Per Jetski unter die Fähre – „Wer kommt denn auf so eine Idee?“ Deutscher Kroatien-Tourist sorgt für Ärger
StartseiteWelt„Wer kommt denn auf so eine Idee?“ – Deutscher Wassersport-Influencer sorgt für Aufschrei in KroatienStand: 11.07.2026, 20:20 UhrKommentareUns auf Google folgenEin Jetski-Influencer rast durch ein...
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„Wer kommt denn auf so eine Idee?“ – Deutscher Wassersport-Influencer sorgt für Aufschrei in Kroatien
Stand: 11.07.2026, 20:20 Uhr
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Ein Jetski-Influencer rast durch einen der meistbefahrenen Häfen Kroatiens – und zeigt sich danach unbeeindruckt von den Ermittlungen der Polizei.
Zadar – Vollgas unter dem Schiffsbauch hindurch, Kamera läuft, und dann ins Netz gestellt – mit der Frage: „Werde ich dafür verhaftet?“ Kevin Neubeck, 33 Jahre alt, Jetski-Influencer aus Deutschland, hat im Hafen von Zadar ein Manöver abgeliefert, das ganz Kroatien in Aufruhr versetzt.

Anfang Juli fuhr Neubeck gemeinsam mit einem Begleiter mit dem Jetski direkt unter zwei vertäuten Passagierkatamaranen der Reederei Jadrolinija hindurch – mitten im dicht befahrenen Passagierhafen Jazine. Das Video stellte er selbst in den sozialen Medien online. Die Besatzung eines weiteren Jadrolinija-Katamarans, der Danica, beobachtete die Aktion vom Deck aus und filmte sie mit, wie das kroatische Meeresportal morski.hr als erstes berichtete. Zahlreiche Nutzer leiteten das Material daraufhin an Hafenbehörde und Wasserschutzpolizei weiter.
„Ich würde es wieder tun“: Deutscher Tourist Neubeck in Kroatien-Urlaub ohne Reue
Neubeck zeigt keine Reue. „Der Grund für die Fahrt unter den Katamaranen war nichts anderes, als Spaß zu haben. Ich würde es wieder tun, weil da nichts Gefährliches dran ist. Wir sind bereits in der Nähe von Slowenien und grüßen Kroatien“, sagte er gegenüber net.hr / RTL Danas. Neubeck lebt auf Zypern, startete seine Jetski-Weltumrundung im Oktober 2025 und rühmt sich auf seinen Kanälen mit mehr als zwölf Polizeiberichten wegen ähnlicher Aktionen. Schon bei einem früheren Aufenthalt in Dubrovnik hatte er nach eigenen Angaben zwei Regeln gebrochen, wie index.hr berichtete.
Die Zadarer Polizei hatte zum Zeitpunkt der Berichterstattung keine offizielle Anzeige vorliegen – leitete aber nach Bekanntwerden des Videos sofort Ermittlungen gemeinsam mit der Hafenbehörde ein, um mögliche Verstöße gegen das Seefahrtsgesetz zu klären.
Hafenkapitän sprachlos – Vorfall kurz nach tödlichem Unglück in Kroatien
Alen Rukavina, Hafenkapitän von Zadar, reagierte gegenüber dem kroatischen Rundfunk HRT mit deutlichen Worten. „Wer kommt denn auf so eine Idee? Das ist kein Abenteuer. Kein Trend rechtfertigt es, andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden“, sagte er laut morski.hr. Der Vorfall ereignete sich wenige Wochen nach einem schweren Katamaran-Unglück in der Meerenge Splitska vrata, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Ein anderer Hafenkapitän warnte jüngst indes Adria-Schwimmer vor Strafen.
Neubeck ist dabei kein Einzelfall. Auch Löschpiloten, die an der kroatischen Küste Waldbrände bekämpfen, geraten immer wieder in gefährliche Situationen, weil Jetski-Fahrer während laufender Wasserschöpfmanöver möglichst nah heranrasen. „Das bereitet uns große Probleme, weil wir in kritischen Momenten den Standort verlassen müssen und dadurch wertvolle Zeit verlieren“, warnte der kanadische Pilot Major Bruno Cifrek Kolarić gegenüber morski.hr.
Strafen in Kroatien enorm niedrig: „Weniger als eine Flasche Wein“
Das eigentliche Problem liegt laut Experten woanders: Die Bußgelder schreckten niemanden ab. Segellehrer und Inhaber einer Seefahrtschule, Antonijo Zubčić, rechnet vor: Die durchschnittliche Strafe für unerlaubtes Schnellfahren liegt bei rund 200 Euro. „So viel kostet eine Flasche teurer Rotwein für diese Kundschaft in Restaurants auf den Kornati-Inseln. Ohne drastische Strafen werden wir keine Ordnung herstellen können“, sagte er gegenüber morski.hr. Adria-Häfen in Kroatien hatten derweil kürzlich mit Fäkalien zu kämpfen. (Quellen: morski.hr, morski.hr, index.hr, net.hr/RTL Danas) (cgsc)