Wärmeinsel-Effekt: Wenn KI-Rechenzentren ihre Umgebung aufheizen - Golem.de

KI ist nicht nur Teil der Klimakatastrophe, die Rechenzentren heizen auch direkt ihre Umgebung auf. Ein Beratungsunternehmen rät zu besseren Kühlkonzepten. Rechenzentren in Aufnahmen mit Thermal Mapping B...

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Wärmeinsel-Effekt: Wenn KI-Rechenzentren ihre Umgebung aufheizen - Golem.de

KI ist nicht nur Teil der Klimakatastrophe, die Rechenzentren heizen auch direkt ihre Umgebung auf. Ein Beratungsunternehmen rät zu besseren Kühlkonzepten.

Rechenzentren in Aufnahmen mit Thermal Mapping (Bild: Monroe Infrared)

Rechenzentren in Aufnahmen mit Thermal Mapping Bild: Monroe Infrared

Rechenzentren, besonders im KI-Bereich, heizen ihre Umgebung direkt auf. "Die Anlagen verbrauchen nicht nur mehr Energie, sondern geben auch deutlich mehr Wärme an ihre Umgebung ab. Das müssen Betreiber bei Planung und Betrieb künftig stärker berücksichtigen", sagte(öffnet im neuen Fenster) Mathias Franke, Leiter Data Center Consulting beim Beratungsunternehmen Drees & Sommer am 31. Juli 2026.

Eine im März 2026 veröffentlichte Studie(öffnet im neuen Fenster) unter Beteiligung der University of Cambridge beziffert den Wärmeinsel-Effekt von KI-Rechenzentren im Durchschnitt auf rund zwei Grad. In Extremfällen wurden Temperaturanstiege von bis zu 9,1 Grad C gemessen. Weltweit sind bis zu 340 Millionen Menschen von dem Data Heat Island Effect betroffen.

"Von außen steigen die Temperaturen, von innen die Wärmelast durch KI-Anwendungen und immer leistungsstärkere Chips. Werden Kühlkapazitäten nicht rechtzeitig angepasst, drohen Störungen bis hin zu kostspieligen Ausfällen", erklärte Franke.

Auch milliardenschwere Hyperscaler leiden unter der Klimakatastrophe

Eine im Juni 2026 veröffentlichte Analyse(öffnet im neuen Fenster) des auf Klimarisiken spezialisierten Unternehmens First Street kommt zu dem Ergebnis, dass 54 Prozent der weltweiten Rechenzentrumskapazität in Märkten liegen, die chronischem Hitze- oder Dürrestress ausgesetzt sind.

"Betreiber müssen prüfen, welche Außentemperaturen ihre Kühlung verkraftet und wie sich mehrtägige Hitze auf ihre Reserven auswirkt", so Franke.

"Hitzewellen werden intensiver, dauern länger und treten häufiger auf. Künftige Prognosen dürften deshalb noch höhere Temperaturen ansetzen", sagte Franke.

Nicht jede rechenintensive Aufgabe müsse bei Höchsttemperaturen laufen. Backups, Datenanalysen oder große Datenmigrationen ließen sich in kühlere Nachtstunden verschieben. Das entlaste die Kühlung, wenn ihre Reserven besonders knapp sind. Falle ein Kühlsystem aus, müsse ein zweites ohne Zeitverlust übernehmen. Auch die Notstromversorgung müsse neben den Servern die Kühlung absichern. Sonst verschiebe sich der Ausfall oft nur um wenige Minuten. Bei Störungen im öffentlichen Netz könnten zudem lokale Stromnetze mit eigenen Energiequellen und Speichern, Microgrids, kritische Anlagen weiter versorgen.