Zwei Frauen, derselbe Betrag, 25 Jahre später: Warum eine 127.000 Euro mehr hat als die andere

Zwei Frauen. Derselbe Betrag. Dieselbe Disziplin. Nach 25 Jahren ein Unterschied von 127.000 Euro. Was den Unterschied macht, ist nicht das Geld. Es ist die Entscheidung, was damit passiert.

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Zwei Frauen, derselbe Betrag, 25 Jahre später: Warum eine 127.000 Euro mehr hat als die andere

Stand: 26.07.2026, 08:00 Uhr

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Grüner Spross und Geldmünzen Geldanlage

Dieselben 300 Euro: Einmal gespart, einmal investiert. Nach 25 Jahren. ©  IMAGO / Christian Ohde

Zwei Frauen. Derselbe Betrag. Dieselbe Disziplin. Nach 25 Jahren ein Unterschied von 127.000 Euro. Was den Unterschied macht, ist nicht das Geld. Es ist die Entscheidung, was damit passiert.

Person A und Person B sind 40 Jahre alt. Beide verdienen ähnlich viel. Beide sind diszipliniert. Beide legen jeden Monat 300 Euro zurück.

Content-Partnerschaft:

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Fortunalista entstanden. Fortunalista ist eine Plattform für Finanzbildung, die Frauen dabei unterstützt, ihre Finanzen selbstbestimmt zu gestalten. Mit einem klaren Verständnis für die Herausforderungen rund um Geld zeigt Fortunalista, wie Frauen mit dem Investment Code ihren Weg in die finanzielle Unabhängigkeit finden.

Der Unterschied: Person A legt ihr Geld auf das Tagesgeldkonto. Person B investiert es in einen breit gestreuten ETF. Beide machen das 25 Jahre lang, bis sie 65 sind.

Was dann auf dem Kontoauszug steht, trennt die beiden finanziell für den Rest ihres Lebens. „Nicht die Summe entscheidet über das Ergebnis“, sagt Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista. „Die Entscheidung, wohin das Geld geht, entscheidet. Und diese Entscheidung kostet nichts außer Klarheit.“

Die Rechnung

Person A: 300 Euro monatlich auf dem Tagesgeldkonto

Zinssatz: durchschnittlich 2 Prozent pro Jahr. Laufzeit: 25 Jahre.

  • Eingezahlt: 90.000 Euro
  • Zinsen über 25 Jahre: rund 26.000 Euro
  • Endkapital: rund 116.000 Euro
  • Kaufkraftbereinigt bei 2,5 Prozent Inflation: rund 71.000 Euro in heutigen Preisen

Person B: 300 Euro monatlich im ETF-Sparplan

Rendite: historisch durchschnittlich 7 Prozent pro Jahr. Laufzeit: 25 Jahre.

  • Eingezahlt: 90.000 Euro
  • Rendite über 25 Jahre: rund 153.000 Euro
  • Endkapital: rund 243.000 Euro
  • Kaufkraftbereinigt bei 2,5 Prozent Inflation: rund 149.000 Euro in heutigen Preisen

Der Unterschied:
Nominell: 127.000 Euro.
Real, also kaufkraftbereinigt: rund 78.000 Euro.

Beide haben denselben Betrag eingezahlt. Beide waren gleich diszipliniert. Der einzige Unterschied ist die Anlageform.

Was diesen Unterschied erklärt

Der Zinseszins.

Bei Person A wachsen die Zinsen auf dem Tagesgeldkonto langsam. 2 Prozent auf 300 Euro im ersten Monat sind 6 Euro. Diese 6 Euro bringen im nächsten Monat wiederum 2 Prozent. Der Effekt ist real, aber begrenzt.

Bei Person B wachsen die Renditen schneller. 7 Prozent auf dasselbe Kapital bedeuten mehr Rendite, die selbst wieder Rendite erwirtschaftet. Mit der Zeit wächst das Depot nicht linear, sondern exponentiell.

