Zentrale Entsorgung: Homburg räumt Chaos an Altkleider-Containern auf – und plant Videoüberwachung

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Zentrale Entsorgung: Homburg räumt Chaos an Altkleider-Containern auf – und plant Videoüberwachung
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Zentrale Entsorgung Homburg räumt Chaos an Altkleider-Containern auf – und plant Videoüberwachung

Homburg · Seit Jahren nehmen die Beschwerden der Homburger über den Zustand der Altkleider-Sammelplätze im Stadtgebiet zu. Wie die Stadt die Probleme lösen will.

12.07.2026 , 19:31 Uhr

 Schön aufgereiht in zwei Reihen stehen insgesamt 34 Altkleider-Container auf dem freien Platz hinter dem Aldi-Parkplatz, direkt an der Rollschnelllaufbahn.

Schön aufgereiht in zwei Reihen stehen insgesamt 34 Altkleider-Container auf dem freien Platz hinter dem Aldi-Parkplatz, direkt an der Rollschnelllaufbahn.

Foto: Peter Neuheisel

Es vergeht kaum ein Tag, an dem sich die Homburger Bürgerinnen und Bürger nicht über den Zustand an den Altkleider-Containern im gesamten Stadtgebiet beschweren. Viele Fotos zeigen überfüllte Container und daneben verstreut herumliegende Altkleider, inklusive illegaler Müllablagerung. Die Stadt ist sich bewusst, dass sich hier etwas ändern muss. Und das soll nun auch geschehen. In der jüngsten Stadtratssitzung wurde bekannt, dass die Verwaltung solche Container nicht mehr überall zulassen möchte, stattdessen wird sie die Abgabe zentralisieren. Außerdem soll an dem dafür vorgesehenen zentralen Platz in einem zweiten Schritt eine Videoüberwachung installiert werden.

Bisherigen Lösungsansätze brachten keinen Erfolg bei Containerstellplätzen

Der zuständige hauptamtliche Beigeordnete Philipp Scheidweiler erinnerte daran, dass man im Rat schon einige Male über das Problem diskutiert habe. Man habe darauf verschiedene Lösungsvorschläge verfolgt. So sei zum Beispiel die Zahl der Containerleerungen erhöht worden. „Doch der Gesamtzustand hat sich nicht dramatisch verbessert“, gibt Scheidweiler unumwunden zu. Es sei nach wie vor ein großes Ärgernis bei den Bürgern, wie die Stellplätze aussehen.

Die neue Sammelstelle liegt in der Innenstadt

Einige Sonderregelungen für die Entsorger, wie eben die verstärkte Leerung, seien inzwischen ausgelaufen, deshalb müsse man sich erneut Gedanken machen. Und das hat der Beigeordnete getan: So sollen bis Mitte Juli einige der Container einen zentralen Platz an der Rollschnelllaufbahn finden. Die große Fläche grenzt direkt an den Aldi-Parkplatz hinter dem Forum. Und dieser neue Stellplatz soll in einem weiteren Schritt per Video überwacht werden. „Wir werden auch sehen müssen, ob die Anzahl der Container ausreicht.“ Den Standort des neuen Platzes an der Rolllaufbahn bewertet Scheidweiler positiv, da dieser zentral liege und für die Bürger auch gut erreichbar sei. Weiterhin können alte, ausrangierte Kleidungsstücke beim städtischen Wertstoffhof am Zunderbaum abgegeben werden, auch hier sollen die Kapazitäten erhöht werden.

 So wie hier sah es an nahezu allen bisherigen Sammelplätzen für Altkleider im Stadtgebiet Homburg aus. Das soll sich nun ändern.

So wie hier sah es an nahezu allen bisherigen Sammelplätzen für Altkleider im Stadtgebiet Homburg aus. Das soll sich nun ändern.

Foto: Ulrike Stumm

Alle anderen städtischen Flächen im Stadtgebiet, auf denen bisher Container gestanden haben, werden geräumt. Lediglich die Behältnisse, die auf privaten Flächen stehen, wie etwa an Supermärkten, bleiben stehen. Ein Besuch unserer Redaktion vor Ort hat gezeigt: Die Container stehen schon auf dem freien Platz zwischen Aldi-Parkplatz und Rollbahn. Zugänglich ist die neue Örtlichkeit über die Straße „Am Stadtbad“ oder über die Entenmühlstraße, Abzweig Straße „In den Schrebergärten“. Am Donnerstag waren insgesamt 34 Container aufgestellt.

Auch die Polizeiverordnung soll wegen der illegalen Müllentsorgung verschärft werden

Die Standortfrage ist aber nicht die einzige Frage, die die Stadt beantworten möchte. Darüber hinaus soll die Polizeiverordnung geändert werden. Obwohl es klar geregelt sei, welche Kleidungsstücke abgegeben werden dürfen und welche nicht, verstoßen einige immer wieder gegen die Regeln. Es landen alte, zerrissene oder völlig verdreckte Hosen, nicht mehr tragbare Schuhe und vieles mehr in den Containern oder werden daneben abgestellt. Scheidweiler: „Dabei handelt es sich laut Verordnung um illegale Müllbeseitigung.“ Dies werde man künftig genauer überwachen und gegebenenfalls auch ahnden.

Im Wertstoffzentrum der Stadt am Zunderbaum können ebenfalls Altkleider abgegeben werden. Hier sollen die Kapizitäten erhöht werden.

Im Wertstoffzentrum der Stadt am Zunderbaum können ebenfalls Altkleider abgegeben werden. Hier sollen die Kapizitäten erhöht werden.

Foto: Ulrike Stumm

Was in Altkleidercontainer gehört – und was nicht

Scheidweiler weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Altkleidercontainer ausschließlich für gebrauchte Kleidung und Textilien bestimmt sind. Nicht in Altkleidercontainer gehören verschmutzte oder durchnässte Textilien, Teppiche sowie Matratzen und sonstige Abfälle. Nicht mehr verwertbare, stark verschmutzte oder zerschlissene Textilien sind über die jeweils vorgesehenen Wege – in diesem Fall den Restmüll – zu entsorgen.

Den Entsorgungsfirmen hat die Stadtverwaltung bis zum 23. Juli eine Frist gesetzt. Bis dahin müssen die Container beseitigt oder an den neuen Ort an der Rollschnelllaufbahn umgestellt sein. Der Bußgeldkatalog wegen Verstößen bei der Kleiderentsorgung werde erarbeitet. Scheidweiler ist optimistisch: „Wir haben einen personalstarken Ordnungsdienst, der sehr wirksam auftritt.“ Wenn alle Stellschrauben greifen, dürften die wilden Ablagerungen rund um die Altkleider-Container der Vergangenheit angehören, so jedenfalls die Auffassung der Stadtverwaltung. Philipp Scheidweiler hofft nun, dass der neue Sammelplatz von der Bevölkerung auch angenommen wird. „Klar ist auch, dass, je nachdem aus welchem Stadtteil die Bürger kommen, sie einen etwas längeren Weg zum Container zurückzulegen haben. Dafür können sie allerdings jetzt sicher sein, dass für ihre ausrangierten Kleider genügend Containerplatz zur Verfügung steht.“

Wichtig: Die neue Regelung mit zentralem Sammelplatz gilt nur für die Entsorgung von Altkleidern. Altglas- und Altpapier-Containerstellplätze seien davon nicht betroffen. Beides wird vom EVS abgeholt, während die Kleider von anderen Firmen entsorgt werden. (ust)