Warum die Tötung in Villach zehn Tage im Verborgenen blieb | Kleine Zeitung
Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen. ChronikAm 21. August starb eine Frau unter der Villacher Draubrücke. Doch über den Todesfall wurde zehn Tage lang nicht gesprochen. © KLZ / Julia Wiesfle...
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Am 21. August starb eine Frau unter der Villacher Draubrücke. Doch über den Todesfall wurde zehn Tage lang nicht gesprochen.

© KLZ / Julia Wiesflecker




vor 25 Minuten
1. September 2026 um 06:00
„United by Eurovision“ stand am 21. August beim Villacher „Draupuls“ auf dem Programm. Immer am Mittwoch und Freitag wird ein Wasserspiel in der Drau mit viel Licht und Musik inszeniert, so auch an diesem Abend. Der Eintritt ist frei. Vom Radweg entlang des Nordufers der Drau, den Drauterrassen und den umliegenden Cafés und Bars hat man den besten Blick auf das Geschehen.
Eine Gruppe, die sich an diesem Abend unter der nahen Draubrücke versammelt hat, dürfte die Inszenierung aber weniger interessiert haben. Man feierte, die Situation mündete in einen Streit und endete in Gewalt. Eine 28-jährige Frau starb. Ihr 39 Jahre alter Freund ist seit dem vergangenen Freitag in Untersuchungshaft. Eine massive Gewalteinwirkung soll zum Tod der jungen Frau geführt haben. Für den Mann gilt die Unschuldsvermutung.
Zehn Tage ohne Informationen
Doch wie konnte ein Tötungsdelikt – vielleicht sogar Mord – im öffentlichen Raum zehn Tage lang nicht zum Thema werden? Erst am Montag wurde der Fall öffentlich bekannt.
Die Webcam, die an der Draubrücke aufgestellt ist, zeichnet das Geschehen an diesem Abend zum Teil nach. Auf dem Bild, das um 21.30 Uhr aufgezeichnet wurde, sieht man die Draupuls-Inszenierung. Eine große Österreich-Fahne wird auf die Wasserfontänen projiziert. Im gleichen Bildausschnitt ist auch ein Mannschaftstransporter der Polizei zu sehen, der direkt vor einer Konditorei parkt. Mehrere Personen stehen zudem am Geländer der Brücke und blicken augenscheinlich nach unten. Bereits um 22 Uhr aber hat sich zumindest dieser Teil der Szene aufgelöst. Die Licht- und Musik-Inszenierung nähert sich dem Höhepunkt, die Polizei und die Schaulustigen sind aber nicht mehr zu sehen. Den Polizeieinsatz vor Ort konnte man also nur relativ kurz wahrnehmen.

© Webcam
Doch warum kommunizierte die Polizei den Vorfall nicht eher? Eine offizielle Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Von Insidern ist jedoch zu hören, dass man aus ermittlungstaktischen Gründen so gehandelt hat. Die Gruppe, die gefeiert hat, wird dem Drogen-Milieu zugeschrieben. Ob die Gewalteinwirkung, die der Grund für den Tod der jungen Frau war, alleine von einer oder von mehreren Personen ausging, war offenbar lange nicht klar. Noch ist auch offen, ob es eine Anklage wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang, grob fahrlässiger Tötung oder doch Mord geben könnte.