Was das in der Praxis bedeutet: In den ersten Jahren ist der Unterschied kaum spürbar. Nach zehn Jahren wird er sichtbar. Nach zwanzig Jahren ist er erheblich. Nach fünfundzwanzig Jahren sind es 127.000 Euro.

„Der Zinseszins braucht Zeit“, erklärt Margarethe Honisch. „Was er dann leistet, übersteigt fast immer, was man selbst eingezahlt hat. Bei Person B sind von 243.000 Euro nur 90.000 Euro eingezahltes Kapital. Den Rest hat der Markt erarbeitet.“

Was der Unterschied im Rentenalter bedeutet

Endkapital ist eine Zahl. Was damit im Alter passiert, ist die entscheidende Frage.

Was Person A mit 116.000 Euro hat:
Bei einer monatlichen Entnahme von 800 Euro reicht das Kapital rund 12 Jahre. Mit 77 ist es aufgebraucht.

Was Person B mit 243.000 Euro hat:
Bei der 4-Prozent-Regel, also 4 Prozent des Depotwerts jährlich entnehmen, stehen rund 810 Euro monatlich zur Verfügung. Dauerhaft. Das Depot bleibt investiert und erwirtschaftet weiter Rendite. Es läuft statistisch unbegrenzt weiter.

Person B entnimmt denselben Betrag wie Person A. Aber ihr Kapital wird nicht kleiner. Person As Kapital hingegen schmilzt jeden Monat.

Mit 77 hat Person A kein Kapital mehr. Person B hat noch immer rund 243.000 Euro im Depot.

Das ist der eigentliche Unterschied. Nicht nur 127.000 Euro heute. Sondern finanzielle Sicherheit für den gesamten Ruhestand.

Was Person A falsch gemacht hat

Nichts.

Person A hat gespart. Sie hat Disziplin gezeigt. Sie hat 25 Jahre lang jeden Monat 300 Euro zurückgelegt. Das ist mehr als die meisten tun.

Was Person A nicht getan hat: das Geld arbeiten lassen.

Das Tagesgeldkonto ist kein schlechtes Instrument. Es ist das richtige Instrument für den Notgroschen, für kurzfristige Ziele, für Kapital, das jederzeit verfügbar sein muss.

Für die Altersvorsorge ist es das falsche Instrument. Weil 2 Prozent Zinsen langfristig kaum die Inflation ausgleichen. Weil der Zinseszins bei 2 Prozent zu langsam arbeitet. Weil 25 Jahre Zeit verschenkt werden, in denen der Markt für einen arbeiten könnte.

Was jetzt möglich ist

Wer gerade dabei ist, monatlich einen festen Betrag aufs Tagesgeldkonto zu legen, muss nicht alles ändern.

Der Notgroschen bleibt auf dem Tagesgeldkonto. Drei bis sechs Nettomonatsgehälter, liquid und sicher.

Was darüber hinausgeht und für die Altersvorsorge gedacht ist, gehört ins Depot. Ein ETF-Sparplan, der monatlich automatisch investiert. Einmal eingerichtet, läuft er ohne weiteres Zutun.

Was dabei nicht passieren sollte: warten, bis der richtige Zeitpunkt kommt. Märkte schwanken immer. Den perfekten Moment gibt es nicht. Was es gibt, ist den heutigen Moment.

„Person A und Person B haben dieselbe Ausgangslage gehabt“, betont Margarethe Honisch. „Was sie unterscheidet, ist eine einzige Entscheidung, die Person B vor 25 Jahren getroffen hat. Diese Entscheidung kann jede heute treffen.“

Fazit

Dieselben 300 Euro. Dieselbe Disziplin. Dieselben 25 Jahre.

116.000 Euro gegen 243.000 Euro. Das ist kein Glück. Das ist keine besondere Begabung. Das ist der Unterschied zwischen Sparen und Investieren.

Wer heute 300 Euro im Monat zurücklegt und sich fragt, ob es sich lohnt, das Geld zu investieren statt zu sparen, kennt jetzt die Antwort.