Zweite Chance im Waldzoo Offenbach
StartseiteAktionenFerien zu HauseStand: 13.07.2026, 17:43 UhrKommentareUns auf Google folgenBesucherinnen und Besucher des Waldzoos können die Eseldame streicheln und füttern. © Larissa KesslerIm Gnadenhof könn...
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Stand: 13.07.2026, 17:43 Uhr

Im Gnadenhof können Sie ausgesetzte Schildkröten und andere gerettete Tiere besuchen.
Löwen, Elefanten und Affen – daran denkt man als Erstes, wenn man an Zoo denkt. Doch der Waldzoo Offenbach ist kein Zoo im klassischen Sinne, sondern ein Gnadenhof. Die Tiere werden nicht gekauft, sondern kommen hierher, weil sie anderswo keinen Platz mehr haben. Abgesehen von den Nutztieren gibt es auch Kaninchen, Schildkröten und viele Vögel, die artgerecht untergebracht sind.
Zu Fuß ist der Waldzoo vom Parkplatz „Nasses Dreieck“ einfach zu erreichen. Der Geruch von Bauernhof leitet durch den kurzen Waldabschnitt. An der Kasse können kleine Becher mit Futter für die Tiere erstanden werden. Denn besonders die Ziegen, Esel und Ponys freuen sich auf Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten.
Bis letztes Jahr gab es auch noch Kängurus, doch dann erlebte der Zoo einen besonders tragischen Verlust. Die Tiere waren zuvor für die Fleischproduktion gezüchtet worden und kamen nach ihrer Rettung in den Waldzoo. Dort schienen sie endlich in Sicherheit, bis im vergangenen Jahr ein Fuchs angriff: Ein Känguru wurde gerissen, drei weitere überlebten zunächst, starben jedoch kurz darauf an den Folgen des Stresses. „Da waren wir alle unglaublich traurig. Das tote Tier zu sehen, war echt schlimm“, sagt eine Mitarbeiterin.
In der Mitte des Areals liegt ein großes Gehege mit Kaninchen, die mit ihren Schlappohren wackelnd die Besucher und Besucherinnen neugierig anschauen. Daneben rangeln Schildkröten um knackige Salatblätter. Kleine Ponys, die keine Kinder mehr auf ihrem Rücken tragen müssen. Schweine, die nicht mehr gemästet werden. Und Esel, die endlich einfach stehen bleiben können.
Vertrauen zu Menschen wieder aufbauen
Viele dieser Tiere wurden misshandelt, vernachlässigt oder nicht artgerecht gehalten. Manche waren vor ihrer Ankunft im Waldzoo sogar sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Deshalb hat das Veterinäramt sie aus ihren früheren Haltungen geholt und in den Zoo gebracht. Die Folgen können erheblich sein: Neben körperlichen Verletzungen leiden viele der Tiere unter Stress, Angst oder auffälligem Verhalten.
Im Waldzoo finden sie nun einen geschützten Ort, an dem sie zur Ruhe kommen und Vertrauen zurückgewinnen können. Mit viel Liebe bekommt das Minischwein „Bifi“ einen sorgfältig zusammengestellten Teller von Obst und Gemüse gereicht. Bifi wurde mit schwerem Räudebefall im Dreieichpark gefunden; nach erfolgreicher Behandlung lebt es heute gemeinsam mit seiner Artgenossin „Rosi“ im Waldzoo. Gemütlich grunzend mümmeln die beiden vor sich hin.
Die Eintrittspreise liegen zwischen 2 und 3 Euro. Informationen darüber, wie Sie die Arbeit des Waldzoos unterstützen können, finden sich auf der Website sowie über die dort verlinkte Amazon-Wunschliste. Weiterhin: Wer ein Tier abgeben möchte, kann dies unkompliziert tun, gegen eine kleine Spende.
