der Kosten seien im energetischen Bereich begründet. Die dazugehörigen Maßnahmen alleine würden sich nach zwölf Jahren rechnen, „aber wenn die Gaspreise weiter so hoch bleiben, geht das wesentlich schneller.“

„Wir verfolgen einen langfristigen Plan“, betont Ullmann. „Es war für uns klar, dass wir das machen müssen – aber mit Augenmaß.“ Wichtig sei: „Die Kunden sollen auch weiterhin gerne zu uns kommen, denn wir stehen für die persönliche Beratung.“