"Wir sind bestürzt": Was der Anschlag in Berlin für CSD-Teams in Sachsen bedeutet

Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin rückt die Sicherheit für solche Versammlungen wieder in den Blick. In Sachsen sind ebenfalls CSD-Versammlungenn und Umzüge geplant, darunter in Görlitz, Zittau, Plauen und Zwickau.

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"Wir sind bestürzt": Was der Anschlag in Berlin für CSD-Teams in Sachsen bedeutet
Hunderte Teilnehmer bei Christopher Street Day in Zittau

AUDIO: Politische Debatte über Konsequenzen nach Anschlag auf CSD in Berlin (3 Min)

FAQ: Konsequenzen nach Gewalt

Nach Anschlag in Berlin: Was machen die CSD-Organisatoren in Sachsen jetzt?

Stand: 27.07.2026 19:33 Uhr

Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin rückt die Sicherheit für solche Versammlungen wieder in den Blick. In Sachsen sind ebenfalls CSD-Versammlungenn und Umzüge geplant, darunter in Görlitz, Zittau, Plauen und Zwickau.

von MDR SACHSEN

Der CSD in Plauen am 15. August will den Angriff auf den CSD Berlin thematisien. Aber: "Es es gibt keine planerischen Auswirkungen für den CSD Vogtland. Das Programm mit Demonstrationszug und das Familienfest werden wie geplant stattfinden", informierte Thomas Rußner von der Koordinierungsstelle des Bündnisses für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtland.

Wir sind bestürzt über den Anschlag in Berlin. Dies ist ein Angriff auf die gesamte queere Community. Thomas Rußner | Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtland.

Der Anschlag in Berlin wird keine Auswirkungen auf die Planung des CSD in Zwickau am 22. August haben, sagten die Organisatoren. "Dadurch fühlen wir uns noch motivierter und angespornt, gemeinsam mit der Stadtgesellschaft einen CSD zu feiern, der den Opfern von Hass und Gewalt gerecht wird und sie stolz gemacht hätte", erklärten Diana Freydank und Jörg Banitz vom Orga-Team in Zwickau.

"Eine solche Gewalttat wie in Berlin ist ein schwerer Schlag für das Sicherheitsgefühl der gesamten Community", sagte Nathalie Neumann. Für den CSD in Zittau am 12. September konnte sie jetzt "noch keine verlässlichen Angaben zu konkreten planerischen Änderungen machen".

Eine Regenbogenfahne mit Kerzen liegt auf Betonplatten ausgebreitet.

Werden die Sicherheitskonzepte geändert?

In Görlitz soll es Anpassungen im Sicherheitskonzept geben. "Wir werden zusammen mit der Polizeidirektion Görlitz zeitnah sämtliche Abläufe erneut überprüfen, insbesondere die Zugangs- und Zufahrtsbereiche sowie die Kommunikationswege im Notfall", erklären die CSD-Organisatoren in Görlitz auf Nachfrage von MDR SACHSEN. Der CSD in der Europastatt findet am 26. September statt.

Weitere Änderungen würden mit den lokalen Behörden aus Görlitz und Zgorzelec erarbeitet. "Wir werden auch zusätzliche Ordnerinnen und Ordner benötigen und an neuralgische Punkten stellen. Eine verstärkte Sensibilisierung aller beteiligten Teams ist bereits in Planung", sagte Leiter des Görlitzer CDS, Wojciech M. Urlich.

Mehr Ordner in Zittau

"Auch wenn es im vergangenen Jahr bei uns in Zittau keine Vorfälle gab, prüfen wir die Lage stets gemeinsam mit den Behörden", heißt es bei den CSD-Planern im Dreiländereck. Grundsätzlich liege die Gewährleistung des Schutzes von Versammlungen und ihren Teilnehmenden "primär in der Verantwortung der Polizei und des Staates". Das Sicherheits- und Ordnerkonzept sei bereits professionalisiert worden. "Wir werden uns darüberhinaus in diesem Bereich personell verstärken", kündigte Nathalie Neumann an.

Abreisekoordination in Plauen

Aus Plauen heißt es: "Obwohl wir auf Attacken, wie in Berlin, auch in unseren vergangenen Sicherheitskonzepten eingegangen sind, werden wir auf diese noch einmal separat eingehen. Die Abreise unserer Teilnehmenden werden wir in Absprache mit der Polizei koordiniert durchführen."

Konkrete Änderungen sind laut Organisatoren in Zwickau nicht geplant. Dort heißt es: "Wir sind mit den Sicherheits- und Versammlungsbehörden im engen Austausch, darüber hinaus verfügen wir über ein eigenes Monitoring, wenn sich in den Kanälen etwas zum CSD-Zwickau tut. Kommentare und Äußerungen inbegriffen."

Polizei sichert den CSD - Christopher Street Day Parade in Magdeburg

Dass die Polizei CSD-Umzüge absichert, halten viele für selbstverständlich, muss in Sachsen aber immer wieder auch ausdiskutiert werden. (Archivfoto)

Was führt zu mehr Sicherheit beim CSD?

"Eine allumfassende Sicherheit kann es bei Großveranstaltungen nie geben", meinte Thomas Rußner von den CSD-Koordinatoren in Plauen. Jedoch: "Ein gutes Sicherheitsgefühl entsteht bei uns aber durch den Austausch und die gute Zusammenarbeit mit der Polizei, die uns sehr gut berät und uns beiseite steht."

Für die CSD-Organisatoren in Zittau entsteht Sicherheit "nicht nur durch Polizeipräsenz vor Ort, sondern vor allem durch Haltung in Staat und Gesellschaft. Wir brauchen einen klaren, breiten zivilgesellschaftlichen Konsens gegen Hetze und Hass – ganz egal, aus welcher Richtung er kommt, ob von rechtsextremer oder islamistischer Seite", verlangte Nathalie Neumann. "Wir fordern einen konsequenten und nachhaltigen Schutz für die Repräsentanz und das Leben von LSBTIQ*-Personen. Gerade bei uns in der Lausitz gibt es hier definitiv noch Luft nach oben."

Gerade bei uns in der Lausitz gibt es hier definitiv noch Luft nach oben. Nathalie Neumann | CSD Zittau

Mehr Polizeipräsenz, verlässlichere Kommunikation in Görlitz

Die CSD Organisatoren in Görlitz fänden "eine noch stärkere sichtbare Präsenz der Polizei bereits vor Beginn und nach dem Auflösen der Demo" hilfreich. Sie sehen auch die Teilnehmenden in der Verantwortung durch verbindliche Anmeldungen der Laufgruppen über die CSD-Homepage, damit die Strecke, Sicherheit und Ressourcen zuverlässig und frühzeitig geplant werden könnten.

Außerdem wichtig: "Eine verlässliche Kommunikation der anreisenden Antifa-Gruppen mit unserem Organisationsteam, damit mögliche 'spontane Aktionen' frühzeitig abgestimmt, in den Ablauf integriert und so geplant werden können, dass die CSD-Demonstration störungsfrei und sicher durchgeführt wird", sagte Wojciech M. Urlich vom CSD-Team Görlitz.

Das CSD-Planungsteam in Zwickau fasst die Antwort auf die Frage, was mehr Sicherheit bringt, so zusammen: "Ganz klar: keine Rechts- und sonstige Extremisten, keine gewaltbereiten Wutbürger mit einem monochromen Weltbild oder Glaubensüberzeugungen."

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MDR (kk/phb)