Wassermangel ade? Neues Verfahren kann es aus der Luft gewinnen
KI-Stimme. InfoDer Sommer 2026 zeigt eindrücklich, dass Wasser kein immer verfügbares Gut ist: Bedingt durch extreme Hitze und den Klimawandel sind zuletzt die Pegelstände in vielen Flüssen auf ein Rekordtief g...
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KI-Stimme. Info
Der Sommer 2026 zeigt eindrücklich, dass Wasser kein immer verfügbares Gut ist: Bedingt durch extreme Hitze und den Klimawandel sind zuletzt die Pegelstände in vielen Flüssen auf ein Rekordtief gesunken, Städte wie München haben bereits Einschränkungen für die Nutzung von Trinkwasser erlassen. Und dabei ist Deutschland noch relativ „feucht“, es regnet regelmäßig. In anderen Regionen der Welt ist der Wassermangel deutlich extremer.
Wie soll dort in Zukunft noch die Wasserversorgung gewährleistet werden? Einen möglichen Ansatz dafür haben Forscher in Kiel entwickelt. Sie haben eine Methode entwickelt, mit der Wasser aus relativ trockener Luft gewonnen werden kann. Positiver Nebeneffekt: Gleichzeitig wird die Luft gekühlt – und das auch noch energieeffizient.
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Wasser aus der Luft? Vom Nobelpreis zur industriellen Produktion
Für das Verfahren wird das Material CAU-H-10 benötigt. Die Grundlagenarbeit, auf der seine Entwicklung basiert, wurde 2025 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Nun ist es Forschenden allerdings gelungen, den Stoff in einem größeren Maßstab herzustellen, was den Weg in Richtung industrieller Anwendung ebnet. „Ähnlich wie ein Schwamm nehmen Materialien aus der Klasse der Metall-organischen Gerüstverbindungen in kurzer Zeit viel Wasser auf und können es auch schnell wieder abgeben. Möglich macht es ihre extrem poröse Struktur mit unzähligen fein vernetzten Hohlräumen“, heißt es in einer Publikation des Teams auf der Webseite der Universität Kiel.

Bereits ab einer Luftfeuchtigkeit von 18 Prozent werden Wassermoleküle im Porensystem von CAU-10-H gebunden und ab einer Temperatur von 70 Grad wieder freigegeben. Die Erwärmung kann über Strom oder Sonnenlicht geschehen. Jedes Gramm kann innerhalb von wenigen Stunden 0,17 Gramm Wasser aufnehmen.
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Ein Kilo Material kann somit potenziell 1,8 Liter Wasser am Tag gewinnen. „Dies macht seinen Einsatz für die Trinkwassergewinnung auch in trockenen Regionen interessant“, erklärt Lasse Wegner, einer der Erstautoren der insgesamt zwei Studien zur Wassergewinnung und Effizienzsteigerung von Kühlanlagen.
Verbesserte Kühlung wird mit Wassergewinnung kombiniert
Darin zeigt sich ein zweites Potenzial von CAU-10-H – die Verbesserung der Kühlung. „In Adsorptionskälteanlagen erreicht es eine bis zu dreifach höhere Kühlleistung im Vergleich zu Silicagel, einem weit verbreiteten Trockenmittel auf Basis von Siliciumdioxid. Solche Systeme könnten künftig Abwärme nutzen, etwa von Rechenzentren oder Bäckereien. Das würde den Energieverbrauch solcher Klimaanlagen im Vergleich zur herkömmlichen Technologie deutlich senken und Kühlung nachhaltiger machen“, heißt es auf der Webseite der Uni Kiel.