Wechsel im Verkehrsministerium: Mit Bilger in die Sackgasse

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Wechsel im Verkehrsministerium: Mit Bilger in die Sackgasse

Stand: 28.07.2026, 20:03 Uhr

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Steffen Bilger ist der neue Bundesverkehrsminister.

Steffen Bilger ist der neue Bundesverkehrsminister. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur

Steffen Bilger übernimmt das Verkehrsministerium. Seine politische Bilanz lässt kaum Hoffnung auf eine echte Verkehrswende. Der Kommentar.

Wer auch immer das Bundesvekehrsministerium führt – heute ist es der Name, morgen ein anderer – hat eigentlich eine ziemlich simple Tätigkeitsbeschreibung: den Deutschen das klimatödliche Auto madig machen und die Öffentliche Verkehrsinfrastruktur lebenstauglich machen (bevor man dann da und dort über eine „Kriegstauglichkeit“ nachdenken muss). In Großbritannien macht das Premierminister Andy Burnham vor: Kaum einen Tag im Amt deckelt er die Buspreise bei zwei Pfund und – schwupp – sind die Menschen frohgemut mobil.

Das funktioniert in Deutschland natürlich nicht. Ganzen Jahrgängen an Lokalreporterinnen und -reporten klingt noch der Bockmist der Verkehrsbetriebler in den Ohren, dass Öffentlicher Verkehr unmöglich kostenneutral sein könnte. Aber in Deutschland fährt man ja auch Auto und ist also frei.... von solchen sozialen, wenn nicht gar sozialistischen Ideen, wie Bus und Bahn fahren. Steffen Bilger fährt auch Auto. Steffen Bilger ist in der CDU.

Herkunft verpflichtet eben, sagt sich wohl der schwäbische Karrierist, der sich aus der Schusslinie gegen Jens Spahn rausgehalten und sodann Patrick Schnieder ins Seitenaus geboxt hat: In Bilgers Kreisverband Nordwürttemberg sitzen unter anderem Daimler und Porsche. Da hat es dann doch ein ziemliches Geschmäckle, wenn Bilgers Kreisverband 2018 auf einem Parteitag fordert, der Deutschen Umwelthilfe die Gemeinnützigkeit abzuerkennen. Und Bilger selbst fand die Idee seines Vor-vor-vor-vorgängers Alexander Dobrindt von einer PKW-Maut total legitim – bis sie als rechtswidrig entlarvt wurde. Er hat sich gegen ein Tempolimit von 130 ausgesprochen wie gegen das Verbrenner-Aus.

Können wir also erwarten, dass das jetzige Bundesverkehrsministerium großspurige Prestigeprojekte aufhält und dafür sorgt, dass die Masse vorankommt? Ohne dass diese dabei an der Klimakatastrophe zugrunde geht? Dass das Schienenetz so ausgebaut wird, wie seit Jahrzehnten von der EU gefordert, dass das D-Ticket nicht durch Preistreiberei woanders querfinanziert wird, dass der Autoverkehr psychologisch und elektrisch entschleunigt wird? Nö. Mit Steffen Bilger ist nicht gut Bahnfahren. Mit Minister Bilger geht es auf der Überholspur schnurstracks in die Irre.